Freitag, 25. Oktober 2013

[BuchMesse] Mein Bericht zur Frankfurter Buchmesse 2013!

(c) by Bookilicious

Auch wenn es etwas verspätet kommt, hier nun mein Bericht zur Frankfurter Buchmesse:


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Dieses Jahr besuchte ich die Frankfurter Buchmesse am Messe - Samstag mit meinem Freund, der allerdings mit Büchern normalerweise eher wenig anfangen kann. Auf mein erfreutes "Aufquieken", als ich Wolfgang Hohlbein im Signierzelt erblickte, kam von ihm nur der Kommentar: "Wer?", was uns einen sehr amüsierten Blick einer Besucherin vor uns einbrachte. Ich persönlich fand es wahnsinnig toll, diesen bekannten und berühmten Autor, von dem ich immerhin einige Bücher gelesen habe (allerdings vor meiner Blogger-Zeit), mal persönlich zu "treffen" und wenigstens ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Die (wohl Bloggerin) vor mir, stellte ihm auch einige Fragen, die auch für mich nicht uninteressant waren - was mich gerade auf die Idee bringt, mal zu gucken, ob ich ihren Blog wiederfinde!


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Ansonsten irrten wir hauptsächlich durch Halle 3 und schauten uns die verschiedenen Verlage an, auch wenn es wegen des großen Andrangs oft eher ein Durchquetschen und -schieben war. Leider waren für mich dieses Jahr keine wirklich interessanten Autorenlesungen (am Samstag) verfügbar, einen Blick konnte ich jedoch auf Michelle Raven und Stefanie Ross werfen! Leider muss ich zugeben, dass ich von beiden Autorinnen bisher nichts gelesen habe, dies will ich jedoch unbedingt noch nachholen!


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Sehr interessant und spannend fand ich dieses Jahr auch wieder die verschienenen Cosplayer, die zahlreich vertreten waren! Auch wenn ich diesem "Hype" wahrlich nichts abgewinnen kann, so finde ich es doch immer wieder erstaunlich, was für Kostüme dort zu sehen sind und allein dies ist auf jedenfall immer eine Reise wert!  

Insgesamt muss ich sagen, dass sich der Besuch der Frankfurter Buchmesse dieses Jahr wieder gelohnt hat, für nächstes Jahr sollte ich mir allerdings eher einen Plan basteln, auf dem die ganzen Autorenlesungen etc. verzeichnet sind, denn dieses Jahr irrte ich ziemlich planlos umher und wusste nicht so recht, wo was los war und was ich evtl verpassen könnte! 

Donnerstag, 24. Oktober 2013

[Rezension] Heike Eva Schmidt - Die gestohlene Zeit

Inhalt
Wir schreiben das Jahr 1986 und die Studentin Emma begibt sich als Betreuerin mit auf eine Klassenfahrt einer zwölften Klasse. Tief in den Bergen ergibt es sich nun, dass Emma und zwei ihrer Zöglinge auf einen Zwerg treffen - dessen Existenz die drei komplett verwirrt. Durch einen Zufall findet Emma dann schließlich einen goldenen Ring, den der kleine Mann verloren zu haben scheint, doch das Glück ist ihr nicht lange hold - Udo, einer ihrer Schüler entreißt ihr das Schmuckstück und türmt, seinen besten Freund Frank im Schlepptau. Bald darauf tauchen einige Zwerge auf und entführen die Studentin ins tiefe Bergreich, zu ihrem König Laurin, denn er ist der Meinung, sie sei seine verloren geglaube Braut. Die Hochzeit wird angesetzt und nun kann Emma nur noch ein Wunder helfen...

Erster Satz des Buches
"Sie kamen."

Zitate
" >Sag mal, Udo, bist Du eigentlich in der fünften Klasse von der Baumschule aufs Gymnasium gewechselt?<, fragte ich im freundlichen Plauderton.
>Hä, wieso?<, sprang Udo prompt darauf an. 
>Na ja, irgendwo müssen solche Gehirn-Bonsais wie Du ja wachsen.<, gab ich zur Antwort."

"Doch was schließlich mit einem unwilligen Laut hinter den Körben auftauchte, war kein Zwerg. Es war Thomas Anders vom Duo Modern Talking. Das war jedenfalls mein erster, flüchtiger Eindruck im dämmrigen Licht, dass ein paar rauchende Talglichter spendeten. Endlich war klar, wo er nach der Trennung von Dieter Bohlen geblieben war, ging mir durch den Kopf."

