Freitag, 31. Oktober 2014

[Rezension] Sebastian Fitzek - Das Kind

Inhalt
Als sich der erfolgreiche Anwalt Robert Stern mit seiner Ex-Freundin Carina des Nachts auf einem einsamen Industriegelände trifft, hätte er nicht erwartet, dass sie einen kleinen Jungen mitbringt, der der Meinung ist, in seinem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein! Zuerst will ihm der Anwalt nicht glauben, doch als der Kleine ihn schließlich zur Leiche führt, hat Stern keine andere Wahl mehr...



Erster Satz des Buches

"Als Robert Stern vor wenigen Stunden diesem ungewöhnlichen Treffen zugestimmt hatte, wusste er nicht, dass er damit eine Verabredung mit dem Tod einging."

Fazit 
"Das Kind" ist ein Roman des Bestseller-Autors Sebastian Fitzek. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich vor kurzem seinen Roman "Die Therapie" regelrecht verschlungen und somit die Grundlage, für den Hunger nach mehr geschaffen habe!

So schlug ich also die erste Seite auf und tauchte ein, in die Welt des Robert Stern. Stern ist ein mehr oder weniger sympathischer, sehr erfolgreicher Anwalt, der jedoch Privat so einige Problemchen hat. Sein größtes Problem ist wohl sein verstorbener Sohn, denn dessen Tod hat er niemals überwunden und so lebt er nach außen hin in einer Scheinwelt, tief drinnen jedoch scheint er wahrhaft leer zu sein. Seine Wohnung ist spartanisch und unpersönlich eingerichtet und wenn man genauer hinsieht, so merkt man, dass sich Stern lieber hinter seiner Arbeit versteckt, als sich seinen Problemen zu widmen. Als ihm dann der Fall des Simon Sachs in die Hände gespielt wird, verändert sich sein Leben schlagartig. Eben noch war er der Meinung, dass es nichts übersinnliches auf der Erde gibt und nun muss er feststellen, dass ein kleiner Junge über Morde bescheid weiß, die er niemals begangen haben kann. Doch nicht nur das: er weiß sogar, wo die Leichen liegen...! Stern bleibt jetzt nur eines übrig: herausfinden, was der Kleine weiß - und woher er es weiß!


Simon Sachs ist ein unglaublich sympathischer kleiner Mann, der ein schweres Schicksal mit sich herumträgt, denn er ist an einem Hirntumor erkrankt. Doch nicht nur das belastet ihn: er ist außerdem der Meinung, dass er eine Menge Menschen umgebracht hat - und zwar in einem früheren Leben. Simon ist ein außergewöhnlicher, kleiner Junge, der sich unglaublich viele Gedanken über das Leben macht - vermutlich gar nicht so ungewöhnlich, wenn man selbst zum Sterben verdammt ist, doch für einen zehnjährigen besitzt er eine beachtliche Reife. Er ist der Meinung, da er bald sterben muss, ist es an der Zeit, sich von seiner Schuld zu befreien und so beauftragt er Robert Stern.


Stern nimmt ihn natürlich nicht für voll und so muss Simon schließlich beweisen, dass er doch nicht nur Märchen erzählt: er führt Stern zur ersten Leiche und überzeugt ihn so schließlich vollends.


Als Stern an diesem Abend nach Hause kommt, erlebt er schließlich eine Überraschung: in seinem Briefkasten befindet sich ein Videoband, welches nicht nur die letzten Lebensminuten seines Sohnes Felix zeigt, sondern auch behauptet, dass er noch lebt! Für Stern bricht in diesem Moment eine Welt zusammen und er würde alles tun, um herauszufinden, wo sein Sohn ist! Eine verzerrte Stimme auf dem Video verspricht ihm schließlich, wenn er herauszufindet, wo die weiteren Leichen von Simon's "Opfern" liegen, dann wird er seinen Sohn lebend wiedersehen...


