Mittwoch, 22. Juli 2015

[Rezension] Anna Todd - After 02 - After truth

Inhalt
Tessa hat die Beziehung zu Hardin beendet und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr früheres Leben zurück. Doch Hardins Anziehungskraft ist stark wie zuvor und er ist hartnäckig, wie eh und je. Doch wird er sich ändern, wenn Tessa nachgibt? Gibt es für ihre Liebe eine zweite Chance?

Info's zum Buch:
Seitenzahl: 768
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 12,99 € (Broschiert) / 9,99 € (E-Book)

Erster Satz des Buches
"Ich spüre weder den eisigen Asphalt unter den Knien, noch den Schnee, der mich bedeckt."

Fazit
"After truth" ist der zweite Teil der "After" Reihe von Anna Todd. Nachdem der erste Band schon sehr umstritten war, kam ich natürlich nicht umhin, diesen dennoch zu lesen. Wie ihr euch vielleicht erinnert, war ich begeistert von diesem Roman, sodass ich nun auch den zweiten Band verschlingen musste! 

Wer Band 1 nicht gelesen hat, der sollte dies nicht nur schleunigst nachholen, sondern auch am besten diese Rezension nicht lesen - ich kann nämlich nicht versprechen, dass ich nicht an der ein oder anderen Stelle etwas spoilere! Band 2 jedenfalls knüpft nahtlos an das Ende des ersten Bandes an und so finden wir Hardin, auf der ersten Seite direkt, auf den Knien im Schnee. Verlassen. Erschüttert. Nachdem Tessa die schauerliche Wahrheit erfahren hat, lässt sie ihn stehen, Verzeihung, knien und dampft ab. Ich für meinen Teil finde es sehr gut, dass Teil 2 exakt dort ansetzt, wo wir Band 1 zugeschlagen haben. Es gibt keinen Rückblick, keine Aufklärung, kein "das war einmal und jetzt stehen wir da und da". Dies setzt natürlich voraus, dass man den ersten Band kennt und vor nicht allzu langer Zeit gelesen hat, allerdings ist auch davon auszugehen, dass man nach dem zweiten Band lechzt, wenn man den ersten gelesen hat und die Zeitspanne dazwischen nicht allzu groß ist :D 

Wie bereits im ersten Band verfolgen wir das Leben und Lieben von Tessa und Hardin mit jedem Schritt und auch hier neigt der Leser möglicherweise so manches mal dazu, die Protagonisten am Kragen packen zu wollen, um sie mal ordentlich durchzuschütteln. Auch wenn die beiden in "After truth" scheinbar erwachsener geworden sind, was besonders auf Tessa zuzutreffen scheint, ist ihre Beziehung ein ständiges auf und ab - ähnlich wie in Band 1. Dieses Mal sind diese Schwankungen jedoch deutlich besser "begründet", denn es kommen nicht nur Dinge aus der Vergangenheit ans Licht, die tatsächlich alles erschüttern, sondern es passieren Dinge, mit denen man noch zu Beginn der Geschichte um Hardin und Tessa keinesfalls gerechnet hätte. Diese Faktoren sorgen nicht nur dafür, dass man Seite um Seite verschlingt, sondern sich viel mehr in deren Lage versetzen kann, denn von unnötigen Streits, wie sie in "After passion" gefühlt auf jeder zweiten Seite vorkamen, sind wir hier weit entfernt. Hardin mag sich zwar, bezüglich seiner Wutausbrüche, nicht wesentlich gewandelt haben, jedoch bemerkt man deutlich, wie er versucht, sich in den Griff zu bekommen - was alleine schon gewürdigt werden sollte! Trotzdem finden die beiden irgendwie nicht mehr richtig zusammen, ständig kommt eine neue Enthüllung, ständig distanzieren sich die beiden voneinander und manchmal möchte man die beiden einfach nur in einen Raum zerren und abschließen, damit sie dazu gezwungen sind, nicht nur ehrlich zueinander zu sein, sondern auch mal über alles zu reden. 

