Dienstag, 31. März 2015

[SuB-Nachub] Ein letzter SuB-Nachschub für den Monat März!

Der März lässt uns ja jetzt auch schon wieder im Stich und trotzdem habe ich noch ein letztes Rezensionsexemplar zu verzeichnen, welches ich euch hier nun vorstellen möchte. Bekommen habe ich es direkt von der Autorin! Ich freue mich schon sehr aufs Lesen!

Bianca Peiler - Graue Magie

Michael Wiegald hat sich verliebt. Zum ersten Mal in seinem Leben ist der zweiundzwanzigjährige Literaturnerd hin und weg. Seit er seine Angebetete in der Stadtbibliothek Saarbrücken gesehen hat, kann er nur noch an sie denken und sehnt den Augenblick herbei, an dem er sie wiedersieht. Da gibt es nur ein unbedeutendes Problem: Michael Wiegald hat vor zweiundfünfzig Jahren genau dort in der Bibliothek auf tragische Weise sein Leben ausgehaucht – und geistert seitdem im wahrsten Sinne des Wortes zwischen den Bücherregalen umher, ohne den Ort, an dem er den Tod gefunden hat, verlassen oder sich irgendwie bemerkbar machen zu können. Als sich dann auch noch die junge Ausreißerin Nadine in der Bibliothek einschließen lässt, um ihrem lieblosen Vater zu entfliehen, ist das Chaos perfekt. Denn Nadine ist eine Hexe – und sieht wortwörtlich Gespenster. Und sie hat einige ziemlich abgefahrene Ideen, wie man Michaels Angebetete für immer an ihn binden könnte … (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Besonders gefreut habe ich mich auch über die tolle Widmung, mit dem tollen Zitat (und das kleine Schmankerl :D)

:) Vielen Dank, liebe Bianca!!




Montag, 30. März 2015

[Rezension] Kitty French - Verbotene Erfüllung

Achtung: Enthält möglicherweise Spoiler zu Band 1! 

Inhalt
Sophie Black hat nicht nur ihrem untreuen Ehemann den Rücken gekehrt, sondern auch ihrem Liebhaber Lucien Knight. Doch so sehr sie auch versucht, sich von Lucien fernzuhalten, desto mehr fühlt sie sich von ihm angezogen. Auch ihr Ehemann Daniel versucht sie zurückzugewinnen und so steht Sophie vor der schwersten Entscheidung, die sie jemals treffen musste...

Info's zum Buch:
Seitenzahl: 304
Verlag: Egmont-Lyx Verlag
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 8,99€ (Ebook)

Erster Satz des Buches

">Wer zum Geier ist Lucien Knight?<"

Fazit
"Verbotene Erfüllung" ist ein Roman der Autorin Kitty French und der zweite Roman der Reihe um Lucien und Sophie. Nach dem ich bereits Band 1 "Verbotene Versuchung" nicht nur ziemlich gut fand (Rezension gibts hier!), sondern auch den Cliffhanger am Ende ziemlich gemein, musste ich natürlich auch zu Band 2 greifen!

Nachdem Band 1 mit dem fiesesten Cliffhanger überhaupt endete, nämlich, als Lucien Knight und Sophies Ehemann Daniel quasi Auge in Auge voreinander stehen, gierte ich förmlich nach Band 2! Dieser Roman setzt direkt am Ende von Band 1 an, es ist also definitiv Voraussetzung, diesen Band gelesen zu haben. 

Schlagen wir also die erste Seite auf, erleben wir eine kleine Konfrontation zwischen Lucien und Daniel, wenn auch aus anderen Gründen, als erwartet. Wer gedacht hätte, dass Lucien versucht, Sophie für sich zu gewinnen und dem betrügenden, sowie betrogenen Ehemann die Wahrheit erzählen würde, der hat sich wahrhaft geirrt. Stattdessen konfrontiert Lucien Daniel mit den Beweisfotos seiner Betrügereien! Daniel kann seine Schandtaten also kaum noch leugnen und nach einer kurzen, aufreibenden Situation, befinden sich Daniel und Sophie alleine in ihrem Haus. 

Einige Zeit später versucht Sophies beste Freundin Kara sie aus dem tiefen Loch zu holen, in das sie scheinbar gestürzt ist, denn Daniel ist weg. Alleine zuhause verkriecht sich Sophie auf dem Sofa, wäscht sich nicht, isst kaum und trinkt zuviel. Kara kann dies nicht mehr mit ansehen und versucht, Sophie etwas aufzumuntern. Wie es der Lauf der Dinge so will, versucht Sophie über kurz oder lang, wieder bei ihrem ersten Chef anzufangen, doch dieser Versuch scheitert kläglich. Daraufhin kehrt Sophie zurück zu Lucien ins Büro und bittet darum, ihre Stelle wiederzubekommen, doch dieses Mal mit Regeln: Kein Flirten, kein Körperkontakt. So schwer es fällt, beide halten erst einmal durch und versuchen, ein halbwegs geschäftliches Verhältnis aufrecht zu erhalten... Als Lucien Sophie dann schließlich auf eine Reise nach Paris mitnimmt, sind die beiden nicht mehr so standhaft und finden endlich wieder zueinander. Doch Lucien beteuert stets weiterhin, dass es nur eine Affäre wäre und er keinerlei Gefühle für sie hätte - kann Sophie damit glücklich werden?