Insgesamt war ich von diesem Buch ziemlich begeistert und verschlang es nahezu in einem Rutsch. Es ist spannend, faszinierend und so mitreißend, dass man es einfach nicht aus der Hand legen kann. Außerdem ist es, zumindest für mich, zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar gewesen und so überraschte mich das Ende dann noch zusätzlich - ein weiterer Pluspunkt! Auch die Charaktere fand ich sehr gelungen, denn genau wie Robert Stern kein gewöhnlicher Mann ist, ist auch Simon Sachs kein gewöhnlicher Junge. Beide haben sie sprichwörtlich ihre "Päckchen" zu tragen, doch nicht nur das macht sie zu ungewöhnlichen Persönlichkeiten. Durch die verschiedenen Recherchen und Sterns Besuche bei Simon wachsen die beiden zusammen und auch Stern's Ex-Freundin Carina ist immer mit dabei, wodurch ein Trio entsteht, welches so manche Schwierigkeit zu meistern hat. Ich für meinen Teil war einfach begeistert und kann diesen Roman nur jedem empfehlen, dem der Sinn nach einem guten Thriller steht!




Wertung: 5 von 5 Sternen!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

[Rezension] Holly Black/Cassandra Clare - Magisterium 01 - Der Weg ins Labyrinth

Inhalt
Der 12-jährige Callum Hunt hat nicht nur eine spitze Zunge und ein lahmes Bein, sondern befindet sich zudem auch noch in einer misslichen Lage: er ist auf dem Weg ins Ministerium, einer Schule, in der er lernen soll, mit Magie umzugehen. Wie das Schicksal so will, soll er dann auch noch ausgerechnet bei Master Rufus in die Lehre gehen - dem mächtigsten Zauberer der Schule! Doch all das ist für Callum kein Vergnügen, denn laut seinem Vater ist Magie nicht nur gefährlich, sondern die Magier böse... und so fürchtet Callum, nicht mal das erste Jahr an dieser Schule lebend zu überstehen...

Erster Satz des Buches
"Aus der Ferne wirkte der Mann, der mühsam die weiße Wand des Gletschers erklomm, wie eine Ameise, die langsam seitlich an dem flachen Teller hochkrabbelte."
Fazit 
"Magisterium 01 - Der Weg ins Labyrinth" ist ein Roman der Autorinnen Holly Black und Cassandra Clare. Vielleicht kennen einige von euch das ein oder andere Buch der Autorinnen, ich jedoch habe bis zu diesem Roman kein einziges auch nur einer der Autorinnen gelesen. Wie ihr vielleicht wisst, nehme ich am Projekt der "Buchflüsterer" teil und bekomme so hin und wieder einen Roman zugesendet - dieses Mal handelte es sich um "Magisterium" und darüber war ich richtig froh! 

Schon der Klappentext rief Erinnerungen an einen kleinen, weltberühmten Zauberer mit Blitz-Narbe in mein Gedächtnis und auch die ersten paar Seiten des Romanes konnten diesen Eindruck noch nicht recht mindern, doch nach und nach bekamen die Autorinnen die Kurve und es entstand etwas völlig selbstständiges. Zum Glück, wenn mit diesem Buch hält man ein wahres Schätzchen der Fantasy-Loge in den Händen. Dies liegt jedoch nicht nur am wunderschönen Cover, sondern auch am aufsehenerregenden Buchschnitt - dieser ist nämlich golden, wodurch einem das Buch sofort ins Auge springt.

Schlagen wir die erste Seite auf, begegnen wir jedoch nicht direkt unserem 
kindlichen Protagoisten, sondern einem kletternden Zauberer, der sich auf dem Weg in eine Höhle im Berg befindet. Dieser Prolog legt den Grundstein der Geschichte und auch wenn er zu Beginn möglicherweise etwas verwirrend wirkt, so hat doch alles seinen Sinn und am Ende neigt man doch dazu, noch einmal zurückzublättern und die ersten Zeilen noch einmal zu lesen. Haben wir den Prolog jedoch beendet, begegnen wir schließlich zum ersten Mal Callum. 