In der Rezension zu "After passion" bemängelte ich die Sex-Szenen, die auf mich gekünstelt und unglaubwürdig wirkten, dies kann ich nach der Lektüre dieses Romanes jedoch absolut nicht mehr bestätigen. In "After truth" wirken diese Szenen durchaus ansprechend und sehr viel flüssiger, als es im Vorgängerroman der Fall war, zusätzlich sind diese Szenen rarer gesät, was ich persönlich angenehmer fand. Auch Hardins Neigung, das Wörtchen "Fuck" zu nutzen war hier weniger anstrengend, da er es nicht mehr so übertrieben oft anwendete, wie zuvor (vielleicht baut man aber auch als Leser irgendwann eine Toleranz auf? :-D). 

Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass wir dieses Mal auch ein paar der anderen Charaktere besser kennenlernen, so zum Beispiel Zed, der mir sogar regelrecht sympathisch wird. Auch wenn man manchmal den Eindruck bekommt, dass auch er nicht so ganz lautere Motive hat, was den Umgang mit Tessa angeht, so weiß er sich doch geschickt zu verhalten, um Sympathiepunkte zu sammeln. Landon, den ich bereits in "After passion" schon sehr toll fand, punktet auch hier kräftig und hat sogar den ein oder anderen guten Rat für Hardin übrig... eine ungleiche Freundschaft scheint sich zu entwickeln! 

Insgesamt muss ich sagen, dass mir "After truth" deutlich besser gefiel, als "After passion". Wer also vom ersten Roman schon begeistert war, sollte sich auf jeden Fall an den Nachfolgeband heranwagen, denn er ist wirklich lesenswert. Anna Todd hat ihren eigenen Stil und verfolgt diesen treu - ich bin wirklich gespannt, welche Werke uns nach der "After" Reihe noch erwarten werden! 

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Montag, 20. Juli 2015

[SuB-Nachschub] Rezensionsexemplare und gekaufte Büchlein für meinen SuB!

Heute möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, die in den letzen Wochen so bei mir eingetrudelt sind.. vielleicht ist ja auch das ein oder andere für euch dabei?

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich Physiotherapeutin und versuche, euch ab und an auch ein Fachbuch näher zu bringen! Da ich mich selbst auch sehr für Kinesiotaping interessiere, habe ich beim Springer Verlag angefragt, ob ich das K-Taping Buch rezensieren dürfte - ich habe schon angefangen es durchzuarbeiten und freue mich wahnsinnig darauf, euch die Rezension zu präsentieren :)

Birgit Kumbrink - K-Taping

K-Taping - das erfolgreichste Fachbuch für erfolgreiches Behandeln: Kursbegleiter und Praxishandbuch in einem - für Therapeuten, die eine Ausbildung in der Behandlungsmethode K-Taping absolvieren oder bereits abgeschlossen haben. Im Theorieteil werden die Grundlagen des K-Taping im Überblick dargestellt. Im Praxisteil, der nach Anlagetechniken gegliedert ist, werden die geeigneten Techniken für rund 70 Symptombilder veranschaulicht. Dies wird ergänzt durch knappe Handlungsanleitungen und praktische Hinweise zu Befund, Durchführung und Dosierung, typischem Behandlungsverlauf sowie Tipps zur Anwendung. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Auch wenn der erste Band der "After" - Reihe sehr umstritten war, war ich dennoch begeistert und habe mir vor einigen Tagen den zweiten Band "After truth" gekauft und auch schon gelesen! Die Rezension folgt... :)

