Dienstag, 25. Dezember 2012

[Rezension] Avery Williams - Everlight - Das Buch der Unsterblichen

Inhalt
Seraphina "Sera" Ames befindet sich gerade auf einem Maskenball, als sie von einem Mann mit Maske, den sie nicht zu kennen glaubt, auf einen Spaziergang eingeladen wird. Als die beiden sich ihrer Masken entledigen, kommt überraschenderweise der Apothekerssohn Cyrus zum Vorschein, der Sera schon immer ausnehmend gut gefiel. Plötzlich werden die beiden überfallen, Sera wird niedergestochen und Cyrus flößt ihr schließlich einen Trank ein, der sie für immer weiterleben lässt - ABER: nicht in ihrem eigenen Körper. Ihre Seele löst sich von ihrem Körper und nistet sich im sterbenden Körper einer der Attentäterinnen ein. Von nun an muss sie alle paar Jahre einen Menschen töten, um einen neuen Körper zu erhalten...

Zitate
">Die Menschen suchen immer nach der Magie, obwohl die Natur die wahren Wunder bereithält.<"

"Man sagt, an Halloween sei der Schleier zwischen den Welten am durchlässigsten, Geister können ihn durchdringen und uns ins Ohr flüstern oder uns an der Wange berühren. Ich will es glauben - und tue es doch nicht."


Erster Satz des Buches
"Ich fühle mich, als hätte ich mein ganzes Leben lang auf den Maskenball gewartet."

Fazit 
"Everlight - Das Buch der Unsterblichen" ist der erste Band der Trilogie um die Unsterblichen von Avery Williams. Gleichzeitig ist es der erste Roman der Autorin überhaupt. Anfang Dezember bekam ich ein Überraschungspaket vom Knaur Verlag, der mir einfach so ein Rezensionsexemplar dieses Buches überließ - zugegebenermaßen hatte ich bis dato zwar noch nie etwas von diesem Buch gehört, geschweige denn gewusst, dass es bald veröffentlicht wird - trotzdem habe ich mich natürlich sehr gefreut. Ich bin immer offen für neue Anregungen, Bücher und Genres, irgendwann begann ich dann also einfach mal zu lesen.

Wir tauchen im Jahre 1349 ins schöne London ein, unsere Hauptprotagonistin Sera ist zarte 14 Jahre alt und befindet sich gerade auf einem Maskenball. Die Beschreibungen der Autorin zum Aussehen von Sera gefielen mir ausnehmend gut, ich konnte mir alles ganz genau vorstellen und würde mir genau diese Sera - aus dem Jahre 1349- mit dieser Kleidung auf der Straße begegnen, so würde ich sie sofort erkennen. Ich liebe derartige bildhafte Beschreibungen und lese ein Buch gleich viel lieber, wenn ganz genau beschrieben wird, wie die Personen und die Umgebung aussieht. Allein von diesem Aspekt her konnten schon die ersten Seiten gewaltig punkten. 

Sera wird schließlich von einem, ihr unbekannten, maskierten jungen Mann zum Tanzen aufgefordert und schließlich begeben sich die beiden nach draußen um etwas Spazieren zu gehen. Als die beiden ihre Masken abnehmen, erkennt Sera in dem unbekannten den attraktiven Apothekerssohn Cyrus, der ihr schon seit längerem ausnehmend gut gefiel. Ins Gespräch vertieft, merken sie nicht, dass sich seltsame Gestalten nähern und es kommt wie es kommen musste: Sie werden überfallen und Sera wird niedergestochen. In seiner Not flößt Cyrus dem Mädchen einen Trunk ein, der ihre Seele für immer von ihrem Körper trennt. Dies bietet ihrer Seele die Unsterblichkeit, sie muss sich nur einen Körper suchen, indem sie weiterleben kann. Verwirrt ergreift sie besitz vom sterbenden Körper ihrer Mörderin und findet sich sogleich in ihrer neuen "Hülle" wieder. Den Prozess des lösens der Seele aus dem Körper fand ich richtig spannend, die Autorin beschreibt, dass die Seele, nur über eine Art Silberfaden mit dem Körper verbunden ist. Dieser Faden sorgt dafür, dass unsere Seele mit unserem Körper zusammen stirbt. Trinkt man jedoch das Elixier, dass Cyrus Sera eingeflößt hat, wird dieser Faden durchtrennt und man wandelt -sinngemäß- erstmal als Körperlose Seele durch die Welt. 

Nach diesem spannenden Auftakt geht es im ersten Kapitel erstmal gemäßigter weiter - nämlich mit der Gegenwart. Dieses Mal befinden sich Sera, Cyrus und einige andere Unsterbliche, die über die Jahre hinweg "dazu kamen" in San Fransisco wieder und sonnen sich auf einem Dach, mitten in der Stadt. Viele Jahrhunderte sind seit Seras Verwandlung vergangen und im Laufe des Buches erfährt man immer mehr, wie sehr Cyrus sich verändert haben muss. Sera's Ziel ist es nun, von ihm loszukommen, was sich letzendlich schwieriger entpuppt als angenommen. Cyrus scheint äußerst kontrollsüchtig und einnehmend, ein eigenständiges Leben ist für Sera fast unmöglich. Doch nicht nur das Leben mit Cyrus fällt ihr schwer, auch die Tatsache, dass sie immer wieder "mehr oder weniger" unschuldige Menschen töten muss, um selbst nicht zu sterben, bereitet ihr großes Kopfzerbrechen. Alle 8-10 Jahre stirbt der "eingenommene" Körper einen "normalen" Tod, er stirbt quasi an Altersschwäche und am Ende zerfällt er einfach zu Staub. Auch ihre beste, ebenfalls unsterbliche, Freundin Charlotte trägt nur minimal dazu bei, dass Sera sich besser fühlt und insgeheim schmiedet sie einen Plan um von Cyrus wegzukommen.