Callum Hunt ist ein typischer 12-jähriger: Rebellisch, aufrührerisch und doch anders. Durch sein lahmes Bein ist er nicht in der Lage Sport zu machen, was er sich aber von Herzen wünscht und auch die anderen Kinder betrachten ihn eher als Sonderling. Als Callum zu einem Aufnahmetest auf einer Magierschule eingeladen wird, wehrt sich sein Vater wehement dagegen, denn er ist der Meinung, Magie sei böse und die Zauberer würden die Schüler nur benutzen. Auch Callum begegnet dem ganzen eher mit Abneigung, was jedoch auf Grund der Meinung seines Vaters keine große Überraschung ist. Cal begegnet uns den kompletten Roman über als sympathischen, etwas leichtsinnigen Jungen Mann, der zwar eine spöttische Zunge sein Eigen nennt, mit dem man jedoch trotzdem Pferde stehlen könnte. Was Cal wohl Zeit seines Lebens gefehlt hat, ist das Gefühl des "dazu gehörens", denn auf Grund seines Beines stand er wohl immer als Außenseiter da. Auch wenn ihm der Gedanke sehr widerstrebt, auf eine Magierschule zu gehen, so wird dies nach und nach vom sich einstellenden Dazugehörigkeitsgefühl erstickt und Cal fragt sich immer mehr, ob er sich nicht doch an die Magierschule gewöhnen könnte! Doch nicht nur das Gefühl dazuzugehören ist für Cal's plötzliche Begeisterung verantwortlich, sondern auch die täglichen Übungen, die dem jungen Magier zwar einiges an Konzentration und Selbstbeherrschung abverlangen, er aber trotzdem merkt, dass er besser wird. 

Auch Callum's beiden Mitstreiter sind interessante Charaktere, die man im Laufe des Romanes nicht nur viel besser kennenlernt, sondern auch schlichtweg ins Herz schließt! Trotz einiger seltsamer Wesenszüge, die die beiden so manches Mal an den Tag legen, merkt Callum recht bald, dass er sich auf die beiden verlassen kann und sie das bilden, was Cal immer gefehlt hat - eine Gemeinschaft, eine Einheit. 

Insgesamt kann ich euch diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen, wenn ihr auch schon ein Fan des kleinen Magiers mit Blitz-Narbe wart, denn auch wenn Callums Geschichte doch so viel anders ist, ist sie doch nicht weniger wunderbar. Die Autorinnen schaffen es, die Umgebungen so perfekt zu beschreiben, dass man oft meint, man würde selbst dort stehen und das Erlebte wäre das eigene. Die Geschichte ist spanned, spritzig, lustig, mitreißend und entführt und in das Reich, der unendlichen Fantasie... Ein echter Geheimtipp!


Wertung: 5 von 5 Sterne!

Freitag, 17. Oktober 2014

[Rezension] Sebastian Fitzek - Die Therapie

Inhalt
Die 12-jährige Tochter des Psychiaters Viktor Lorenz verschwindet unter mysteriösen Umständen und auch nach vier Jahren gibt es weder eine Leiche, noch eine Spur. Viktor reist schließlich auf eine kleine Insel in der Nordsee und versucht dort intensiv, sich mit seiner Trauer auseinanderzusetzen, doch eine Unbekannte kommt ihm dazwischen: Die schöne Anna Spiegel, die unbedingt von ihm therapiert werden will. Anna leidet unter Wahnvorstellungen, in denen immer wieder ein kleines Mädchen vorkommt... und dieses Mädchen verschwand unter ebenso mysteriösen Umständen, wie Viktors Tochter Josy. Hat die Frau etwas mit dem verschwinden der Psychiatertochter zu tun? Oder handelt es sich hier um einen puren Zufall...?
 
Erster Satz des Buches
"Als die halbe Stunde verstrichen war, wusste er, dass er seine Tochter nie wiedersehen würde."
 
Fazit
"Die Therapie" ist ein Roman des Autors Sebstian Fitzek. Aufmerksam geworden bin ich auf seine Romane eigentlich schon länger, da ich jedoch in aller Regel eher im Fantasy-Genre unterwegs bin, habe ich seine Romane irgendwie immer beiseite geschoben. Da ich in letzter Zeit jedoch ganz gerne ein bisschen sprunghaft bin, was meine Leselust angeht, musste ich mir nun einfach einen seiner Romane vornehmen - denn was ich bisher gehört hatte, war durchweg positiv. 