Anna Todd - After 02 - After truth

Zutiefst verletzt hat Tessa ihre stürmische Beziehung zu Hardin beendet. Seit sie die Wahrheit über ihn erfahren hat, fühlt sie sich verraten und gedemütigt. Sie will ihr Leben zurück – ihr Leben vor Hardin. Doch da ist die Erinnerung an seine leidenschaftliche Liebe, seine Berührungen, die hungrigen Küsse. Ihr Verlangen nach dem unberechenbaren Mann mit den grünen Augen ist immer noch zu stark. Und sie weiß, dass er sie nicht einfach aufgeben wird. Aber kann er sich ändern? Können sie einander retten, oder wird der Sturm sie in die Tiefe reißen? (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Außerdem darf ich ein wundervolles Print-Exemplar der neuen Trilogie der wundervollen Damen um Rose Snow mein eigen nennen! Ich freu mich schon WAHNSINNIG auf das lesen dieses Schätzchens!!


Rose Snow - Acht Sinne - Band 1 der Gefühle

Tauche ein in die Welt der 8 Sinne: 
Wut. Ekel. Trauer. Wachsamkeit. Freude. Erstaunen. Vertrauen. Angst. 
Welches Gefühl ist Deines?  

Als Lee nach ihrem Tod in einer magischen Parallelwelt der Gefühle erwacht, trifft sie nicht nur auf den arroganten, gutaussehenden Ekelträger Ben - sie gerät auch noch ins Visier eines tödlichen Geheimbundes ... (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Mittwoch, 15. Juli 2015

[Rezension] Jojo Moyes - Ein Bild von Dir

Inhalt
Ein Gemälde kann alles verändern. Und sogar zwei Liebespaaren über ein Jahrhundert hinweg eine Gemeinsamkeit schenken. Paris zu Zeiten des ersten Weltkrieges. Sophie versucht, für ihre Familie und ihren Mann Edouard (der an der Front kämpf) stark zu sein und außer einem Gemälde, das sie selbst porträtiert, erinnert nichts mehr an die glücklichen Zeiten. 
Einhundert Jahre später trauert Liv immer noch um ihren Ehemann David, der vor vier Jahren überraschend verstarb. Einzig ein Bild - Sophies Bild - ist ihr noch geblieben und daran klammert sie sich verzweifelt fest. Doch als ihr jemand das Gemälde versucht zu entreißen, setzt Liv alles daran, es behalten zu dürfen... 

Infos zum Buch
Seitenzahl: 544 Seiten
Verlag: rororo Verlag
Preis: 14,99 € (Broschiert) / 12,99€ (Ebook)

Erster Satz des Buches
"Ich träumte von Essen. 

Fazit
"Ein Bild von Dir" ist ein Roman der Autorin Jojo Moyes. Da ich bereits alle anderen Bücher der Autorin gelesen habe und bekennender Bewunderer ihrer Geschichten bin, konnte ich mir natürlich auch dieses Werk nicht entgehen lassen. Das Buch erschien bereits im Januar und leider muss ich sagen, dass ich seitdem nicht wirklich dazu kam, es zu lesen. Im Nachhinein bedacht, muss ich wohl zugeben, dass ich wohl unterbewusst eine Ahnung hatte, dass ich nicht so begeistert sein würde, wie von allen anderen Romanen. Doch lest selbst.

Der neueste Roman der Autorin gliedert sich in zwei Geschichten, auf die ich nun zuerst nacheinander eingehen möchte und dann deren Bedeutung füreinander beschreiben/beurteilen möchte. 


Die Geschichte, mit der das Buch beginnt, spielt zu Zeiten des ersten Weltkrieges. Dort lernen wir Sophie kennen, eine junge Frau, die mit ihrer Schwester und deren Kindern in einem kleinen Dörfchen im Norden von Frankreichs wohnt und dort mithilft, ein kleines Lokal am Laufen zu halten. Wir erfahren viel über Sophie, ihre Schwester Helene, deren gemeinsamer Bruder Aurelien, sowie ein wenig über die beiden Kinder von Helene und können uns so ein wenig in das Leben während des ersten Weltkrieges einfühlen. Sowohl Helenes, wie auch Sophies Mann mussten an die Front und nun bleibt den Schwestern nichts anderes übrig, als das Leben erstmal alleine zu bestreiten. Wie es im Krieg oft so ist, ist das Leben schwierig, die Menschen grausam und das Essen knapp. Doch als ob das nicht genug wäre, wird Sophies und Helenes Lokal auch noch auserkoren, für die Deutschen Besatzungssoldaten zu kochen. Daraufhin nimmt das Unheil seinen Lauf und als der Kommandant der Truppe dann auch noch Gefallen an Sophies Porträt findet, werden die Zeiten schwieriger denn je...


