Samstag, 17. Mai 2014

[Rezension] Poppy J. Anderson - New York Titans 07 - Unverhofft verliebt

Inhalt
Claire ist frustriert, als sie erkennen muss, dass es mit ihr und den Männern doch nicht so recht klappen mag. Während jeder um sie herum eine glückliche Beziehung oder Ehe führt und mit Kindern gesegnet ist, hat die Männerwelt für Claire lediglich einen Flirt übrig und davon hat sie gehörig die Nase voll! Trotzdem will Claire ein Baby und scheut sich auch nicht, sich bei einer Samenbank zu informieren, um sich ihren Wunsch zu erfüllen. Als sie dann aber einen One-Night-Stand mit einem völlig Fremden hat und davon schwanger wird, scheint ihr Problem gelöst - eigentlich...

Erster Satz des Buches
"Ich habe einen Plan."

Zitate 
"In den vergangenen Monaten, wenn nicht sogar Jahren, hatte sie einige Männer kennengelernt, von denen manche sogar richtig nett gewesen waren. Sie hatten einige Beziehungen geführt, die manchmal länger und manchmal kürzer gedauert hatten. Doch niemals war der richtige Mann für sie dabei gewesen. Nie war der Mann dabei gewesen, mit dem sie hätte alt werden können. Bisher hatte sie keinen Mann getroffen, der ein heißes Glücksgefühl oder ein atemloses Sehnen in ihr ausgelöst hatte."

Fazit 
"Unverhofft verliebt" ist der siebte Band der New York Titans Reihe von Poppy J. Anderson. Wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass ich die Romane von Poppy liebe und daher jeden einzelnen nahezu verschlinge. Aus diesem Grund musste es natürlich auch der siebte Band sein, den ich wieder innerhalb kürzester Zeit verschlang.

Claire ist 33 Jahre alt und fühlt sich in ihrer Welt ziemlich einsam. Ihre Freundinnen und Freunde sind alle glücklich verheiratet und haben Kinder - das, wonach sich Claire verzweifelt sehnt. Die Männersuche jedoch scheint erfolglos zu bleiben, denn wenn sie einen netten Mann trifft, ist er meistens nur auf ihren hübschen Körper aus und an einer Beziehung nicht interessiert. Das gibt ihr das Gefühl, niemals genug zu sein und immer nur als kurzfristiger Lückenbüßer zu fungieren, bis der jeweilige Mann die richtige Frau zum heiraten gefunden hat. Ausschlaggebend für diese Denkweise war ihr Jugendfreund Lance, der sie irgendwann sitzen ließ und ihr genau das mitteilte: Du bist nicht gut genug für mich. Ich persönlich fand Claire schon in den Vorgängerromanen absolut sympathisch. Auch wenn sie ganz zu Beginn etwas oberflächlich wirkte, so bekam man schon in den letzten Romanen mit, dass sie dies ganz und gar nicht ist, auch wenn sie peinlichst genau auf ihr äußeres achtet. Auch dies hat seine Ursache tief in ihrer Vergangenheit verwurzelt und wenn man sich ihre Geschichte so anschaut und das ganze überdenkt, so versteht man sie zweifellos. Claire wirkt hilflos, etwas eingeschüchtert von der Männerwelt und verdammt einsam und auch wenn sie zahlreiche gute Freunde um sich versammeln kann, hat das ganze immer einen bitteren Beigeschmack. Als ihr die Suche nach dem richtigen irgendwann zuviel wird, beschließt sie, sich an eine Samenbank zu wenden, denn mit einem Baby könnte sie glücklich werden. Männer braucht man nicht, zum glücklich sein und da sie den richtige dafür eh niemals finden wird, ist sie der Meinung, wenigstens ein Baby könnte ihre einsame Welt ein bisschen bunter gestalten.