Fazit 
"Die gestohlene Zeit" ist ein Roman der Autorin Heike Eva Schmidt, von der ich vor einiger Zeit den Roman "Purpurmond" mit Begeisterung las und rezensierte (*klick* )! Als der Verlag Droemer Knaur mir nun vor einigen Monaten eine Pressemitteilung schickte und mir darin nun "Die gestohlene Zeit" als Rezensionsexemplar anbot, sagte ich natürlich begeistert zu!

In dem Roman geht es auch dieses Mal wieder fantastisch zu, dieses Mal befinden wir uns jedoch nicht im Reich der Hexen, sondern in dem der Zwerge. Eigentlich mag ich solch typische "Zwergen-Romane" ja nicht so gerne, doch ich war mir sicher, dass mir der Roman von dieser Autorin zusagen würde - und ich sollte rechtbehalten! "Die gestohlene Zeit" ist keiner dieser Romane, in der man sich nur in der Zwergenwelt befindet, viel mehr begleiten wir die Studentin Emma auf ihrer Reise durch die Berge und ihr zufälliges Zusammentreffen mit dem Zwergen und schließlich dem König, Laurin. Dieser hat nichts eiligeres zu tun, als Emma ehelichen zu wollen, da er sie 
für seine entlaufene Braut Similde hält, deren Geschichte wir direkt zu Beginn des Buches erzählt bekommen. Doch da kennt er Emma schlecht, denn sie versucht mit allen Mitteln und Wegen dem Zwerg zu entkommen, mit Hilfe des Koches Jonathan, der ihr in den tiefen des Berges begegnet. Durch einen tückischen Kniff gelingt es den beiden schließlich, dem bösartigen Zwergenkönig zu entkommen, doch in ihrer Welt erwartet sie eine Überrschung: in den paar Tagen, die in der Zwergenwelt vergangen sind, vergingen in der Oberwelt ganze 30 Jahre! Schwer geschockt versuchen die beiden nun in der "neuen Welt" zurechtzukommen, was auf Grund der neuen Technologien nicht ganz einfach ist und den Leser das ein oder andere Mal zum schmunzeln bringt! Außerdem werfen die Stunden an der Oberwelt noch einige Überraschungen auf, mit denen die beiden erst einmal zurechtkommen müssen - denn bei ihrer Flucht aus dem Berg wurden sie beide von König Laurin verflucht und nur der verlorene goldene Ring kann sie retten...

So begeben sich die beiden auf die Suche nach Emmas alten Freunden und Bekannten, die ihnen nicht nur dabei helfen sollen, im neuen Jahrtausend zurechtzukommen, sondern auch das wertvolle Schmuckstück zu finden!

Emma war mir direkt sympathisch, sie wirkt offen und Kontaktfreudig und ihr Humor, den sie hin und wieder an den Tag legt, lässt den Leser doch mehr als einmal schmunzeln, oder gar auflachen (siehe Zitate). Sie lässt sich durch nichts unterkriegen und man kann sich wunderbar in sie hineinversetzen! Koch Jonathan, den sie im Reiche von König Laurin kennenlernt, stiehlt ihr Herz schneller, als es ihr bewusst ist und genau das macht die zarte Lovestory, die sich zwischen den beiden entwickelt, so überaus realistisch und authentisch. Jonathan, der schon sehr lange in den Bergen, bei den Zwergen haust, wirkt zwar anfangs etwas seltsam, taut jedoch nach und nach immer mehr auf und mogelt sich so direkt ins Herz eines jeden Lesers!

Emmas beste Freundin Caro, mit der sie vor der Reise in die Berge im Studentenwohnheim ein Zimmer teilte, lernen wir erst sehr spät im Buch persönlich kennen, ihre Tochter Lilly vertritt sie jedoch wunderbar und wenn man Emmas Beschreibungen glauben schenkt, so hat man mit Lilly die jüngere Ausgabe von Caro vor sich sitzen. Beide sind von ihrer Art her nicht nur herzensgut, sondern auch bereit, alles für Emma zu tun und ihr mit allen Mitteln und wegen zu helfen.

Die Schüler Udo und Frank, sowie der Lehrer, Herr Spindler, spielen sowohl in den 1986'er Szenen, als auch in der Gegenwart (in dem Fall allerdings 2014) eine große Rolle. Während die ersten beiden nahezu abstoßend sind, obwohl sie sich in ihrer Art her keinesfalls gleichen, ist Lehrer Spindler ein herzensguter und humorvoller Mann, den ich mir als Leser hin und wieder gut als Opa vorstellen konnte, den man einfach nur lieb haben muss!  

