Sonntag, 24. August 2014

[Rezension] Hannah Kent - Das Seelenhaus

Inhalt
Agnes Magnúsdóttier lebt in Island und wird im Jahre 1828 angeklagt, mit Hilfe einer weiteren Magd, sowie einem Mann zwei weitere Männer kaltblütig ermordet zu haben. Alle 3 werden sie nun zum Tode verurteilt. Nachdem Agnes einige Zeit in einem Kerker verbracht hat, soll sie die restliche Zeit bis zur Hinrichtung auf dem Hof eines Beamten verbringen, dessen Familie entsprechend wenig Begeistert reagiert, sie aber dennoch aufnimmt. Nach und nach gibt Agnes nun ihr Leben preis und bald ahnt die Hausherrin Margrét, dass Agnes vielleicht doch Unschuldig sein könnte...

Erster Satz des Buches
"Sie sagen, ich soll sterben."

Fazit
"Das Seelenhaus" ist ein Roman der Autorin Hannah Kent und beruht auf einer wahren Begebenheit. Da ich, wie ihr vielleicht wisst, zu den Buchflüsterern gehöre, bekomme ich hin und wieder Romane zugesendet und dieses Mal handelte es sich um "Das Seelenhaus". Da mir die Umschlagbeschreibung schon zusagte, war ich doch sehr gespannt, was mich erwarten würde und so begann ich schließlich zu lesen - und wollte nicht mehr aufhören!

Die Geschichte von Agnes fesselt, reißt mit und lässt uns einen Blick in das Island von 1828 werfen - in ein fremdes Land und in ein Leben, das wir uns zur heutigen Zeit nicht mehr vorstellen können. Sie lebt in einer Zeit, in der die Knechte und Mägde mit den Damen und Herren des Hauses in einem Raum schlafen, alles von Hand erledigen und keinerlei Luxus genießen. Der ganze Tag wird damit verbracht, Haus und Gehöft sauber zu halten, Nahrung herbeizuschaffen und sich um die Tiere zu kümmern und nebenbei auch ein Auge auf die Kinder des Hauses zu haben.  Agnes Vergangenheit ist geprägt von Schicksalschlägen, Einsamkeit und harter Arbeit. Niemals konnte sie sich wirklich irgendwo zuhause fühlen, denn die Liste ihrer Anstellungs- und somit Wohnorte ist lang. Agnes ist sehr intelligent, und auch wenn es sich in dieser Zeit nicht gehörte, als Frau eine Schulbildung zu genießen, verfügt sie über allerlei Kenntnisse und Fertigkeiten. Als schließlich beschlossen wird, das Agnes auf dem Kornsáhof untergebracht werden soll, trifft sie bei ihrer Ankunft auf wenig Begeisterung, denn weder die Hausherrin Margrét, noch ihre beiden Töchter Lauga und Steina sind besonders begeistert, eine Mörderin im Haus zu haben. Trotzdem kommt Agnes dort gut zurecht und mit der Zeit versucht sich die ältere Tochter Steina sogar mehr oder weniger mit ihr anzufreunden, ganz zum Misfallen ihrer Mutter. Besonders gut tun Agnes die Stunden mit Pfarrvikar Toti, um den sie bei der Nachfrage, nach geistlicher Betreuung gebeten hatte. Auch wenn der Pfarrvikar ihr Gott nicht wirklich näher bringen kann, so kann sie mit ihm doch aufschlussreiche Gespräche führen und sich ein wenig von der Seele reden. Besonders durch ebendiese Gespräche erfahren wir einiges über Agnes Vergangenheit, ihre Einstellungen zu verschiedenen Themen, sowie ihr Seelenleben, auch wenn sie dies weitgehendst verborgen hält. Trotzdem kann sich wohl jeder von uns zumindest ansatzweise in die Situation dieser Frau hineinversetzen: sie liebt die Arbeit als Magd und versucht über ihre Arbeit auf dem Hof ihr drohendes Urteil zu vergessen doch dies funktionert verständlicherweise jedoch nur mäßig gut. Besonders als sie vom Gnadengesuch einer vermeintlichen Mittäterin erfährt, bricht Agnes zusammen und kann sich nur noch schwerlich von dem Thema ablenken. So gesehen kann man usere Hauptprotagonistin nur bewundern, denn obwohl man nie recht weiß, ob man sie schuldig sprechen kann, bzw. was tatsächlich in der Tatnacht geschah, schlägt sie sich irgendwie durch, erfreut sich an kleinen Dingen und versucht, das Damokles' Schwert über ihrem Kopf einfach zu ignorieren. 

