Samstag, 14. April 2012

[Rezension] Alyson Noel - Evermore 02 - Der blaue Mond

Inhalt
Ever ist unsterblich und endlich mit ihrer großen Liebe Damen zusammen - nichts mehr kann sie nun trennen. Sie leben also den Alltag der Unsterblichen, üben diverse Dinge - die man als Unsterblicher im Laufe seines Lebens eben so gelernt haben sollte - und genießen das schöne Leben. Doch das Glück währt nicht lange. Eines Tages kommt ein Junge namens Roman an ihre Schule und jeder verfällt ihm sofort mit Haut und Haaren, außer unserer Ever. Ihrer Meinung ist irgendetwas faul an dem angeblich so netten und unglaublich gutaussehenden Fremden, doch sie kann es nicht benennen geschweige denn selbst erfassen. Trotz der Tatsache dass sie seine Aura sehen und seine Gedanken hören kann, traut sie ihm nicht über den Weg und seine Gedanken wirken seltsam künstlich und unwahrscheinlich gut strukturiert. Als sich Damen auch noch von ihr abwendet, immer schwächer zu werden scheint und seltsamerweise eine Aura entwickelt (und sie seine Gedanken lesen kann) schlagen bei ihr alle Alarmglocken und sie versucht verzweifelt den schleichenden Prozess, der da offensichtlich im Gange zu sein scheint, aufzuhalten...


Zitate
"Ich war sicher, man würde mich in einen gruseligen, verborgene Keller stoßen, der voll ist von befremdlichen und Furch einflößenden rituellen Gegenständen wie Fläschchen mit Katzenblut, abgetrennten Fledermausflügeln, Schrumpfköpfen, Vodoopuppen - Sachen, wie man sie im Kino oder im Fernsehen zu sehen kriegt. Aber dieser Raum ist ganz anders. Ja, er sieht sogar mehr oder weniger wie ein ganz normaler, mehr oder weniger gut aufgeräumter Vorratsschrank aus."


"Das seltsame am Abschiednehmen ist, dass es nie leichter wird."


">Was ist denn so besonders an einem Vollmond in der blauen Stunde?<
 >Du meinst den blauen Mond?< Sie holt tief Luft und blickt in die Ferne, ehe  sie antwortet. 
>Normalerweise sagt man, dass der zweite Vollmond innerhalb eines Kalendermonats ein blauer Mond ist. Doch es gibt noch einen anderen Ansatz, der besagt, dass man nur dann von einem echten blauen Mond sprechen kann, wenn zwei Vollmonde nicht unbedingt nur im selben Monat, sondern innerhalb des selben Tierkreiszeichens vorkommen. Dies gilt als ein sehr heiliger Tag, ein Tag, an dem die Verbindung zwischen den Dimensionen besonders stark ist. Es heißt, wenn man die Energie des blauen Mondes während der "heure bleue" anzapft, dann können alle möglichen magischen Dinge geschehen.<"


Fazit 
Vorsicht, kann Spoiler aus Band 1 enthalten! Die Rezension zu Band 1 findet ihr hier!


"Der blaue Mond" ist der zweite Teil der "Evermore" Reihe von der Autorin Alyson Noel. Er baut auf Band 1 auf und beginnt inhaltlich nur ein paar Wochen nach dem Ende des ersten Romanes, um die Zusammenhänge zu begreifen ist der Debüt Roman also Pflicht-Lektüre. Vor Beginn der Geschichte finden wir im Buch wieder die Altbekannte Aura-Farbtafel, die uns helfen soll die Gefühle hinter den Farben, die Ever sieht, zu verstehen - immernoch eine sehr sinnvolle Idee, obwohl man das ganze auch irgendwann verinnerlicht hat.