So schlug ich also die erste Seite auf und tauchte ein in die Welt des Psychiaters Viktor Larenz, dessen zwölfjährige Tochter Josy auf mysteriöse Weise verschwand. Keiner hat sie gesehen, es gibt keine Zeugen und auch keine Leiche - auch kein Erpresserbrief oder ähnliches gibt einen Hinweis auf den Verbleib von Viktors Tochter. Viktor und seine Frau sind am Boden zerstört, suchen und suchen und suchen nach ihrer Tochter, doch vergeblich. Vier Jahre später ist das Mädchen immernoch nicht aufgetaucht, doch der Psychiater will nicht aufgeben und hofft nach wie vor auf ein Lebenszeichen seines gelieben Kindes. Um ein wenig Ruhe zu finden, flüchtet er alleine, ohne seine Frau, auf eine Insel und erhofft sich so, sich mehr mit seiner Trauer beschäftigen zu können. Helfen soll ihm dabei ein Interview, in dem er Fragen über seine Gefühlswelt und seine Tochter beantworten soll, doch wie so oft kommt etwas dazwischen: Anna Spiegel, eine Patientin, die ihm bis auf die Insel folgt. Auch wenn Larenz seit 4 Jahren nicht mehr praktiziert, so wünscht sich Anna aus tiefster Seele, nur von ihm behandelt zu werden und lässt nicht locker, bis Larenz schließlich zustimmt. Die Therapie mit der jungen Frau erweist sich als haarsträubend, denn sie ist nicht nur schizophren und leidet unter Wahnvorstellungen, sie handeln auch noch von einem kleinen, verschwundenen Mädchen! Larenz verfängt sich mit jeder Sitzung mehr in den Erzählungen seiner Patientin und kommt nicht umhin zu bemerken, wie viele Parallelen die Geschichten von Anna zum Verschwinden seiner Tochter haben. Bald hat er nicht mehr die Therapie seiner Patientin im Sinn, sondern ist nur noch damit beschäftigt herauszufinden, was mit Josy passiert ist...


Viktor Larenz ist ein grandioser Psychiater, der sich nach dem Verschwinden seiner Tochter aus dem Berufsleben zurückgezogen hat. Verständlicherweise konnte er sich wohl nicht mehr auf das Leid anderer konzentrieren, wo ihm doch selbst so unsagbar großes Leid zugefügt wurde und er seine Tochter mehr vermisst, als alles andere. Als Leser kann man sich in die Situation des Viktor Larenz äußerst gut hineinversetzen, denn ein jeder von uns kann sich wohl vorstellen was man durchmacht, wenn ein geliebter Mensch so einfach verschwindet! Die Ungewissheit zerfrisst einen und bringt einen wohl selbst an den Rande der Verzweiflung.. man beginnt sich unweigerlich zu fragen: Was würde ich tun, wie würde ich mich fühlen? Und so fühlen wir uns dem zurückgelassenen Vater dann schon ein ganzes Stück näher. Als er sich auf die Insel flüchtet und dort versucht, sich mit seiner Trauer zu beschäftigen, kommt ihm eine seltsame Frau dazwischen, die den weiten Weg auf sich genommen hat, nur um von ihm therapiert zu werden - obwohl er eigentlich nicht mehr praktiziert. 

Die Geschichte, die Anna zu erzählen hat, ist ebenso spannend, wie auch skurril und man weiß eigentlich von Anfang an nicht so recht, in welche Schublade man die außergewöhnliche Frau packen soll! Zeitweise wirkt sie verwirrt und verängstigt, durch ihre eigenen Halluzinationen und gepeinigt von ihrer Erkrankung, andererseits scheint sie ein doppeltes Spiel zu spielen und die Dinge, die sie erzählt, sind einfach ein wenig ZU speziell, um nur Zufall zu sein. Es ist schwierig, sich als Leser ein wirkliches Bild zu machen und während dem Lesen entwickelte ich ständig eine neue Theorie, was denn nun an dieser Geschichte dran sein könnte. Doch eines kann ich euch versichern: Ich kam nicht darauf, wie dies alles zusammenpasst und genau das macht diesen Roman zu einer so wahnsinnig spannenden und mitreißenden Lektüre! Nichts ist vorhersehbar, alles offen und jede neue Wendung bringt mehr Fragen mit sich, die man sich selbst beim besten Willen nicht beantworten kann.