Als sie trotzdem beschließt, sich auf ein Date einzulassen, wird sie scheinbar versetzt und sitzt ausgerechnet am Valentinstag mutterseelenallein in einer Bar. Dort trifft sie auf den attraktiven Grant, der ihr von Anfang an ausnehmend gut gefällt und von ihr auch nicht abgeneigt zu sein scheint. Obwohl Claire nur selten einen One-Night-Stand hat, beschließt sie, dass dieser Mann durchaus der richtige für dieses kleine Abenteuer sein könnte und so begleitet sie einen wildfremden Mann auf sein Hotelzimmer. Dort verbringen sie wohl einige heiße Stunden und Claire schleicht sich am nächsten Morgen, leise und unbeobachtet, im richtigen Moment aus dem Hotelzimmer. Grant war mir anfangs etwas suspekt. Er wird beschrieben, als sei er der optisch der reinste McDreamy, sein Charakter bleibt jedoch sehr im verborgenen. Er ist schweigsam, unnahbar und doch scheint er Claire recht schnell für sich gewinnen zu können. Später erfährt man, dass One-Night-Stands eigentlich gar nicht so sein Ding sind und noch einiges mehr, was dazu führt, dass wir ihn Schritt für Schritt besser kennenlernen. Nach einiger Zeit wird uns dann recht schnell klar, dass seine abweisende und unnahbare Art und Weise einen triftigen Grund hat und auch wenn es anfangs schwer vorstellbar ist, so entwickelt sich Grant zu einem charmanten und sympathischen Mann, der eigentlich gerne glücklich wäre - sich selbst dabei aber am meisten im Weg steht.

Einige Wochen nach ihrer Begegnung mit Grant offenbart Claire dann ihrer besten Freundin Liv, dass sie glaubt schwanger zu sein, während sie von heftiger Übelkeit geplagt auf dem Sofa liegt. Nachdem Liv erst einmal etwas verwirrt reagiert, freut sie sich für ihre Freundin, besonders weil diese sich ja so sehr ein Baby gewünscht hat! Claire hingegen ist eher unsicher, denn nun ist sie sich gar nicht mehr so sicher ist, ob sie ein Kind auch tatsächlich alleine aufziehen kann. Auf einen Rat hin wendet sie sich schließlich an eine Frauenarztpraxis und vereinbart einen Termin, der ihr zuerst einmal die Sicherheit geben soll, dass sie tatsächlich schwanger ist. Dort begegnet sie Grant, der kein anderer ist, als ihr behandelnder Gynäkologe...

Die Geschichte zwischen Claire und Grant beginnt nur sehr langsam und man weiß lange nicht, wie das ganze ausgehen wird. Grant ist abweisend und scheint sich ganz und gar nicht darüber zu freuen, dass er so unverhofft Vater wird! Im Grunde verständlich, denn Claire und Grant kennen sich kaum, doch das ist nicht der einzige Grund, warum der zukünftige Vater so abweisend reagiert. Besonders interessant fand ich in diesem Fall wieder die Tatsache, dass das Klischee voll bedient wird, in dem Frauen stets die Rolle des Flittchens zugesprochen kriegen, denn wer einen One-Night-Stand hatte, hat bestimmt auch jede Menge anderer! Der Mann hingegen ist der Unschuldige, der das einfach mal so tut und keinerlei Rechtfertigung dafür aufbringen muss, ganz im Gegensatz zum weiblichen Geschlecht. Claire wehrt sich massiv gegen diese Vorwürfe und ist empört bis tief getroffen, von diesen Behauptungen. Man kann sie sehr gut verstehen und ich persönlich kann ihr Verhalten und ihre Gefühlswelt durchaus nachvollziehen. Jeder von uns wäre wohl empört, wenn man sich ein einziges Mal einem solchen Abenteuer hingibt und sich im Endeffekt anhören muss, dass man ja nicht wisse, mit wie vielen Männern man diese Spielchen treibt!

Insgesamt kann ich euch diesen Roman nur absolut empfehlen, denn er entspricht absolut dem bekannten Standard der Autorin. Die Charaktere sind wundervoll, man hat mehr als einmal etwas zum lachen, taucht tief in Claires Gefühle ein und die Thematik regt dann doch ein bisschen zum nachdenken an.

Wertung: 5 von 5 Sterne!

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