Die Charaktere sind umso faszinierender, wenn man weiß, das all dies auf wahren Tatsachen beruht und natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, zumindest ein bisschen zu recherchieren. Leider wurde ich nicht wirklich fündig, die Informationen waren eher rar gesäht. Allerdings werde ich mich wohl demnächst noch einmal daranmachen und etwas intensiver suchen, denn es würde mich interessieren, was sich sonst noch so zugetragen hat, was in dem Buch vielleicht nicht erwähnt wird! Insgesamt konnte ich mich recht schnell für die Person der Agnes erwärmen, auch wenn sie zu Beginn des Buches von allen als unberechenbares, unverschämtes Weibstück beschrieben wird, das nicht zu bändigen ist und keine Grenzen kennt. Wie diese Personen jedoch dazu kommen, weiß ich bis heute jedoch nicht, denn mir begegnete Agnes stets als zuvorkommende, fleißige junge Magd, auch wenn sie bei Ankunft auf dem Hof doch ein eher fragwürdiges Erscheinungsbild abgab. Auch Pfarrer Toti war mir recht schnell sympathisch, handelt es sich bei ihm doch um einen sehr jungen Pfarrvikar, der mit der Betreuung einer Todgeweihten zu Anfang nur wenig zurechtkommt. So manches Mal denkt er darübr nach, die Flinte ins Korn zu werfen und ihre Betreuung an einen erfahrenen Pfarrer abzugeben, doch jedes Mal hält ihn sein Pflichtbewusstsein zurück und so bleibt er doch dabei, die "junge" Agnes zu betreuen. Die Familie des Kornsáhof ist ein bunt zusammengewürfeltes Völkchen: Mutter Margrét, die an einer Lungenerkrankug zu leiden scheint, die ihr schwer zu schaffen macht, der Vater, der stets unterwegs ist, weil er seiner Arbeit nachgeht, den beiden Töchtern Lauga und Steina, die eine hasst Agnes und ist von Eifersucht geplagt, die andere bewundert Agnes und versucht ihr eine Freundin zu sein, sowie einige Mägde und Knechte, die Agnes ihr kurzes Dasein auf dem Hof nicht immer leichter machen. 

Schlussendlich muss ich euch dieses Buch einfach empfehlen, auch wenn ich zu Beginn dann doch etwas kritisch war. Zwar gefiel mir die Buchbeschreibung von Anfang an sehr gut, die Isländischen Namen jedoch schreckten mich ein wenig ab und ich fürchtete, auf allerhand ähnliche Namen zu stoßen, die ich nicht auseinanderhalten kann. Diese Zweifel waren jedoch unbegründet, denn im Grunde muss man sich nur die Vornamen merken, die ja noch recht einfach waren, die Nachnamen konnte man getrost ignorieren. Ich persönlich konnte mich von diesem Buch mitreißen lassen und fand mich sehr oft selbst in Island im Jahre 1828 wieder, wo ich gebannt nebenansaß und das Leben/Schicksal von Agnes betrachtete, welches mich immer wieder beeindruckte, begeisterte und auch abschreckte. In diesem Sinne kann ich euch nur eine klare Empfehlung aussprechen und hoffe, ihr habt genauso viel Vergnügen dabei, wie ich.

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Ein herzliches Dankeschön an Buecher.de, sowie den Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Lust auf eine Lesung der Autorin? Am 11.09.14 in Wiesbaden! -> Klick

Montag, 18. August 2014

[SuB-Nachschub] Ein klitzekleiner Buchkauf!

Das Amazon die Versandkosten auf 29,- pro Bestellung angehoben hat, ist für meine Lesesucht gar nicht gut, denn jedes Mal, wenn ich nur eine Kleinigkeit bestellen will, muss ich jetzt ein Buch mitbestellen :-D Dieses Mal fiel die Wahl auf einen der Romane von Poppy J. Anderson...