König Laurin und sein Gefolge fand ich sehr interessant, denn nicht nur das Aussehen der, scheinbar überaus hässlichen, Gestalten wird detailgetreu beschreiben, sondern auch das Verhalten und die - nenne wir es mal - "Wohnsituation". Ich persönlich konnte mir diese grässlichen Biester jedenfalls richtig gut vorstellen und auch die Idee, die mit dem Rosengarten verbunden ist, bzw. wie Emma überhaupt in Laurins Reich gelangt, fand ich äußerst einfallsreich. 

Insgesamt kann ich euch diesen Roman nur wärmstens empfehlen, denn er entspricht genau dem, was man von einem guten Fantasyroman erwartet: er ist spannend, etwas übersinnlich, hat sehr sympathische Charaktere, viel Humor und einen wundervollen Sprachstil. Die Autorin hat sich mit diesem Roman wieder selbst übertroffen und ich bin gespannt, was uns in Zukunft noch erwarten wird!

Wertung: 5 von 5 Sternen!

Ein herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Gewonnen] Blogger schreiben geschichte - und ich bin dabei!!!

Wie vielleicht der ein oder andere mitbekommen hat, gab es vor einigen (gefühlt hunderten) Wochen ein Gewinnspiel auf Blogg Dein Buch, bei dem die Blogger nun einmal selbst als Autoren tätig werden durften. Dabei hatten sie nicht nur die Chance, ihre Geschichte als einer von 10 Bloggern in einer Anthologie veröffentlicht zu bekommen, sondern auch die "Hasenschule" zu unterstützen, einer Art Förderschule, die Kindern und Erwachsenen bei Leseschwäche etc. helfen soll! Meinen Beitrag von damals findet ihr hier!


Vorgestern erhielt ich dann eine Mail, in der ich erfuhr, dass ICH unter den ersten 10 sei und meine Geschichte mit veröffentlicht wird! :) :) :) Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe!! Außerdem bekam ich den Blog Award von Blogg Dein Buch verliehen! :D :D :D





Hier nochmal der Auszug meiner Geschichte "Intensiv":
"Jemand, oder etwas, beobachtete mich, da war ich ganz sicher. Meine Nackenhaare stellten sich auf, meine Bewegungen wurden hektisch und ungelenk und ich hatte das Gefühl, dass mir jeden Moment etwas Fürchterliches zustoßen würde. Ich fuhr herum, doch auch dieses Mal stand niemand hinter mir."


Wer die ganze Geschichte lesen möchte, der muss leider warten, bis das Buch/Ebook erscheint :P Über eine Resonanz (oder sogar eine kleine Rezension? :D ), wenn jemand die Geschichte gelesen hat, würde ich mich wahnsinnig freuen! 

Hier gehts zur Seite von Blogg Dein Buch und den anderen Gewinnerinnen <3

Mittwoch, 16. Oktober 2013

[AktuelleLektüre] Ich lese gerade...

Heike Eva Schmidt - Die gestohlene Zeit

Verlag: Droemer Knaur
Preis: 12,99 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3426513118
Seitenzahl: 446 Seiten
Veröffentlichung: Oktober 2013

Hier kaufen: Amazon, buecher.de

Inhalt

Auf einer Bergwanderung im Jahr 1987 findet Emma einen geheimnisvollen Ring, nichtsahnend, dass dieser dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende nehmen ihr den Schmuck ab und türmen, doch auf einmal taucht eine Horde Zwerge auf, die Emma in Laurins unterirdisches Reich verschleppen. Dort trifft sie Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, aber Laurin belegt sie mit einem grausamen Fluch. Zurück in der Oberwelt stellt Emma schockiert fest, dass inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind. Um den Fluch zu lösen, müssen sie und Jonathan den Ring wiederfinden - aber wie sollen sie die beiden Diebe nach all den Jahren ausfindig machen? (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)
 
 
Kurzfazit
Nach etwa 150 Seiten muss ich sagen: Bisher gefällt mir das Buch sehr gut, es ist spannend und sehr märchenhaft, aber die Zwergengeschichte überwiegt nicht, wie in diversen anderen Fantasy-Romanen, was mir das Buch noch sympathischer erscheinen lässt. Die Protagonisten, die man im bisher kennengelernt hat, sind sehr sympathisch und im Laufe des Romanes lernt man sie sehr viel besser kennen, sodass man all ihre Beweggründe und Handlungsweisen super nachvollziehen kann. Ich bin auf jedenfall gespannt, wie es mit Emma und Jonathan weitergeht und wie sie sich in der "neuen Welt" zurechfinden werden!
 