Auch wenn mich der erste Roman schon ziemlich begeisterte, bekam er aus verschiedenen Gründen nur 4 Sterne. Dieser Band der Reihe übertraf den ersten jedoch deutlich, was vor allem daran lag, dass dieses Mal nicht nur der Sex im Vordergrund stand. Zwar ist er, wie wohl bei dieser Art Roman üblich, ein zentrales Thema, jedoch geht es vorrangig um die Beziehungen um Sophie Black. Als Leser nahm man an, dass sie ihrem Mann nach der Rückkehr von der angeblichen Geschäftsreise, noch eine Chance geben würde, oder sich zumindest zu einem klärenden Gespräch mit ihm hinsetzen würde. Durch Lucien Knight bekommt sie diese Chance jedoch genommen und man fragt sich, wie man wohl selbst handeln würde! Ich für meinen Teil wäre wohl entrüstet, über die Tatsache, dass man mir meine Entscheidung aus der Hand nimmt, andererseits überlässt er ihr einen gewissen Spielraum, denn von der Affäre zwischen Lucien und Sophie selbst bewahrte er immerhin stillschweigen. Für die frustrierte, schüchterne und verzeihende Ehefrau, die wir in Band 1 kennenlernten, mag dies jedoch der richtige Weg sein, insbesondere, wenn man die Entwicklung ihrer Person im zweiten Band verfolgt. Sophie entwickelt sich immer mehr zu einer eigenständigen Persönlichkeit, nicht mehr Abhängig von der Zuneigung ihres Mannes und dem Willen, ihre Ehe aufrecht zu erhalten. Trotzdem entwickelt sie eine andere Art Abhängigkeit, nämlich der, von Lucien Knight. Lucien ist ganz anders, als ihr Ehemann und auch wenn er seine Gefühle, die er zweifelsfrei für Sophie hegt, nicht zugeben kann, so spürt Sophie dennoch, dass da mehr ist. Aus diesem Grund kämpft sie um ihn, den Mann, den sie lieben lernte und scheut sich auch nicht, ihm nach Norwegen zu folgen, als sein Vater im sterben liegt...

Die Ähnlichkeit zu Shades of Grey, die im Roman "Verbotene Versuchung" noch deutlich spürbar war, lässt hier deutlich nach und entwickelt sich mehr zu einer eigenständigen Geschichte, die Lust auf mehr macht! 

Lucien Knight, der stets ein interessanter, wenn auch sehr verschlossener Charakter war, öffnet sich in diesem Roman mehr, wenn auch unfreiwillig, und lässt uns eintauchen, in eine verletzte Seele, die sich selbst nicht erlaubt, zu lieben. Mir persönlich gefiel diese Wandlung, die er durchmacht sehr gut, denn dadurch wirkt er menschlicher, ehrlicher, als hinter dieser Fassade, die er lange versucht aufrechtzuerhalten. Trotzdem versucht Lucien häufig, seine Gefühle über Sex zum Ausdruck zu bringen und die beiden landen öfter in der Kiste, als man es sich als Leser wünschen würde - hin und wieder fehlt einfach das Gespräch zwischen den beiden, aber irgendwie muss wohl auch die Autorin ihrer Linie treu bleiben.

Der Schluss überraschte mich dann doch sehr und ich für meinen Teil fand diese Weiterentwicklung fast schon etwas ZU rasant, insbesondere, das jegliche andere Entwicklung in diesem Buch seine Zeit dauerte.

Wertung 5 von 5 Sterne!

Mittwoch, 25. März 2015

[Rezension] Patrick Rothfuss - Die Königsmörder-Chronik 2,5 - Die Musik der Stille

Inhalt
Das Mädchen Auri lebt mutterseelenallein im "Unterding", den verlassenen Räumen und Gängen unterhalb der Universität von Imre und fristet dort ihr tägliches Dasein. Sie hat eine etwas eigene Sicht auf alle Dinge und wartet darauf, dass 7 Tage vergehen, damit ER endlich wieder zu Besuch kommt. So begleiten wir Auri in diesen Tagen des Wartens und bekommen einen Eindruck von ihrem Leben im Unterding.

Info's zum Buch:
Seitenzahl: 173
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Preis: 17,95 € (Gebunden) / 13,99€ (Ebook)
Reihe: Königsmörder Chronik, Band 2,5


Erster Satz des Buches
"Als Auri aufwachte, wusste sie, dass sie noch sieben Tage hatte."

Fazit 
"Die Musik der Stille" ist ein Roman des Autors Patrick Rothfuss. Vielleicht könnt ihr euch noch an meine sehr positive Rezension zu "Der Name des Windes" erinnern? Dann könnt ihr euch sicher vorstellen, dass ich überaus neugierig auf dieses kleine Büchlein war und es mir nicht nehmen lassen konnte, es unbedingt zu lesen. 

Bereits im Vorwort warnt uns der Autor, dass diese Geschichte möglicherweise nicht für Jedermann etwas sei und dass man auf keinen Fall mit diesem Buch beginnen sollte, wenn man die anderen seiner Exemplare nicht schon gelesen hätte! In beidem hat er eigentlich recht: zum einen handelt es sich um eine sehr seltsame Geschichte, die sicherlich nicht jedem gefällt - denn es ist eine Geschichte, bei der sich alles um eine einzige Person dreht, es fehlen jegliche Dialoge und alles dreht sich nur um die Verrichtung täglicher Dinge, in Auri's Alltag. Auch kann man bei diesem Roman nicht wirklich von einem Spannungsaufbau sprechen, denn im Grunde gibt es diesen nicht - was also reizt einen, dieses Buch zu lesen? Dazu später mehr.