Poppy J. Anderson - New York Titans 08 - Auszeit für die Liebe
Sieg auf der ganzen Linie! Quinn Atherton hat alles, was ein Mann braucht, um ein verdammt cooler Typ zu sein. Zum einen lebt er den Traum eines jeden Amerikaners – er ist Profi-Footballspieler und kassiert Millionen dafür, dass er mit einem Lederball unter dem Arm über ein Spielfeld rennen darf, während ihm Tausende von begeisterten Zuschauern zujubeln. Zum anderen umschwärmen ihn heiße Groupies, die schneller ihre BHs öffnen können, als er das Wort Touchdown überhaupt über die Lippen bringen kann. Doch Quinn hat ein Problem. Er hat nämlich keine Lust, sich die Zeit mit Groupies zu vertreiben, sondern will seine Frau zurück - seine entzückende und streitlustige Frau Bryce, die ihn vor die Tür gesetzt und die Scheidung eingereicht hat. Eigentlich hat er keine Probleme, das weibliche Geschlecht um den Finger zu wickeln, doch Bryce stellt die Ohren auf Durchzug und ignoriert seine Entschuldigungen rigoros. Aber die Liebe ist wie ein Footballspiel. Wenn man eine Chance sieht, zögert man nicht lange und rennt einfach los. (Kurzbeschreibung www.amazon.de)

Dienstag, 12. August 2014

[SuB-Nachschub] Ein kleiner Nachschub für meinen geschrumpften SuB!

Vor einigen Tagen bekam ich ein neues Rezensionsexemplar über die Buchflüsterer-Aktion zugesandt.. dies möchte ich euch heute einmal zeigen :)



Das Seelenhaus - Hannah Kent
Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.

Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren.
Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörig­keit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem
Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte.

[Rezension] Birgit Kluger - Lügner küssen besser

Inhalt
Jana ist seit zwei Jahren Single und glaubt nicht daran, dass sie ihre große Liebe noch findet. Ganz anders sehen das jedoch ihre Tarotkarten, denn diese sagen voraus, dass sie ihrem Traummann schon bald über den Weg laufen wird. Doch die Karten sagen auch, dass dieses Glück nur von kurzer Dauer sein soll...

Erster Satz des Buches
"Zweifelnd sah ich die Karte an, die vor mir auf dem Tisch lag."


Fazit 
"Lügner küssen besser" ist die Vorgeschichte zu "Küss niemals Deinen Ex" von der Autorin Birgit Kluger. Da ich schon den Hauptroman gelesen und rezensiert hatte, machte mich die Autorin selbst darauf aufmerksam, dass es einen Vorgänger-Roman gibt - also stürzte ich mich voller Vorfreude auf den Roman und begann zu lesen...


Wie das Wörtchen "Vorgänger" schon beschreibt, bezieht sich dieses Büchlein auf den Roman "Küss niemals Deinen Ex" und bildet sozusagen die Vorgeschichte dazu. Wir befinden uns also in einer Zeit, in der die Protagonistin Jana ihren Freund Lex, der im darauffolgenden Buch schon wieder ihr Ex ist, erst kennenlernt und sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden entspinnt. Leider entpuppt sich diese Angelegenheit allerdings als nicht ganz so einfach, denn Lex ist alles andere als gewöhnlich. Er und Jana lernen sich kennen, als Jana mit schweren Einkäufen nach Hause kommt und die Treppe bewältigen soll, woraufhin er ihr seine Hilfe anbietet. Schon von diesem Moment an merkt man, wie sehr zwischen den beiden die Funken fliegen und als Leser fängt man direkt an, Hoffnung zu schöpfen. Durch die Tatsache, dass wir nicht nur in die Gedankengänge von Jana eintauchen dürfen, sondern auch immer wieder einen kleinen Einblick in Lex' Gedanken- und Gefühlswelt erhalten, erfahren wir, dass auch Lex direkt Gefühle für Jana entwickelt, oder zumindest ein gesundes Interesse an ihr entwickelt. Trotzdem gestaltet sich das ganze sehr schwierig, denn wir wissen etwas, was Jana (noch) nicht weiß: Lex hat einen ganz besonderen Beruf, der es ihm sehr sehr schwer macht, neue Leute (und besonders eine neue Liebe) kennenzulernen bzw. in sein Leben zu lassen...So schleichen die beiden also umeinander und versuchen sich doch aus dem Weg zu gehen, so lange, bis das unvermeidliche passiert... doch wie wird es weitergehen?