Die Beschreibungen, die nebenher einfließen, ließen mich ein vollständiges Bild der Umgebung vor meinem geistigen Auge sehen und wenn ich mich nun wieder dort hineindenke, sehe ich mich selbst über die kleine Nordseeinsel Parkum wandern (im Regen!) und aufs Meer hinausschauen - oder am Strand sitzen, mit einem Buch (Fitzek? :D) in der Hand und darauf warten, dass die Nordsee nach der Ebbe zurückkommt...

Insgesamt kann ich euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen: die Charaktere sind wahnsinnig gut ausgearbeitet, die Story etwas ganz anderes, die Hintergründe unvorhersehbar und das Gesamtbild - umwerfend.

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Sonntag, 12. Oktober 2014

[Rezension] Rose Snow - Liebe trifft Rache 01 - Was sich liebt, das rächt sich nicht

Inhalt
Maya ist nicht nur selbst eine chaotische Frau, sondern zieht auch noch ausgerechnet in eine Wohnung, in der die Vermiterin, sowie die übrigen Mieter auch nicht ganz normal zu sein scheinen. Nachdem sich ihr Ex als Betrüger entpuppt hat, hofft sie, mit Nachbar Holger (der als einziges halbwegs "normal" zu sein scheint) eine normale Beziehung aufbauen zu können, doch weit gefehlt. Er ist nicht nur Vater des eines sehr anstregenden Teenagers, sondern scheint sie auch noch zu betrügen! Glücklicherweise jedoch, leitet eine alte Freundin von Maya eine Racheagentur, die sie sogleich auf Holger und seine Tochter ansetzt...

Erster Satz des Buches

"Diesmal verbocke ich es garantiert nicht."

Zitate
"Ich stehe immernoch da und versuche, mehrere Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Erstens: Diese schmalzig-poetische Zeile kommt mir verdammt bekannt vor. Zweitens: Ich habe auf ihren Fahrradsattel geblutet. Drittens: Die Fenster sind noch genauso dreckig wie vorher. Viertens: Wenn sie so dämlich grinst, würde ich ihr am liebsten mitten ins Gesicht schlagen. Dieses Gefühl erschreckt mich ein wenig, denn normalerweise bin ich kein gewalttätiger Mensch. Meine Gedanken wandern wieder zurück zu Erstens, da klappt mir der Mund auf. >Oh, wie lassen mich ausflippen, Deine blutig roten Lippen<, ist von mir! Und weiter geht es: >Doch Du möchtest mich nur necken, spielst verstecken, sollst am Hinterteil mich lecken!< Dieses kleine Miststück hat mir mein Tagebuch geklaut, und zwar das, in dem ich meine poetische Phase mit Jane Austen und Shakespeare ausgelebt habe!"

Fazit 
"Was sich liebt, das rächt sich nicht" ist der Serienauftakt eines Autorinnen-Duos, welches sich unter dem Pseudonym "Rose Snow" zusammengetan hat. Als die beiden Damen bei mir anfragten, ob ich gerne ihr Buch rezensieren möchte, war ich sofort begeistert, denn nicht nur der Roman sagte mir spotan zu, auch die Autorinnen waren mir auf Anhieb außerordentlich sympathisch!