Zum anderen ist es, zumindest meiner Meinung nach, unabdingbar, zumindest ein Buch der Königsmörder-Trilogie gelesen zu haben, denn nur dann kann man wirklich verstehen, worum es in "Die Musik der Stille" tatsächlich geht. Man lernt Auri, zumindest im ersten Band (den 2. habe ich ja noch nicht gelesen) zwar nur sporadisch kennen, erfährt aber einiges über die Universität und auch das Verhältnis zwischen Kvothe, auf den sie zu warten scheint, und Auri selbst. Außerdem lernt man das Unterding zumindest ein wenig kennen, was von Vorteil ist, um von den Erklärungen Auris in diesem Band nicht völlig überrannt zu werden.

Zurück zu der Frage, wieso man einen Roman lesen sollte, der keinerlei Spannung und Dialoge enthält und sich knapp 170 Seiten lang nur mit einer Person beschäftigt! Im Grunde war es zu Beginn die reine Neugier. Da mir Auri aus "Der Name des Windes" bekannt war und ich extrem gespannt auf mehr Informationen zu ihrer Figur war, griff ich zu diesem Roman. Nun sitze ich hier, habe das Buch beendet und bin mir immer noch nicht ganz darüber im klaren, was für eine Person Auri eigentlich ist. Das mag den Grund haben, dass sie sehr vielschichtig ist, mehr, als es zu Beginn den Eindruck macht. Böse Zungen mögen behaupten, dass es sich bei ihr um eine extrem verrückte und zwanghafte Person handelt und im Grunde weiß auch Auri, dass es ihrem Innersten "nicht gut" geht. Trotzdem halte ich sie nicht ausschließlich für geistesgestört, vielmehr denkt und agiert sie auf einer anderen Ebene, als der Rest der Welt, was sie zwar zu einer Besonderheit macht. 

Vieles in Auris Welt dreht sich darum, dass sich Gegenstände oder gar die ganze Welt "am richtigen Platz" und in "völliger Ordnung" befinden müssen und sie die Aufgabe hat, genau dafür zu sorgen. Auri behandelt die Gegenstände in ihrer kleinen Welt nicht als leblose Dinge, sondern als Objekte mit einer Seele, mit Gefühlen, Wünschen und Vorstellungen. Dementsprechend lässt sie ihnen auch eine gewisse Fürsorge und Wertschätzung entgegenkommen, die sie häufig mit einem Küsschen unterstreicht. Letzteres tut sie sehr oft, ebenso wie das Waschen von Händen, Füßen und Gesicht. Diese beiden Dinge werden sehr oft erwähnt und sollen wohl mitunter Auris Zwanghaftigkeit ausdrücken, verschiedene Tätigkeiten immer und immer wieder aufzugreifen.

Welches Verhältnis man als Leser zur einzigen Protagonistin des ganzen aufbaut, ist schwer zu beschreiben, denn im Laufe des Romanes durchlitt ich viele Gefühle. An manchen der beschriebenen Tagen mochte und verstand ich Auri sehr gut, sie scheint ein sehr einsamer Mensch zu sein, der nur darauf wartet, menschlichen Kontakt (in diesem Falle zu Kvothe) zu erhalten und dies mit Geschenken zu vergüten. An anderen Tagen verabscheute ich Auri für ihre seltsame, in sich gekehrte, missmutige und jähzornige Art (besonders am 4. Tag) und kam nicht umhin mich zu freuen, wenn dieser Tag (oder das ganze Buch?) irgendwann sein Ende findet. 

Diese Stimmung hielt jedoch nicht lange vor und schon versank ich wieder in dieser sonderbaren Welt eines einsamen Mädchens, die genauso verwirrend, wie faszinierend auf mich wirkte. Mehr als einmal habe ich überlegt, das Buch nicht zu beenden und doch habe ich es getan.. vielleicht, weil es mich trotz seiner seltsamen Art fesselte, vielleicht, weil ich trotz allem eine gewisse Sympathie für Auri entwickelte und vielleicht... weil ich einfach ein Mensch für eine seltsame Geschichten bin.

Wertung: 4 von 5 Sterne


Ein herzliches Dankeschön an den Klett-Cotta Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Lena Hach - Zoom: Alles entwickelt sich

Inhalt
Als Till eine alte Kamera, eine Leica M4, im Keller findet, geht er davon aus, dass diese seinem Vater gehört hat, der ihn schon recht früh im Stich ließ. Seitdem trägt er sie dauerhaft mit sich herum, schwört sich aber, die Bilder nicht zu entwickeln, bis sich sein Vater bei ihm meldet und ihm zum Geburtstag gratuliert. Eines Tages bittet ihn Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung, darum, zukünftig als Fotograf für die Zeitung zu fungieren, denn so erhofft sie sich einen Preis zu gewinnen: die goldene Ente. Zuerst lehnt er ab, doch irgendwie geht ihm Paula nicht mehr aus dem Kopf... und bringt ihn in die Bredouille: soll er seinen Vorsatz über Bord werfen?

Info's zum Buch:

Seitenzahl: 247 
Verlag: Beltz & Gelberg
Preis: 13,95 € (Taschenbuch) / 12,99€ (Ebook)

Erster Satz des Buches
"Der Klein griff nach dem Beethoven-Kopf und stütze sich auf der Lockenmähne aus Gips ab."

Fazit

"Zoom: Alles entwickelt sich" ist ein Roman der Autorin Lena Hach. Über Blogg Dein Buch bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und hab mich dann einfach mal darauf beworben! 