Ich persönlich habe mich über die Vorgeschichte zu diesem Roman gefreut, denn es war durchaus mal interessant herauszufinden, wie sich Lex und Jana kennengelernt haben. Auch wenn Lex im Nachfolgeroman nur mehr oder weniger präsent ist, hat er Jana selbst doch stark geprägt. Außerdem erfahren wir, wie sich Jana und ihre quirlige Freundin Vanessa kennengelernt haben und auch wenn ich Vanessa in diesem Roman nicht annähernd so unverwechselbar fand, durfte sie doch nicht fehlen. Insgesamt fand ich diese Geschichte zwar recht interessant und ansprechend, jedoch ging alles recht schnell und auch Janas Charme, der im Nachfolgeband deutlich zu spüren war, blieb hier ein wenig auf der Strecke. Trotzdem kann ich euch diesen Kurzroman nur empfehlen!

Wertung: 4 von 5 Sterne!

Rezension zu "Küss niemals Deinen Ex" -> Klick
Hier gibts "Lügner küssen besser" kostenlos! -> Klick

Montag, 11. August 2014

[Rezension] Elke Becker - Der Mann in Nachbars Garten

Inhalt
Seit einigen Wochen lebt Eva ihrem Traum: Sie wohnt in London und arbeitet in einer Agentur als Grafikerin, doch wie so oft schiebt sich eine dunkle Wolke vor ihr wundervolles Leben: ihr Freund Sascha möchte ihr nicht nach England folgen und lässt sie mutterseelen allein in diesem fremden Land. Enttäuscht stürzt sie sich nur noch mehr in die Arbeit und ist mit feuereifer dabei, bis sie erfährt, dass ihre Eltern einen Autounfall verwickelt wurden und nun ihre Hilfe benötigen! Sie sieht sich gezwungen, in ihr kleines Heimatdorf zurückzukehren und sich dort um ihren Vater zu kümmern, denn ohne eine Frau im Haus kommt dieser nicht zurecht. Dabei riskiert Eva jedoch ihren Traumjob und muss sich nun überlegen, wie sie am besten vorgeht... dabei kommt sie nicht nur heftigst ins Rudern, sondern verliert auch noch ganz plötzlich ihr Herz...

Erster Satz des Buches
"Eva rannte die Treppen zu ihrem Apartment hoch."

Fazit 
"Der Mann in Nachbars Garten" ist ein Roman der Autorin Elke Becker. Wie ihr sicherlich wisst, lese ich oft und gerne Romane ebendieser Autorin und freute mich daher sehr, als sie mich dazu einludt, ihren neuesten Roman zu lesen und zu rezensieren.


Schlagen wir die erste Seite auf, so lernen wir Eva kennen, eine junge, zielstrebige Frau, die genau weiß, was sie in ihrem Leben will. Aktuell befindet sie sich in ihrer Wohnung in London und kann es kaum erwarten, ihrem Freund Sascha zu erzählen, dass sie ihr Grafiker-Projekt erfolgreich abgeschlossen hat und kurz vor einer Gehaltserhöhung steht! Doch wie es oft so ist, verläuft dieses Gespräch nicht ganz wie geplant, denn Eva erfährt, dass Sascha gar nicht vorhat, nach London nachzukommen und sie somit mutterseelenallein in einem "fremden" Land sitzt. Verständlicherweise ist Eva genauso wütend wie niedergeschlagen und heult sich erst einmal am Telefon, bei ihrer besten Freundin Lena, aus. Wie beste Freundinnen nun einmal so sind, lässt auch Lena Eva nicht im Stich und plant direkt ihren Flug nach London. So lässt sich die erste Wut, denn Traurig ist Eva eigentlich nur wenig, erstmal gut ertragen und die beiden machen sich ein schönes Wochenende. Anschließend stürzt sich die Gute dann schleunigst in Arbeit, denn wenn es in der Liebe nicht klappt, muss man sich eben auf die Arbeit konzentrieren! Doch meist kommt ein Unglück nicht alleine und Eva bekommt recht bald eine Benachrichtigung ihres Bruders, dass ihre Eltern einen Autounfall gehabt hätten und nun beide im Krankenhaus liegen. Außerdem bittet er sie, bald nach Hause zu kommen, denn der gemeinsame Vater wird bald aus dem Krankenhaus entlassen und schafft es ohne weibliche Unterstützung nicht, zurechtzukommen. Schweren Herzens meldet sich Eva noch am selben Abend bei ihrem Chef, der ihre Situation natürlich versteht, jedoch erwartet, dass sie sich eine Lösung einfallen lässt, wie sie von Deutschland aus weiterarbeiten kann. Gesagt - getan. Eva hat eine zündende Idee, die auch beim Chef und den Kollegen gut ankommt und ihr die schnelle Heimreise ermöglicht. Zuhause angekommen hat sie nicht recht Zeit, sich einzuleben, denn ihr Vater hat hohe Ansprüche an sein Töchterlein... Beim Rasenmähen lernt sie dann den Mann aus Nachbars Garten kennen, der rein zufällig auch noch ein alter Arbeitskollege ihrerseits ist - auch wenn sie sich nicht wirklich an ihn erinnern kann. Und auf einmal bemerkt Eva, dass die Früchte in Nachbars Garten immer süßer sind und sie sich ins Verderben begibt, wenn sie versucht, den Mann von nebenan besser kennen zu lernen...