Gesagt - getan. Als ihr die Flucht vor Cyrus tatsächlich gelingt, versucht sie weit weg zu kommen und landet - nach einigen Turbulenzen - schließlich im Körper der 16-jährigen Kailey Morgan. Kailey wohnt bei ihren Eltern, hat einen großen Freundeskreis und einen älteren Bruder. Sera, die sich natürlich erst einmal in die neue Situation und das alte Leben des Mädchens einfinden muss, benimmt sich zuerst etwas seltsam, mit der Zeit gelingt es ihr jedoch zunehmend besser, sich halbwegs "normal" zu verhalten. Nachbarssohn Noah ruft früher oder später dann auch noch Frühlingsgefühle in ihr hervor, was die ganze Situation natürlich auch nich einfacher macht. Als Cyrus dann unvermittelt in der Stadt auftaucht, geraten sowohl Sera als auch Noah in größte Gefahr... ihr wollt wissen wie's weitergeht? Lest selbst!


Insgesamt konnte mich dieser Roman mehr als überzeugen und ich bin wahnsinnig froh, dass ich vom Verlag als eine der Bloggerinnen ausgewählt wurde, die dieses Buch "einfach so" als Rezensionsexemplar zugesandt bekamen. Zur Zeit gibt es auf dem Büchermarkt so viele Fantasyromane, soviele Romane mit Vampire, Dämonen, Unsterblichen, etc. das man oftmals garnicht weiß, was sich letzendlich noch zu lesen lohnt und wo sich eine gute Geschichte verbirgt. Natürlich ist das ganze immer subjektiv zu betrachten, schließlich hat jeder Mensch seine eigenen Vorlieben - bei dieser Geschichte kann ich jedoch zumindest aus meiner Sicht sagen: Es hat sich gelohnt und ich bin wahnsinnig gespannt darauf, was in den Folgebänden (die hoffentlich bald erscheinen werden?) noch so passieren wird - besonders nach diesem wahnsinnigen, bösen, gemeinen und "nach mehr lechzenden" Cliffhanger am Ende des Romanes! Wunderschön fand ich auch die Illustrationen, die immer mal wieder auftauchten und - auch wenns heißt "don't judge a book by it's Cover" - ich LIEBE dieses Cover! 

Die Sprache ist gut verständlich und stellenweise hat die Autorin wirklich einen begnadeten Humor! Die Kapitel sind ausreichend lang, bzw. an den richtigen Stellen gesetzt, sodass ich auch Abends, kurz vor dem einschlafen immernoch denken konnte "nur noch ein Kapitel", ohne dass ich dann letztendlich doch bis nachts um 2 lesen "musste". ;-)

Wertung: 5 von 5 Sternen!

Ein herzliches Dankeschön an den KNAUR-Verlag, für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares!!

Kommentare:

  1. Mir gefiel das Buch auch, allerdings nicht ganz so sehr wie dir. Mir fehlte am Anfang etwas spannung, denn in meinen Augen begann es wie ein Bericht und wird es dann richtig mitreißend. :)

    Meine Rezension dazu gibt es morgen.

    Und jetzt stehe ich hier wieder und kann mich nicht entscheiden was ich als nächstes lesen soll... so ein Mist! xD

    Liebe Grüße
    Sarah

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  2. Okay. Meine Rezension ist jetzt online, wenn auch nicht ganz so lang wie deine. ;)

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    1. Ich hab sie schon gelesen, danke für den Hinweis! Ich mochte Deine Rezi sehr, irgendwie schaffst Dus ja immer das auszudrücken, was ich in meiner Rezi nicht sagen kann :D

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    2. Hihi, danke. Wobei ich immer eine Rezi schreibe und manchmal echt nicht weiß was ich schreiben soll ... dann 1-2 Tage später denke ich "Ja, scheiße, da hätte noch das und das reingekommt und das hätte ich wohl anders schreiben können." blablabla xD Aber ich lasse es eigentlich immer wie es ist. Soll mir ja nicht all meine Zeit klauen und wenn ich meine uralten, ersten "Rezensionen" ansehe bin ich schon froh, dass ich so nicht mehr schreibe. xD

      Achja und Melanie Hinz hab ich übrigens gerade durch. "Unerwartet" war dieses mal ein weniger konventionelles Thema. Puh. Schmaler Grad - gut balanciert und doch überzeugt. (Und für meine Rezi guck ich dann nochmal was ich dir hier gerade getippselt hab *lach*)

      Liebe Grüße
      Sarah

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