Till ist ein eher schüchterner, zurückhaltender Junge, der sich ganz gerne hinter seiner Leica M4 versteckt. Wie er wirkt, ist ihm herzlich egal, denn durch die Kamera fühlt er sich mit seinem Vater verbunden, der die Familie schon früh verließ und so betrachtet er die Welt nun am allerliebsten durch die Linse seiner neuen, alten Kamera. Sein bester Freund ist zugegeben etwas seltsam, denn Valentin kennt nichts anderes, als die Angst vor Keimen und bildet sich ständig ein, irgendeine Krankheit zu haben. Trotzdem verstehen sich die beiden sehr gut, auch wenn man über die eigentliche Freundschaft der beiden nur sehr wenig erfährt. Trotzdem finde ich Valentin eigentlich ganz lustig und ich finde es schade, dass er vergleichsweise wenig auftritt. 


Paula ist die die Chefredakteurin der Schülerzeitung und eine mehr als sympathische Person. Sie ist extrem ehrgeizig und will unbedingt einen gewissen Preis gewinnen, den es für die beste Schülerzeitung gibt: Die goldene Ente. Zu diesem Zweck mobilisiert sie das komplette Team und setzt alle Hebel in Bewegung, um ihr Ziel zu erreichen. Als sie auf die Idee kommt, einen Fotografen zu engagieren, fällt die Wahl recht schnell auf Till, denn mit seiner Kamera, die ständig präsent ist, scheint er eine gute Wahl zu sein. Als Till ablehnt, ist Paula erst einmal wie vor den Kopf gestoßen, denn schon sieht sie ihre Chance auf die goldene Ente schwinden. Doch wieso lehnt Till ab? Für Paula absolut unverständlich - wie kann er nur ablehnen, wo sie ihm sogar das Titelbild anbietet? 


Die Geschichte zwischen Till und Paula entwickelt sich langsam und äußerst realistisch, es könnte also genau SO an irgendeiner Schule im Umkreis passiert sein. Zu Beginn kennt Paula Till gar nicht, denn sie muss die 10. Klasse wiederholen und hat kein gesondertes Interesse an den "kleinen". Einzig die Gruppe der Schülerzeitung findet ihre Aufmerksamkeit und in diesem kleinen, eingeschworenen Kreis versuchen sie, die Zeitung zu managen. Durch Zufall wird Paula also auf Till aufmerksam und versucht daraufhin, ihn zur Mitarbeit zu bewegen - allerdings nicht sehr erfolgreich. Obwohl er die Zusammenarbeit mit Paula abgelehnt hat, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf und bringt ihn zu der Überlegung, seinen Schwur mit sich selbst zu brechen und die Fotos zu entwickeln.. oder Paula zu erzählen, wieso er nicht an dem Projekt teilnehmen kann. Im Grunde kann man sich als Leser sehr gut in Tills Situation hineinversetzen: ein einsamer Junge, ohne Vater, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich Kontakt mit seinem verschollenen Erzeuger aufzunehmen. Es scheint, als ob er mit seinem Stiefvater Urs nicht unbedingt soviel zu tun haben will, auch, wenn man schnell den Eindruck bekommt, dass Urs ihn gut behandelt. Seiner Mutter gegenüber ist Till nicht immer fair, er lässt sie oft spüren, dass er seinen Vater vermisst und Urs eigentlich nicht in seinem Leben haben will. Trotzdem gibt sie sich Mühe und man merkt deutlich, dass Till ihr manchmal ziemlich weh tut, mit seinem abweisenden Verhalten. 

Im Grunde fand ich die Idee zur Geschichte ganz gut, denn die Autorin versucht uns langsam an diese ernste Thematik heranzuführen, bleibt realistisch und nimmt Personen, wie unsereins, die genau SO existieren könnten. An der Umsetzung jedoch hapert es meiner Ansicht nach etwas, denn die Tatsache, dass das Buch weder aus Paulas, noch aus Tills Perspektive erzählt wird, sondern aus der eines unbekannten Dritten fand ich doch mehr als merkwürdig. Zu Beginn wird diese Tatsache zwar deutlich gemacht, nach einer Weile vergisst man es wieder, bis der Unbekannte dann plötzlich selbst mit den Protagonisten interagiert?! Dies fand ich alles ein wenig befremdlich und ich persönlich konnte mich mit dieser Situation nur schwerlich anfreunden. Vom Erzähler bekommen wir nichts mit, wir wissen nur, dass er wohl ebenfalls an der Schülerzeitung mitarbeitet und in eine der 10ten Klassen geht - ob jedoch Paula's oder Till's Klasse kann ich bis jetzt nicht so genau sagen, ebenso wenig, in welchem Verhältnis er zu unseren Hauptpersonen steht. Diese Sichtweise störte mich das ganze Buch über und auch wenn ich nicht nur Paula und Till, sondern auch die übrigen Protagonisten recht sympathisch fand, konnte ich doch nicht wirklich eine Bindung zu den einzelnen Figuren aufbauen, wie es für mich in einem Roman üblich ist. Aus diesem Grund verstand ich zwar oft die Beweggründe des einzelnen, konnte es aber vom Gefühl her nicht unbedingt nachvollziehen oder auch "mitverfolgen", was mir den eigentlichen Zugang zum Buch nicht gerade erleichterte. 


Insgesamt kann ich euch dieses Buch nur eingeschränkt empfehlen: wenn die oben genannten Punkte für euch kein Problem darstellen, solltet ihr hier zugreifen, denn wie erwähnt, ist die Story an sich durchaus lesenswert!

Wertung: 3 von 5 Sterne!



Ein herzliches Dankeschön an den Verlag und an Blogg Dein Buch für dieses Rezensionsexemplar!



Lust auf spannende Literatur? Besucht doch mal die Homepage des Verlages:  http://www.beltz.de/

HIER könnt ihr das Buch bestellen :)

Hier gehts zu Blogg Dein Buch!