Gerade als Eva dabei ist, ihren Lebenstraum wahr zu machen, macht ihr die Realität einen Strich durch die Rechnung - irgendwie sollte das jedem von uns bekannt vorkommen! Kaum nach London gezogen, wird sie von ihrem Freund verlassen und kann sich anschließend nur noch bedingt über ihren Karriere-Rush freuen. Ein Glück, dass es sowas wie beste Freundinnen gibt, die einen zumindest kurzfristig ablenken können! Auch wenn Eva im ersten Moment wütend darüber ist, weil sie fürchtet, die eigentlich gemeinsame Wohnung aus Kostengründen aufgeben zu müssen, siegt irgendwann doch die Einsamkeit und an so manchem Abend finden wir unsere Hauptprotagonistin weinend vor dem Fernseher wieder. Trotzdem wird ihr recht schnell klar, dass ihr weniger Sascha, als eher die Gesellschaft fehlt und doch würde sie ihren Traum niemals aufgeben. Als ihr Bruder ihr kurz darauf vom Unfall der Eltern berichtet, ist sie einerseits natürlich besorgt, fürchtet andererseits aber auch um ihren Job, der ihr in der Zwischenzeit noch ungleich wichtiger geworden ist, als bisher. Trotzdem kontaktiert sie ihren Chef und befindet sich gleich darauf in Planungen wieder, die ihr ihre Zukunft weiterhin sichern sollen, denn nur wenn sie von Deutschland aus an einem großen Projekt mitarbeitet, kann sie ihren Job behalten. Auch wenn ihr Leben momentan in alles anderen als geordneten Bahnen verläuft, so lässt sie sich doch niemals unterkriegen und ich denke, so mancher von uns könnte sich von dieser taffen und starken jungen Persönlichkeit eine ganze Scheibe abschneiden. Als sie schließlich zuhause ankommt, muss sie nicht nur ihr Leben managen, sondern auch das ihres Vaters, denn der scheint wohl der unselbständigste Mensch des ganzen Planeten zu sein. Mehr als einmal ist Eva genervt und mehr als einmal muss der Leser herzlich lachen, denn die Konversationen und Streitereien zwischen Vater und Tochter sind einfach Gold wert. Ihr Verhalten kann man oft mehr als nachvollziehen und ich persönlich bewundere auch ihre Geduld - ich wäre mit diesem Menschen wohl ganz anders umgegangen. 

Trotzdem scheint ihr Vater, trotz seiner Verwöhnten und Unselbständigen Art ein netter Mensch zu sein, was man jedoch erst gegen Ende des Buches tatsächlich bestätigt bekommt. Janas Freundin Lena ist eine alte Bekannte aus Elke Becker's Roman "Yoga ist auch keine Lösung" und ich persönlich freute mich sehr, mal wieder etwas von ihr zu lesen! Auch die Familie von Eva's Bruder, sowie ihre alte Schulfreundin Caro sind unglaublich sympathisch und liebenswert, ebenso ihre Nichte Leonie, von der wir deutlich mehr zu lesen bekommen, als von ihrer großen Schwester. Insgesamt konnte ich von keinem der Charaktere behaupten, dass er mir unsympathisch gewesen wäre - eine Eigenschaft die sich fast durchgehend durch die Romane von Elke, sowie ihrem Pseudonym J. J. Bidell durchgesetzt hat. 