 

Donnerstag, 10. Oktober 2013

[Rezension] Khaled Hosseini - Traumsammler

Inhalt
Als Pari (3 Jahre alt) und ihr Bruder Abdullah (10 Jahre alt) mit ihrem Vater einen langen Fußmarsch nach Kabul unternehmen, wissen sie noch nicht, was sie am Ende des ganzen erwartet: eine herzzerreißende Trennung, die nicht nur das Leben des älteren Bruders, sondern auch der kleinen Pari nachhaltig verändern wird...

Erster Satz des Buches
"Ihr wollt eine Geschichte hören? Gut, ich erzähle euch eine."

Zitate
"Ich begriff, dass die Welt nicht in einen hineinschauen kann, dass sie keinen Pfifferling auf die Hoffnungen, Träume und Sorgen gibt, die sich hinter Haut und Knochen verbergen. So einfach, so absurd und auch so grausam es klingen mag. Meine Patienten wussten das. Sie wussten genau, wer sie waren, sein würden oder sein konnten, sie wussten, dass dies von der Symmetrie ihres Knochenbaus abhing, von dem Abstand zwischen ihren Augen, der Länge ihres Kinns, der Neigung ihrer Nasenspitze und von der Frage, ob sie den idealen nasofrontalen Winkel besaßen oder nicht. Schönheit ist ein großes, unverdientes, nach einem sinnlosen Zufallsprinzip verteiltes Geschenk."

"Ich fand eine kleine, traurige Fee
 Im Schatten eines Baums am See.
 Ich weiß eine kleine, traurige Fee,
 Die wurde vom Wind davongeweht."

Fazit
"Traumsammler" ist ein Roman des Autors Khaled Hosseini, der vorallem durch seinen Roman "Drachenläufer" bekannt wurde. Ich persönlich habe vorher noch nie einen seiner Romane gelesen, eben erwähnten jedoch schon oft in den Händen gehalten und überlegt, ob ich ihn nicht lesen sollte. Trotzdem war ich mir immer unsicher und so entschied ich mich meistens dann für andere Bücher, von denen ich sicher war, dass sie mir gefallen würden. Bei diesem Roman hatte ich nun das Glück, als "Buchflüsterer" ausgewählt zu werden, der diesen Roman rezensieren darf, worüber ich mich sehr freute. Vermutlich wäre "Traumsammler" sonst ebenfalls nie in meinem Bücherregal gelandet und damit hätte ich auf jedenfall etwas verpasst. Aber lest selbst...

Der Roman beginnt mit einer Geschichte, die Vater Saboor seinen beiden Kindern Pari und Abdullah erzählt. Sie handelt von einem Dämon, der regelmäßig in ein Dorf kommt und dort eines der Kinder einer Familie verlangt. Gibt der Vater keines seiner Kinder heraus, nimmt er der Familie alle Kinder weg. Baba Ayub, der Hauptprotagonist dieser Erzählung, ist dieses Mal an der Reihe und muss sich nun entscheiden, welches seiner liebsten Kinder er abgeben "möchte"... denn sonst verliert er alle miteinander. Ich persönlich fand diese Geschichte genau richtig, um einen Zugang zur Geschichte zu bekommen, denn oftmals fällt es mir schwer, mich in manche Romane einzulesen. Hier fiel dies durch diese wunderbare Einleitung jedoch überhaupt nicht schwer und man versinkt richtiggehend in der wunderbaren Erzählkunst von Vater Saboor. 