Donnerstag, 19. März 2015

[Gewinnspiel-Teilnahme] Griinsekatze's Leseecke feiert 3-jährigen Geburtstag - mit tollem Gewinnspiel :)

Auf dem wundervollen Blog von Griinsekatzes Leseecke hab ich ein ganz tolles Gewinnspiel gefunden - anlässlich ihres 3. Bloggergeburtstages verlost sie 3 tolle Gewinne! Also: Mitmachen lohnt sich!! 

Liebe Franzi, ich wünsche Dir alles alles gute zum 3. Geburtstag Deines Blogs und hoffe, dass Du noch viele Jahre Freude daran finden wirst :)



[Rezension] Patrick Rothfuss - Die Königsmörder-Chronik 01 - Der Names des Windes

Inhalt
Eines Tages kommt ein Chronist ins Wirtshaus des Kote und entlarvt ihn als den einst berühmt-berüchtigten Zauberer Kvothe, der ein spektakuläres Leben gehabt haben muss. Er bittet ihn, seine Lebensgeschichte aufschreiben zu dürfen und nach einigem hin und her stimmt Kvothe, der sich nun Kote nennt, zu. In 3 Tagen erzählt er also seine Geschichte, wie er als Sohn fahrender Spielleute von einem Arkanisten lernte, wie er seine Eltern und seine komplette Truppe ermordet vorfand, als Straßenkind in einer Großstadt überlebte, in die Universität für Magie aufgenommen wurde...und von der Jagd nach den Mördern seiner Eltern. 

Info's zum Buch:
Seitenzahl: 863
Verlag: Klett-Cotta Verlag

Preis: 24,95 € (Gebunden) / 12,99€ (Ebook)
Reihe: Die Königsmörder-Chronik (Band 1) 

Erster Satz des Buches 
"Es war Delling-Abend, und die übliche Runde hatte sich im Wirtshaus zum WEGSTEIN eingefunden."

Zitate
Wenn ich nun anfange, zu Zitieren, dann hör ich nicht mehr auf... 

Fazit
"Der Name des Windes" ist der erste Roman (der "erste Tag") der Königsmörder-Chronik von Patrick Rothfuss. Wie ich auf dieses Buch gestoßen bin, das weiß ich eigentlich gar nicht mehr so genau, aber irgendwie musste ich es einfach haben - oft flüstern einem Bücher einfach zu, dass man sie lesen muss und ich glaube, genauso war es bei diesem Roman. 

Patrick Rothfuss Roman "Der Name des Windes" ist ein Phänomen. Man kann nicht sagen, dass dieses Buch überaus spannend ist und man es deswegen durchweg lesen muss, vielmehr ist es das "einbezogen werden" in eine fremde Welt, die einem bald vertrauter wird, als man anfangs noch dachte. Als Kvothe in seinem Wirtshaus beginnt, von seinem Leben zu erzählen, taucht man das erste Mal so richtig in die Geschichte ein, wünscht sich, sich einen alten Holzstuhl heranziehen zu können und ihm zuhören zu dürfen. Durch seine Worte, mit der er seine Geschichte erzählt, fesselt er uns und nimmt uns mit in ein Leben, welches unserem eigenen nicht weniger ähnlich sein könnte und doch fühlt man sich als Leser, als ob man Teil etwas ganz großen wäre. Was immer auch Kvothe erlebt, es fesselt und lässt den Leser genau die Art von Gefühl spüren, die der Protagonist in diesem Falle ebenso verspürt, was eine tiefe Verbundenheit zwischen Leser und Figur heraufbeschwört. 

Die Worte, die der Autor wählt, sind nicht immer einfach und mit so manchem verschachteltem Satz treibt er einen fast zur Weißglut - zumindest, solange man versucht, diesen tatsächlich nachzuvollziehen. Lässt man das ganze Konstrukt jedoch etwas auf sich wirken, geraten solche Sätze in den Hintergrund und man beginnt, das Gesamtbild zu lieben. 

Für manch einen mag dieses Buch nicht das richtige sein, da sich der Autor sehr viel Spielraum lässt, sehr viel Zeit. Das Buch galoppiert nicht vor sich hin, es reiht sich nicht eine Katastrophe an die andere, vielmehr wird das Leben beschrieben, wie es ist: mal spannend, mal langweilig. Dies fand ich allerdings alles andere als öde, denn wenn man tatsächlich mit Kvothe mitfiebert, dann gönnt man ihm jede Ruhepause, die er bekommen kann - der Arme macht in seinem Leben wahrhaft genug mit. 

Was die einzelnen Charaktere angeht, so bin ich wirklich mehr als begeistert: Wir lernen jeden einzelnen von ihnen wirklich kennen, können uns ein Bild von ihnen machen und sie so genau einordnen. Selbst die eher negativ behafteten Charaktere (wie Ambrose) sind nicht wirklich unsympathisch, sie nehmen einfach nur die zugedachte Rolle als "kleiner Bösewicht" ein und bringen so den Pepp in die Geschichte, den er braucht. Tatsächlich kann man diesen Gestalten eigentlich auch nicht böse sein, denn man könnte durchaus behaupten, dass sich unser guter Kvothe ziemlich gut zu wehren weiß. 