Ein besonderes Hauptaugenmerk sollte auf den Nachbarn David und seinen Sohnemann Jonas gelegt werden, denn der verdreht Eva schon nach kurzer Zeit gehörig den Kopf. Doch auch dies kann man als Leserin unglaublich gut verstehen, denn der sympathische Mann ist nicht nur hilfsbereit und nett, sondern sieht wohl auch noch wahnsinnig gut aus. Außerdem ist er der Fußballtrainer der Jugendmannschaft und macht sich so noch einmal deutlich beliebter, als er ohnehin schon ist. Das einzige Manko zeigt sich in Form von Stefanie: Jonas Mutter, die mit ihm und David in einem Haus wohnt. Doch auch hier müssen wir erfahren, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint...

Insgesamt kann ich euch dieses Buch wirklich empfehlen. Es handelt sich hier um einen genialen Roman aus dem Chick-Lit Genre, mit einer Menge Humor, sarkastischen Anspielungen, tollen Charakteren und einem super Einblick in den Beruf einer Grafikerin. Besonders das gelungene Zusammenspiel zwischen Eva's Berufs- und Privatleben begeistert auf Anhieb und führt auf interessante Art und Weise ein bisschen in ein solches Berufsbild oder generell die Arbeit in einer Agentur ein. Also? LESEN!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 

Mittwoch, 6. August 2014

[Rezension] Amanda Frost - Siria Reihe 02 - Sei mein Stern

Inhalt 
Simon, Rafaels jüngerer Bruder, hat es inzwischen auch auf die Erde geschafft und ist dort nun auf der Suche nach seiner Traumfrau. Dies gestaltet sich allerdings zu Beginn nicht ganz so einfach, denn ein Computergenie, welches ein wenig zu "Alltagsuntauglichkeit" verdammt ist, hat es nun mal mit den Frauen nicht ganz so einfach. Nach einigen Dates widmet er sich dann schließlich seinem Fachgebiet und hackt sich (unter anderem) fatalerweise in den Computer der deutschen Geheimdienstorganisation BSC. Der Chef des ganzen, der diesen Hackerangriff als persönliche Beleidigung betrachtet, hetzt ihm also die 32-jährige Jana auf den Hals: eine Geheimagentin, die herausfinden soll, zu welchem Zweck er sich in das System eingehackt hat. Doch das ganze gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn was tun, wenn das Spionageopfer so höllisch attraktiv ist...?
 
Erster Satz des Buches
"Mit gerümpfter Nase beäugte Zacharias das rostrote Mondbärchen, das sich voller Inbrust an sein Hosenbein kuschelte."
 
Fazit
"Sei mein Stern" ist der zweite Roman der Siria - Trilogie von Amanda Frost. Da ich den ersten Teil regelrecht verschlungen habe, konnte ich mir den Folgeband natürlich nicht entgehen lassen und so verschlang ich auch diesen innerhalb kürzester Zeit. 

Wie auch im ersten Roman geht es auch in diesem darum, dass einer der Siria-Bewohner auf die Erde reist und dort versucht eine Frau zu finden, mit der er sich ein gemeinsames Leben auf Siria vorstellen kann. In diesem Roman handelt es sich hierbei um Simon, den kleinen Bruder von Rafael, der im letzten Roman schon seine Traumfrau finden durfte! Nun aber ist Simon an der Reihe und so wird der Informatik-Freak mit dem schwachen Magen auf die Erde gebeamt und findet sich schon recht bald ganz gut auf dem neuen Planeten zurecht. Wie man(n) nun mal so ist, begibt er sich aber nicht direkt auf die Suche nach DER Frau fürs Leben, sondern schaut sich erst einmal intensiv die Damenwelt an und sammelt so erste Erfahrungen mit irdischen Frauen. Da er jedoch nicht nur ein begnadeter Liebhaber, sondern auch ein ebenso guter Informatiker ist, lässt er es sich natürlich nicht nehmen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und hackt sich in sämtliche hochrrangige Unternehmen ein, was ihm eher früher als später einige Probleme aufhalsen wird. Doch als ob das einfache Hacken der Internetseiten nicht genug wäre, hinterlässt er auch noch ein kleines Bildchen, welches den Betreibern den eigentlich unsichtbaren Besuch des Hackers verrät. Durch diese Leichtsinnigkeit bringt er den Chef der Deutschen Geheimdienstorganisation "BSC" gegen sich auf woraufhin er postwendend die junge Geheimagentin Jana auf Simon ansetzt. Da die Organisation jedoch nur das Hotel orten kann, von dem aus der Hackerangriff gestartet wurde, muss Jana zunächste sämtliches Personal, inklusive der Gäste, bespitzeln. Relativ schnell fällt ihr Simon auf, der nicht nur sehr versiert in Sachen Computer zu sein scheint, sondern auch noch der Schwager der Inhaberin ist! Von da an beginnt ein regelrechtes Katz- und Mausspiel, welches in Anbetracht der sexuellen Spannung, die zwischen den beiden herrscht, sehr spannend ausfällt! 