Am Ende der Geschichte lernen wir schließlich unsere momentanen Hauptprotagonisten, Pari, Abdullah und Saboor besser kennen und begleiten sie auf dem Weg nach Kabul. Der Sinn der langen Wanderung nach Kabul erschließt sich dem kleinen Abdullah schließlich schneller, als er lieb ist, denn anstatt der Arbeit auf der Baustelle, der sich Vater Saboor eigentlich widmen wollte, endet der Aufenthalt der Familie damit, dass Tochter/Schwester Pari bei einer reichen Familie aufgenommen wird. Saboor verkauft schweren Herzens seine geliebte Tochter, um der Familie das auskommen über den Winter zu sichern und zerbricht dabei ein Stück weit auch sein eigenes Herz. Diesen Schritt fand ich außerordentlich heftig, ein Stück weit konnte ich es jedoch auch nachvollziehen, denn das Leben in Afghanistans Weiten ist hart und heftig, besonders im Winter. Saboors Sohn, den ihm seine Frau und Paris/Abdullahs Stiefmutter Parwana im letzten Herbst geschenkt hatte, verstarb schon bald, da sich die Familie keine warmen Decken und Kleidung leisten konnte und dies versucht Saboor nun beim neu geborenen Iqbal zu verhindern - zum Preis des Verlustes seiner kleinen Tochter. Es ist jedoch, trotz dessen, dass ich es etwas nachvollziehen kann, ein Schritt, der sehr viel Abwägen beinhaltet, schließlich verkauft er seine Tochter, zu Gunsten seines neugeborenen Sohnes! Undenkbar, dass es so etwas auf der Welt tatsächlich gibt!

Pari wächst nun bei der Familie Wahdati auf, in dem Glauben, dass es sich hierbei um ihre wahren Eltern handelt und erinnert sich somit auch nicht mehr an ihr "frühkindliches" Leben.

Sehr interessant fand ich an diesem Roman vorallem die Tatsache, dass er nicht nur zusammenhängend verläuft und das Leben eines Protagonisten genauer ins Auge fasst, vielmehr wird in nahezu 50 Jahren das Leben von einigen Menschen und Familien durchleuchtet und deren Zusammenhang somit immer deutlicher gemacht. Auch wenn es stellenweise sehr verwirrend war, sich immer wieder an mehr oder weniger neue Figuren gewöhnen zu müssen und deren Leben über Jahre und Jahrzehnte zu verfolgen, so macht es diesen Roman dann doch zu etwas außergewöhnlichem, einer wahren Familienchronik sozusagen. 

Wir erfahren so viel über Pari, Abdullah, Saboor, den Onkel Nabi, Stiefmutter Parwana und ihre Schwester, den Arzt Markos, der sehr viel später auftritt, die Familie Wahdati, die Pari aufnimmt und ettliche andere Personen, dass man wahrhaftig das Gefühl hat, über die Jahre mitzureisen und alles als kleiner Zuschauer in der Ecke mitzuerleben. Besonders faszinierend fand ich die Tatsache, dass genau so etwas irgendwo auf der Welt (z.B. in Afghanistan) durchaus so passiert sein könnte und wir wohl im unklaren darüber bleiben werden, welche Teile der Geschichte tatsächlich irgendwie mit dem Leben des Autors verknüpft sind. Man kann allerdings nicht sagen, dass Khaled Hosseini bei seinen Erzählungen über die einzelnen Protagonisten chronologisch vorgeht, er springt - natürlich erst nach Beendigung der jeweiligen Geschichte - in den Zeiten und zwischen den Personen hin und her, ohne dass es einen erkennbaren roten Faden gibt. Nur eines ist dabei gewiss: Alle haben irgendwie wieder etwas mit der Ursprungsfamilie zu tun, nämlich der Familie von Saboor, Pari und Abdullah. 

Abschließend kann ich euch diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen, denn die Erzählkunst des Autors ist nicht nur bemerkenswert, er schafft es auch eine kleine, eigene Welt zu stricken, in der sich der Leser sofort zuhause fühlt und sich stets als eine Art Familienmitglied sehen kann. Die Vernetzungen der einzelnen Personen sind wundervoll und alles ergibt früher oder später einen Sinn, auch wenn es hin und wieder nicht so ganz den Anschein macht. Die Ausschmückungen der einzelnen Charaktere und deren Wesenszüge sind faszinierend und besonders die Figur der Nila Wahdati konnte mich auf Anhieb fesseln. Die Beschreibungen der einzelnen Plätze und Figuren ist so detailiert, dass ich euch von einigen Dingen ein Bild zeichnen könnte oder - sofern ihr mit mir nach Afghanistan reisen würdet - manche Plätze sofort wiedererkennen würde. Alles in allem kann ich sagen, dass ich durchaus positiv überrascht bin von diesem Roman, den ich von alleine wohl immer und immer wieder ins Bücherregal zurückgestellt hätte und bitte euch daher: Lest ihn und macht euch ein eigenes Bild davon!


Wertung: 5 von 5 Sternen!