Kvothe selbst ist einer der sympathischsten Hauptfiguren seit Harry Potter und diesen Vergleich ziehe ich nur deswegen, weil er der einzige andere Protagonist ist, mit dem ich Vergleichsweise genauso viel "zu tun" hatte, wie mit Kvothe. Auch wenn die vielen Harry Potter Teile wohl mehrere tausend Seiten hatten und der Vergleich daher etwas hinkt, fühle zumindest ich mich mindestens genauso mit Kvothe verbunden, wie einst mit Harry Potter und das will schon etwas heißen. Der Protagonist geht durch Höhen und Tiefen, kämpft ums Überleben, um Gerechtigkeit, für seine Bildung und versucht verzweifelt, mehr über die Mörder seiner Eltern herauszufinden. Wir begleiten einen jungen Mann auf seinem Weg ins Erwachsen werden und ich kann es kaum erwarten, die anderen Teile der Königsmörder-Chronik zu lesen - auch, wenn ich dann wohl, wie alle andere Liebhaber dieser Reihe, verzweifelt auf die Veröffentlichung des letzten Bandes warten werde. 

Diese Rezension zu schreiben, war für mich wohl eine der schwersten Aufgaben, die ich in meinem Blogger-Leben bisher bewältigen musste, denn für Patrick Rohfuss' Roman gibt es keine Worte, die auch nur annähernd beschreiben würden, was es ist: ein unglaublich toller Roman, der von den alltäglichen Schwierigkeiten eines heranwachsenden Jungen berichtet, die im Grunde doch nicht so gewöhnlich sind, denn Kvothe selbst ist etwas ganz besonderes, mit besonderen Problemen, Aufgaben und Fähigkeiten.  

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Mittwoch, 18. März 2015

[Rezension] Adriana Popescu - Versehentlich verliebt

Inhalt
Ausgerechnet an Weihnachten schneit es, als ob Frau Holle ihr komplettes Kissenarsenal ausgeschüttelt hätte und so muss Reiselektorin "Pippa" Wunsch am Stuttgarter Flughafen ausharren, statt gemütlich mit ihrer Familie in Berlin zu feiern. Dort lernt sie durch einen dummen Zufall den Hamburger Lukas kennen - und versehentlich auch lieben. Während die Stunden am Flughafen dahinschmelzen und auf einmal gar nicht mehr so schlimm sind, droht der nächste Abflug immer näher zu rücken. Doch was wird dann aus Pippa und Lukas?

Info's zum Buch:
Seitenzahl: 224
Verlag: Piper Verlag
Preis: 8,99 € (Taschenbuch) / 7,99€ (Ebook)

Erster Satz des Buches

"Zuerst warte ich noch auf das Klingeln meines Weckers."

Zitate 

"Männer. Und ihr Hang zu Übertreibung. Genervt verdrehe ich die Augen. Oft genug habe ich schon gehört: >Was Ronaldo und Messi mit dem Ball anstellen können, das kann ich auch.< Echt? Wow! Wahnsinn. Ein abstraktes Kunstwerk malen? Kann doch jeder. Kannst Du auch acht Stunden in den Wehen liegen und dann ein 3500 Gramm schweres Lebewesen auf die Welt pressen? Nein? Egal, Du kannst ja gegen einen Ball treten. Pfft. Männer!"

Fazit

"Versehentlich verliebt" ist ein Roman der Autorin Adriana Popescu. Durch die zahlreichen Blogs, denen ich folge, wurde ich immer mal wieder auf diese Autorin aufmerksam und jedes Mal wieder las ich begeisterte Reaktionen. Schließlich konnte ich das einfach nicht mehr ignorieren und entschied mich dann für diesen Roman. 

Pippa ist eine interessante, sympathische und faszinierende Persönlichkeit, die jeder Leser sofort ins Herz schließen muss: Mit der festen Überzeugung, das persönliche Unglück gepachtet zu haben, immer noch an ihrem Ex zu hängen, den sie vor Monaten beim Fremdgehen mit der hübschen Kollegin erwischt hat und einer riesigen Flugangst, wird sie kurz vor Weihnachten von ihrem Chef dazu abgestellt, die Kollegen aus China zu betreuen. Alles nicht so tragisch, fände das ganze in Freiburg statt, nicht in Stuttgart. Doch wie es das Glück so will, findet sich Pippa an Weihnachten am Flughafen Stuttgart wieder, es schneit, als ob Frau Holle alles geben würde und der Flug wird gecancelt. Statt dieser Situation gelassen entgegen zu sehen, ist Pippa am Boden zerstört und lässt sich von jeder Kleinigkeit aus der Fassung bringen. Durch einen dummen Zufall wird sie auf Lukas aufmerksam, der genau DAS hat, was Pippa nun am nötigsten will (außer nach Hause): einen Gepäckwagen! Den will er aber natürlich nicht so einfach rausrücken und so wird das kennenlernen der beiden zum reinsten Vergnügen...

Lukas ist ein unglaublich sympathischer, lieber und netter junger Mann, der sich durch die leichte (aber süße) Zickigkeit von Pippa nicht aus der Ruhe bringen und schon gar nicht abschrecken lässt! Auf den ersten Blick wirkt er, nicht nur auf Pippa, wie ein zurückgezogener aber hübscher Nerd, ein Eindruck, der gleichermaßen richtig wie falsch zu sein scheint, wie wir schon bald erfahren werden, sondern auch eher zurückgezogen und unnahbar. Auch dies soll jedoch ein falscher erster Eindruck bleiben, denn im Grunde ist Lukas alles andere als schüchtern! Ein jede Single-Frau, die dieses Buch in die Hände nimmt, wird von Lukas wohl angetan sein, denn im Grunde ist er nicht nur eine gute Seele, sondern auch ein echter Gentlemen! 

Erlebt man die Geschichte von Lukas und Pippa, so erlebt man die Geschichte zweier wundervoller Menschen, die sich auf ganz absurdem Wege kennenlernen und sich ähnlicher sind, als man es auf den ersten Blick vermuten würde. Im laufe der Zeit öffnen sich die beiden und erzählen einander Dinge, die man sonst nicht einfach so einer wildfremden Person preisgibt und schaffen so eine Intimität und Nähe, dass es einem fast den Atem verschlägt. 