So schlug ich also die erste Seite auf und tauchte ein, in die Welt von Maya, einer chaotischen jungen Frau, die seit kurzem wieder Single ist. Zum Glück, muss man sagen, denn Mayas Ex-Freund
ist nicht nur der reinste Betrüger, sondern auch die gemeinsame Wohnung war nicht wirklich die eigene - sie wohnten einfach in der Wohnung eines reichen Menschen, der ständig auf Achse war. Doch nun steht Maya wieder auf eigenen Füßen und mietet sich eine kleine Wohnung, in einem Mehrparteien Haus. Doch von Anfang an scheint auch das irgendwie schief zu laufen: nicht nur, dass sie auf der Treppe nur jede zweite Stufe betreten darf, die Hände voll hat und sie sich auf dem Weg nach oben bereits mit einem lästigen Teenager-Püppchen anlegen muss, auch die Lieferung der Möbel verzögert sich, der Elektriker kommt nicht bei und der Maler ebenso wenig. Doch das ist nicht genug: seltsame Missgeschicke ereignen sich, die Maya ziemlich spanisch vorkommen, doch schnell wird klar: dies alles hat sie Katja zu verdanken, dem nervigen Teenager-Mädel, dem sie ständig begegnet und die ihr so versucht, das Leben zur Hölle zu machen. Die kleinen (oder großen) Zickereien, Streitereien und Streiche zwischen Katja und Maya sind herzallerliebst und haben mich mehr als einmal heftigst zum lachen gebracht! Dass sich schließlich auch noch herausstellt, dass Katja ausgerechnet die Tochter des schönen Holgers ist, mit dem sich langsam etwas anbahnt, macht die Sache natürlich nicht besser und Maya's Position als "Stiefmutter" bringt nur noch mehr Unruhen in die Beziehung der beiden Frauen. 


Doch noch bevor Maya in den Genuß dieser Information kommt, beschließt sie, dass sie sich Katjas Verhalten nicht länger gefallen lassen muss und beauftragt ihre Schulfreundin Rachel und ihre Racheagentur, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Von nun an sprudelt der ganze Roman nur so von grandiosen Racheplänen, Turbulenzen und allerlei Zickerei und der Leser kommt voll auf seine Kosten!

Holger, der sympathische und nette Nachbar, der immer irgendwie vor Ort ist, wenn es Probleme gibt, wirkt auf den ersten Blick wahnsinnig sympathisch und mit seiner Art scheint er perfekt zu Maya zu passen. Doch nach und nach kommen einem immer mehr Zweifel und irgendwann weiß man auch hier nicht mehr so richtig, woran man bei Holger eigentlich ist. Auch Maya wird sich immer unsicherer, obwohl sie ihn liebt und ziemlich sicher ist, dass er genau der richtige für sie ist! 

Ohne Katja, das kleine Teenager-Biest, welches man manchmal regelrecht schütteln möchte, wäre das Buch nur halb so amüsant und eine wichtige Grundlage würde fehlen - daher bin ich unglaublich dankbar, dass die Autorinnen dieses kleine Monster mit eingebaut haben! Ein kleines bisschen lernen wir Katja immerhin noch besser kennen und schnell merken wir, dass hinter dem bösartigen Teenie doch ein verletztliches Mädchen steckt, das nicht grundlos so mit der neuen Freundin ihres Vaters umgeht. Leider lernen wir sie aber nicht wirklich richtig gut kennen, was ich ein bisschen schade finde, denn das könnte durchaus interessant werden!

Haus-Mitbewohner Schönrichtig, sowie Ladie Grazie (über die ich an dieser Stelle nicht zuviel verraten möchte), waren für den ein oder anderen Lacher gut und machen dieses Buch noch viel mehr zu einem wahren Schatz - denn auf solche Ideen muss man erstmal kommen! 

Insgesamt kann ich euch dieses wunderbare Buch nur absolut empfehlen, denn hier bekommt ihr wirklich etwas geboten! Wer hier einen einfachen Chick-Lit Roman erwartet, einfach gestrickt und quasi stangenware, hat sich schwer getäuscht, denn so etwas originelles wie "Was sich liebt, das rächt sich nicht", habe ich noch selten gelesen! Die Charaktere sind einzigartig und deren Zusammenspiel könnte besser nicht sein. Aus diesem Grund kann ich euch nur den Tipp geben: Lest dieses Schätzchen!!
Wertung: 5 von 5 Sterne!



Ein herzliches Dankeschön an die Autorinnen, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!