Donnerstag, 25. September 2014

[Ebook - Rezension] Gabriel Namara - Claires Bestrafung



Inhalt
Bob "Oscar" Kisiensky ist ein Junge, der von seiner Mutter stets nur schikaniert wird. Er lernt einzig aus ihren Bestrafungen und Liebe ist für ihn ein Fremdwort - eigentlich, denn er liebt die schöne Nachbarstochter Claire. Doch Claire ist unnerreichbar für ihn, sagt zumindest Bob's Mutter und redet ihm damit ein, dass kleine dicke Jungen niemals eine Chance haben, bei solch hübschen Mädchen. Eines Tages begegnet er Claire auf der Straße und seltsamerweise weiß sie nicht nur ganz genau, was im Hause Ksiensky abläuft, sondern zeigt auch noch eine Menge Mitgefühl, mit dem gepeinigten Jungen. Was Bob nicht weiß: es handelt sich um einen Hinterhalt und das End vom Lied ist, das Bob gefesselt im Keller seines Elternhauses sitzt und seine Hoden mit dem Hammer zertrümmert bekommt - von seiner eigenen Mutter. 

Bald schon ist Bob's bzw. Oscars einziges Ziel die Rache an Claire, doch dafür muss er üben. Üben, bis er gut genug ist, um Claire angemessen zu bestrafen. 

Erster Satz des Buches
"Atme. Er beobachtete das geschundene Reh, wie es da lag und atmete."

Fazit
"Claire's Bestrafung" ist der erste Teil der Trilogie um Claire und Bob/Oscar, von Gabriel Namara. Eigentlich wollte ich mich ja von Ebooks im Allgemeinen eher distanzieren, da ich aktuell keinen Ebook-Reader mehr zur Verfügung habe, mir das Lesen auf dem Iphone zu anstrengend ist und ich mir eigentlich auch keinen Ebook-Reader mehr zulegen wollte. Wie es jedoch in aller Regel so ist, bekommt man genau dann von manchen Büchern vorgeschwärmt oder soviel erzählt, dass man sie einfach lesen MUSS. So war es auch bei "Claire' Bestrafung", der Übeltäter war dieses Mal meine eigene Mutter. Genau wie ich war sie schon immer eine Leseratte, ist jedoch eher im Bereich Krimi/Thriller unterwegs. Im Grunde lese ich dieses Genre auch ganz gerne, muss aber auch wirklich Lust darauf haben, sonst wird das nix, mit dem Buch und mir. Von diesem Roman erzählte sie mir jedoch so viel, dass ich neugierig wurde und einfach anfangen musste zu lesen!

Bob ist ein dicklicher Junge in der Pubertät, der unter den Quälereien seiner Mutter massiv zu leiden hat. Schon zu Beginn des Buches bekommen wir einen Einblick in die Erziehungsmaßnahmen dieser Frau und schon die ersten Seiten versetzen einen als Leser in einen Zustand, der wohl mit nichts besser als Fassungslosigkeit und Kopfschütteln zu beschreiben wäre. Bobs Mutter backt dem Jungen, den sie ohnehin für zu dick hält, einen Schokoladenkuchen, den er ganz aufessen muss - ob er will oder nicht. Tapfer stopft Bob Stück für Stück in sich hinein und als das letzte Stück geschafft ist, übergibt er sich postwendend auf den blankgeputzten Linoleum-Boden. Der Kommentar seiner Mutter, der auf diese Aktion hin folgt ("Du bist so ekelhaft fett. Dicke Jungs kriegen keine hübschen Mädchen. Daran solltest Du denken, wenn Du Dich so vollstopfst, Du verfressenes, kleines Hündchen. Du bist genau wie Dein Vater. GENAU SO wie Dein Vater.") fördert nun auch den Brechreiz des Lesers und ich für meinen Teil fühlte mich ein bisschen schlecht, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Ich wollte wissen, was weiterhin mit Bob passiert. In diesem Stadium empfindet man noch Mitleid, mit dem armen, gequälten, misshandelten Jungen, der wohl sein Leben lang schon nichts als Schikane ertragen musste. Wie ihr vielleicht ahnt, bleibt es nicht dabei, dass Bob nur essen muss, bis es ihm sinngemäß aus den Ohren kommt, er
muss es natürlich auch noch aufwischen. Und am nächsten Morgen nochmal darüber wischen. Und die Küche putzen, während seine Mutter Kuchenteig auf den Boden wirft. Und die Reste auflecken. Ich könnte diese Reihe endlos weiterführen, doch dann würde ich zuviel vorneweg nehmen und ich bin der Meinung, dass ihr dies definitiv mit eigenen Augen lesen solltet. 


Doch wie sagt man so schön? Ein Unglück bleibt selten allein und so trägt es sich zu, dass Bob das wunderschöne Nachbarsmädchen kennenlernt. Wie durch ein Wunder kennt sie seine Situation zuhause, zeigt Mitgefühl, wie es Bob noch nie erlebt hat und nimmt sich seiner an - doch nicht ohne Hintergedanken. Claire führt den armen Jungen hinters Licht und so trägt es sich zu, dass er sich nicht nur verraten und verkauft fühlt, sonder auch noch körperlich darunter leiden muss. Weil Claire behauptet, Bob hätte sie vergewaltigt, wird er von seiner eigenen Mutter bestraft - mit einem Hammerschlag auf seine Hoden. Wir machen einen Zeitsprung und als Bob, der sich nun Oscar nennt, sich wieder etwas erholt hat, beginnt er zu üben. Zu üben für die Rache an Claire. Und das, ist mehr als grausam... Spätestens ab da verliert man dann aber jegliches Mitleid und jegliche Sympathie, für den armen, gequälten Bob, denn ab diesem Zeitpunkt entwickelt er sich zum Serienkiller par excellence. 

Dieser Roman ist vieles.. Grausam. Blutig. Hardcore. Haaresträubend. Nervenkitzelnd. Aber trotz all der Schaurigkeit absolut genial, denn er verliert nie an Spannung und die Handlung zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Man erfährt nicht nur, was Oscar für bösartige Taten begeht, sondern taucht auch noch in das Leben eines der "Opfer" ein, was die ganze Geschichte noch dramatischer macht. Man fühlt sich der Situation viel näher, erlebt alles auf viel lebendigerer Ebene und fragt sich mehr denn je, welch abartige Fantasie dieser Autor mit sich herumträgt. Trotzdem kann man nicht aufhören zu lesen und dringt ein, in eine Welt voller Gewalt, Tod und Grausamkeit, der man sich nicht so schnell entziehen kann. Dieser Roman ist nichts für zartbeseitete Seelen, bietet aber jedem Hardcore-Horror-Fan einen grandiosen Lesespaß.   


Wertung: 5 von 5 Sterne!

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