Ich habe schon viele Liebesromane, romantische Tragödien/Komödien und vieles anderes derartiges gelesen, aber selten hat mich eine Geschichte so sehr berührt, wie diese hier. Zwei völlig Fremde, die sich kaum kennen und im heutigen, hektischen Zeitalter die bereitgestellte Zeit nutzen, um etwas über einen völlig Fremden zu erfahren. Je länger sich die beiden unterhalten, desto klarer wird, dass sie füreinander geschaffen sind, denn nicht nur ihr Humor gleicht sich, sondern auch ihre ganze Persönlichkeit ist sich sehr ähnlich, was uns hin und wieder in einem regelrechten Film-Zitat-Battle bewiesen wird! Dabei schlagen sich unsere beiden liebsten Protagonisten Film-Zitate um die Ohren, 
die sich gewaschen haben und auch als nicht so versierter Film- und/oder Serienschauer versteht man diverse Anspielungen recht gut. Manchmal wirken die beiden auf eine unglaublich tolle Art und Weise total "nerdig", eine Tatsache, die die beiden nur tiefer in mein Herz tauchen ließ!

Die Kulisse des Flughafens, an dem sich die beiden zwangsweise befinden, empfand ich als etwas außergewöhnliches, etwas neues, was zumindest ich so bisher noch nie gelesen hatte. Auch die umstehenden Personen, wie die Großfamilie, die Pippa gleichermaßen nervt, wie auch irgendwie beeindruckt, ist ein fester Bestandteil der Geschichte und auch, wenn wir sie nie wirklich kennenlernen, gehören sie einfach dazu. 

Dieses Buch hat einen wahren Schwall an Gefühlen in meinem kleinen Leserherz aufgewühlt und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich fast behaupten, dass ich mich in klein wenig in dieses wundervolle Buch verliebt habe. Aus diesem Grund kann ich euch nur einen Tipp geben: Lest es - besonders weil ihr sonst nie erfahren werdet, ob sich die beiden doch noch wiedersehen...

Wertung: 5 von 5 Sterne!


Ein herzliches Dankeschön an den Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! 

Samstag, 14. März 2015

[Interview] Mit dem tollen Autoren-Duo Rose Snow!

Heute begrüße ich das Autoren-Duo „Rose Snow“ auf meinem Blog und möchte euch ein paar der Fragen vorstellen, die ich den beiden für mein Interview gestellt habe! J 

Ihre beiden Romane „Was sich liebt, das rächt sich nicht“ und „Racheengel küsst man nicht“ habe ich in den letzten Monaten auf meinem Blog gelesen und rezensiert, vielleicht erinnert ihr euch? Hier und hier findet ihr nochmal die Rezensionen zu Band 1 und 2. Und nun wünsche ich euch viel Spaß, beim lesen :)




Erst einmal herzlich Willkommen auf meinem Blog, ich freue mich sehr, dass ihr einem kleinen Interview zugestimmt habt und mir ein bisschen von euch und euren Büchern erzählen möchtet!

Dankeschön, Nina – wir freuen uns riesig, hier zu sein!


Wir kennen euch nur unter dem Pseudonym „Rose Snow“ und auch auf eurer Internetseite verratet ihr nicht besonders viel über euch. Plaudert doch mal ein wenig aus dem Nähkästchen! J

Also wir kennen uns seit unserer Schulzeit in Wien, leben nun jedoch aus beruflichen Gründen in Hamburg und Wien; und haben nicht nur unsere Freundschaft, die uns verbindet, sondern auch eine gemeinsame Liebe für Bücher. Unsere erste Kurzgeschichten haben wir bereits in der Schulzeit verfasst ... äh...manchmal auch während des Unterrichts (das werden wir unseren Kindern jedoch nicht erzählen ;))


Auf eurer Homepage schreibt ihr, dass ihr schon seit Kindheitstagen zusammen Geschichten schreibt. Wann kam der Entschluss, gemeinsam ein Buch zu schreiben?

Das war vor ungefähr 8 Jahren. Wir saßen an einem perfekten Sommerabend auf Carmens Balkon und schwelgten in Erinnerungen an unsere schreckliche Schulzeit, die in Wahrheit gar nicht so schlimm gewesen war. Und plötzlich drängte sich durch das leise Zirpen der Grillen hindurch der ziemlich laute Wunsch an die Oberfläche, über die vergangenen Erlebnisse ein Buch zu verfassen. Wir kamen dann irgendwann zu dem Schluss, dass autobiografische Inhalte wohl doch nicht so unser Ding seien – doch die Sehnsucht, Schriftsteller zu werden, ist bis heute geblieben.


Wo kommen euch eure Ideen, was inspiriert euch?
Die Antwort klingt so banal, dabei ist sie es eigentlich gar nicht. Inspiration bietet uns vor allem das tägliche Leben. Ob das nun ein verrückter Zeitungsartikel ist, der Gesichtsausdruck einer alten Frau an der Bushaltestelle, die neueste Dating-Anekdote einer Freundin oder der Trotzanfall des eigenen Kindes. Der Alltag steckt voller peinlicher und lustiger oder besonderer Momente, die sich zu Geschichten spinnen lassen – und ganz oft entdecken wir diese erst im Gespräch miteinander. Man könnte also sagen, wir inspirieren uns durchaus gegenseitig. J


Habt ihr eine bestimmte Lieblingsfigur in einem eurer Romane?
Das ist eine erstaunlich schwierige Frage und ein bisschen so, als müsste eine Mutter sagen, welches von ihren Kindern sie am liebsten mag. ;) Die Antwort ist also ein entschiedenes: jein. Aber es gibt Tendenzen. Gérard zündet sich siegessicher eine Zigarette an. Hinter ihm zanken sich Schönrichtig und Richard um den Platz des schrulligsten Nebencharakters, Katja nutzt den Moment um Maya Kaffee über die Bluse zu schütten und Rachel zieht seufzend eine Augenbraue hoch. Wir lieben sie einfach alle!  