In diesem Roman geht es sehr viel um die Gedanken und Empfindungen von Ever, lange Zeit weiß sie nicht was sie von Roman halten soll und weiß nicht, ob sie sich die ganzen seltsamen Dinge nur einredet. Vielleicht ist ja an Roman wirklich nichts schlechtes zu finden und sie mag neue Leute aus Prinzip nicht? Vielleicht war Damen ja doch nicht so begeistert von ihr und ihre Freunde waren vielleicht gar keine richtigen Freunde? Möglicherweise haben alle erkannt, welch ein Freak sie doch ist und wenden sich nun von ihr ab? Ever's Selbstbewusstsein hat in diesem Band wirklich schwer zu kämpfen und sackt (verständlicherweise) so manches Mal ins Bodenlose ab und nur die Erinnerung an vergangene Zeiten bringt sie dazu sich wieder aufzuraffen und weiterzukämpfen. Der Leser will ihr beistehen, will ihr die Hand halten und sie durch dieses Chaos begleiten, erhofft sich eine Lösung und wünscht sich nichts seeliger, als das Ever nicht bloß übertreibt und wirklich "böse Mächte" oder sonstiges im Spiel sind. Niemand möchte die Hauptprotagonistin wohl wirklich als verrückte und sehr egozentrische junge Frau sehen, die alle neuen Menschen von sich wegstößt um die alten nicht zu verlieren. Die Geschichte um das ganze ist äußerst spannend und interessant und man fragt sich immer wieder welche Hintergründe das ganze hat, warum sich manche Personen in bestimmten Situationen so oder so verhalten und was sie dazu treibt - oder ob es wirklich aus eigenem Antrieb geschieht? Diese Gedanken begleiten einen durch das ganze Buch hinweg, wodurch eine dauerhafte Spannung aufrecht erhalten wird, die sich erst am Ende schlagartig klärt, aber nicht wirklich löst. Das Ende verspricht wesentlich mehr und birgt ein Drama, mit dem niemand gerechnet hätte. Es macht richtig Lust auf mehr! 


Die Figur des Roman wirkt zuerst sehr geheimnisvoll und seltsam, man weiß nicht genau in welche Schublade man ihn stecken soll und fragt sich, ob sein ganzes Auftreten wirklich so unnatürlich ist wie Ever es die ganze Zeit behauptet. Man braucht sehr lange um sich ein wirkliches Bild von ihm machen zu können, aber eines steht eigentlich recht schnell fest: Roman ist ein sehr tiefgründiger, charismatischer Charakter, der begeistert und von dem man unbedingt mehr lesen will. Vorallem der letzte Teil, sowie das Ende, sagen noch einmal sehr viel über seine Person / Figur / Rolle in dem ganzen Schauspiel aus und bringen einen dazu, unbedingt wissen zu wollen wie sich das ganze noch weiterhin entwickelt. Eine Figur mit Potenzial!


Über die restlichen Figuren will ich, um die Spoilerrate mal recht gering zu halten, nicht besonders viel sagen, Fakt ist nur, das man sie in diesem Band mal von einer ganz anderen Seite kennen lernt. Einer Seite, die zwar nicht immer schmeichelhaft ist, jedoch durchaus interessant und stellenweise etwas unheimlich. Besonders Damen macht eine fabelhafte Entwicklung durch, die Ever zwar durch Mark und Bein geht, den Leser aber beeindruckt und ganz neue Gefühle gegenüber des sonst so sympathischen Unsterblichen aufkeimen lässt. 


Insgesamt würde ich hier von einer durch und durch gelungenen Fortsetzung sprechen, die wie immer mit genug Lovestory, Dramen, Verschwörungen und Geheimnissen überzeugt. Die Sprache ist überaus fesselnd und man möchte das Buch, das gut verständlich und fließend verfasst wurde, gar nicht mehr aus der Hand legen.


Wertung: 5 von 5 Sternen!

Kommentare:

  1. Oh man, du machst mich noch verrückt nach der Serie, ohne jemals ein Buch davon gelesen zu haben. Eigentlich höre ich sogar bereits AMazon: "kauuuuf mich, kauf miiich."

    Ne, quatsch ;o) Sehr schöne Rezension, gefällt mir gut!

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Sooooorry :D Aber so ist das mit guten Büchern: Man muss sie nicht lesen, man muss sie besitzen :D Zumindest geht es mir so. Und ich find sie wirklich wirklich klasse, nur zu empfehlen ;)

      Freut mich, dass Dir meine Rezi gefällt :)

      Liebe Grüße

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    2. Geht mir auch so. Ich kkaufe, kaufe und kaufe ... und erfreue mich dann doch erstmal nur an den schönen, neuen Covern *lach* Bei den Büchern wird das garantiert auch so sein, ich meine gesehen zu haben, dass es die nun auch als Taschenbuch gibt .. oder ich verwechsel sie grade total :D

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