Die Situation zwischen Jana und Simon ist schwierig: Er kommt von einem fremden Planeten und war nichts weiter als neugierig, als er beschloss, sich in fremde Systeme einzuhacken. Sie, Geheimagentin auf einer Mission, fühlt sich von ihm angezogen, kann ihm aber nicht die Wahrheit über ihr Vorhaben sagen. Da beide Parteien nun aber nicht ehrlich zueinander sein können, stehen sie vor einem riesigen Problem, denn ein Vertrauensverhältnis aufzubauen gestaltet sich alles andere als leicht. Trotzdem ist der Umgang der beiden miteinander ein regelrechter Genuss, denn auch wenn oft die Fetzen fliegen und man hin und wieder schon gar nicht mehr an ein Happy End glauben kann, so ergibt sich doch immer wieder etwas neues und die Hoffnung keimt erneut auf. 

Sowohl Simon, als auch Jana, sowie Rafael und seine Frau Valerie waren ausnehmend sympathisch gestaltet, die letzteren beiden waren uns allerdings schon aus dem Vorgängerroman mehr als bekannt. Simon wirkt auf mich zu Beginn eher wie ein etwas unsicherer Mann, der im Grunde ganz glücklich mit seinem Leben auf Siria ist, trotzdem zieht ihn das außergewöhnliche der Erde an, außerdem der Wunsch, seine Traumfrau zu finden. Nach und nach bemerkt man, dass Simon gar nicht der schüchterne und unsichere junge Mann ist, als den man ihn zu Beginn vielleicht einschätzen würde und bei dem viele sagen würden "typisch Informatiker", sondern sehen ein, dass er vielmehr der Frauenschwarm schlechthin zu sein scheint, der seine Reize auch genau einzusetzen weiß. Jana hingegen sind ihre Reize absolut nicht unbekannt und in ihrer Vergangenheit musste sie diese auch hin und wieder einsetzen, um ihre Ziele, beruflicher Natur, zu erreichen. Man merkt schnell, dass man hier eine taffe, junge Frau vor sich hat, die vielleicht etwas das Ziel aus den Augen verloren hat, jedoch auf dem besten Weg ist, es wiederzufinden. Als sich die beiden begegnen, sprühen schon vom ersten Moment an die Funken und man hat die stille Hoffnung, dass unsere Sehnsucht nach einer Zusammenkunft der beiden auch erfüllt wird. 

Insgesamt war ich von diesem Roman wieder einmal mehr als überzeugt: Er biete eine ganze Menge Witz und Charme, steckt voller sympathischer Figuren und überzeugt mit einer nicht ganz so "einfachen" Liebe, die aber trotzdem zueinanderfinden will. Wer "Gib mir meinen Stern zurück" mochte, wird diesen Roman lieben und sich, genau wie ich, danach verzehren, bald den Anschlussband lesen zu können. Ein ganz klarer Top-Favorit also!

Wertung: 5 von 5 Sterne!


Ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Samstag, 2. August 2014

[Statistik] Für den Juli!

Guten Morgen ihr lieben! Mit ein klein wenig Verspätung bekommt ihr heute die Statistik für den Monat Juli zu Gesicht :)

Gelesene Bücher: 3
Geschriebene Rezensionen: 3
Rezensionsexemplare: 4
Geschenkt bekommen: /
Gewonnen: /

Bücher auf dem SuB (am Ende des Monats): 86

Fazit: Es hat sich ein wenig ausgedünnt, sowohl mit dem Lesen, als auch mit den SuB. Dies lag aber vorallem daran, dass ich in den nächsten Tagen wieder mit meiner Prüfungsphase starte und ein paar Bücher verkauft habe. Außerdem steckt mein Freund gerade mitten im Umzug und ich bin fleißig am Helfen! Da ich aber Ende August Ferien bekomme, hege ich die leise Hoffnung, dass der August lesetechnisch dann doch etwas stärker ausfallen wird - wir werden sehen, ob es klappt :)