Entspringen alle eure Figuren ausschließlich eurer Fantasie oder haben sie Charakterzüge aus der Familie / von Freunden? 
Mal überlegen. Als wir von der autobiografischen Schiene abgerückt sind, haben wir uns wohl auch unbewusst dafür entschieden, niemanden aus unserem Familien- oder Freundeskreis für unsere Charaktere Modell stehen zu lassen. Unsere Figuren entspringen also tatsächlich unserer Fantasie – allerdings helfen wir uns mit ein paar einfachen Tricks, um sie schneller „zu fassen“ zu kriegen. Dazu erstellen wir einen Charakterbogen und legen fest, welchem Prominenten sie ähnlich sehen. Der Rest ergibt sich dann beim Schreiben praktisch von selbst. 


Wie lange hat es gedauert, bis aus der Idee eine fertige Geschichte wurde?
Das ist ganz unterschiedlich. Bei unserem ersten Band dauerte es ewig und drei Tage. Wir hatten erst eine Kurzgeschichte, daraus wurde ein Buch, daraus wiederum ein Blog, dann lernten wir Claudia Winter (die Autorin von „Aprikosenküsse“, Anm.) kennen, die uns riet, die Story neu zu plotten. Das taten wir dann auch. Alles in allem haben wir an Band 1 gefühlte zwei Jahre herumgebastelt. ;)
Für Band 2 ließen wir die Leser abstimmen, mit welchen Figuren die Geschichte weitergehen soll – geplottet haben wir dann in einer Woche, geschrieben und überarbeitet in weiteren 10 Wochen. Da ging es also zack zack. J

Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr euer erstes, veröffentlichtes Buch in den Händen gehalten habt?
Verliebt, stolz und verdammt glücklich.


Dürfen wir uns schon auf weitere Romane aus der Reihe „Liebe trifft Rache“ freuen, oder habt ihr etwas gänzlich anderes in Planung? 
Jaaa! Ihr dürft euch freuen! J Und ja, wir haben auch noch jede Menge anderer Sachen in Planung. Ulli ist die perfekte Ideen-Maschine, in ihr rattert es ständig und wir könnten gut und gerne mit mindestens 7 verschiedenen Projekten ins neue Jahr starten. J Allerdings reicht dafür leider nicht die Zeit. Was wir aber fix versprechen können, ist eine Fortsetzung, die nahtlos an das Ende des zweiten Bandes anschließt und auch die Charaktere aus Band 1 wieder ins Boot holt. Hach, wir freuen uns schon riesig auf das Wiedersehen!


Was glaubt ihr, wer ist euer größter Fan? 
Wir haben ein paar Rezensionen gelesen, deren Verfasserinnen sich den Titel mehr als verdient hätten, weil sie uns allesamt Tränen des Glücks in die Augen getrieben haben. Und wir haben einen „treuesten“ Fan, Katharina, die von Anfang an unseren Blog geliebt hat, die extra quer durch Deutschland mit dem Bus gefahren ist, um uns auf der Frankfurter Buchmesse zu treffen, und die in den Jahren seit dem ersten E-Mail-Kontakt zu einer richtigen Freundin geworden ist.


Welche Bücher/welches Genre lest ihr selbst gerne?
Wir lieben Liebesromane. Ob lustig, ob dramatisch oder erotisch, ob mit Fantasy oder ohne, ob verpackt in Jugendbüchern oder historischen Romanen – Liebe geht immer. Es ist ein so universelles Thema, es begegnet jedem von uns in seinem Leben und jeder sehnt sich danach.

Natürlich muss es aber nicht immer Liebe sein. Es klingt meist seltsam, wenn man sagt, man liest „alles“ gerne. Und doch stimmt es für uns irgendwie. Wir sind der Meinung, dass es für jede Stimmung und jede Lebenslage das passende Buch gibt, dass dich genau da abholt, wo du gerade stehst. 


Welches berühmte Buch hättet ihr gerne geschrieben?
Spontan hätten wir jetzt gesagt: Harry Potter. Nicht nur wegen der vielen Millionen und des Ruhms, sondern vor allem wegen der Fans.
Rowling hat es geschafft, eine ganze Generation zu begeistern – welcher Autor wünscht sich nicht dasselbe?


Meine größte Schwäche sind wohl Süßigkeiten und gute Bücher. Was würdet ihr als eure größte Schwäche betrachten? 
Cool wäre jetzt eine unheilbare Leidenschaft für gelbkarierte Pappmaché-Schildkröten (eine Bekannte von uns kann an keinem Möbelgeschäft vorbeigehen, ohne ein buntes Sofakissen zu kaufen). Aber die Wahrheit ist wesentlich langweiliger: Seit wir den Kindle besitzen, sind es ganz klar die eBooks. Wir haben inzwischen mehr davon, als wir in den nächsten 3 Jahren – realistisch betrachtet – lesen können. Das einzig Gute ist, dass eBooks im Gegensatz zur Milka Nuss-Schokolade nicht rund machen. (Leider lieben wir Milka Nuss-Schokolade mindestens genauso.)


Ich bedanke mich recht herzlich für die Beantwortung der Fragen und wünsche euch noch einen wundervollen Tag!

Wir sagen danke für das tolle Interview!