Mir persönlich fiel es zu Beginn der Gesichte etwas schwer, mich in ebendiese einzufinden, was wohl nicht nur am Schreibstil der Autorin lag, sondern eben auch an der Tatsache, dass sie die Geschichte zu Beginn etwas dahinplätschern ließ. Nach einiger Zeit hat man sich jedoch eingelesen und schon bald findet man sich darin wieder, mitten im Krieg. Der Charakter der Sophie, gefiel mir in diesem Teil der Geschichte zwar ganz gut, weil sie eine gewisse Tiefe zeigte, von vielen anderen hätte ich mir jedoch gewünscht, dass sie etwas präsenter bzw. aussagekräftiger gewesen wären. Besonders Sophies Geschwister, Helene und Aurelien werden zwar oft erwähnt, jedoch scheint keiner der beiden eine wirklich zentrale Rolle zu spielen. Sophie begegnet uns jedenfalls als willensstarke, energische Frau, die auch mal etwas aufs Spiel setzt, um sich das Leben zu erleichtern, bzw. sich und ihre Familie zu "retten", was sie über die Maßen sympathisch erscheinen lässt. Wenn man sich also das Leben dieser armen Frau so anschaut und ihren Werdegang verfolgt, so kann man sich zumindest ansatzweise vorstellen, wie es in Frankreich zu dieser Zeit wohl ausgesehen haben muss. Lügen, Verrat, Betrug. Jeder versuchte, das Beste aus seiner Situation herauszuholen, wenn man Pech hatte, sogar auf Kosten anderer. Mir persönlich gefiel dieser Teil der Geschichte sehr gut und im Gegensatz zur zweiten zentralen Geschichte, konnte mich diese sowohl überzeugen, als auch emotional miteinbinden. Ich fühlte mit Sophie und hoffe stets auf ein positives Ende. 


Der zweite Teil der Geschichte, welcher in der heutigen Zeit spielt, handelt von Liv, die um ihren Ehemann trauert, der vor vier Jahren verstorben ist. Vor Jahren schenkte er ihr ein Gemälde, an dem nun ihr ganzes Herz hängt. Über kurz oder lang soll es schließlich dazu kommen, dass Liv das Gemälde an Sophies Familie zurückgeben soll, da es sich (wie vermutet wird) um Diebesgut aus dem ersten Weltkrieg handelt. Liv kämpft verbissen um dieses Gemälde, auch wenn sie dadurch alles andere verliert...


Auch wenn es mir deutlich leichter viel, Zugang zu dieser Geschichte zu erhalten, so muss ich doch zugeben, dass sie mir insgesamt deutlich weniger gut gefiel, als die Geschichte um Sophie. Vorrangig lag dies daran, dass ich Liv nicht nur als Person über die Maßen unsympathisch fand (was sich im Laufe des Romanes noch drastisch verschlimmerte), sondern auch ihre Gründe zu agieren nicht wirklich nachvollziehen konnte. Natürlich ist es schwer, etwas loszulassen, dass einem der verstorbene Ehemann geschenkt hat, aber ab einem gewissen Punkt sollte man doch auch mal abwägen, ob es das wirklich Wert ist! Liv erweckt oft den Eindruck von grenzenloser Naivität und an vielen Stellen des Buches war ich geneigt, sie einfach einmal Schütteln zu wollen...was leider nicht möglich war. Die Story an sich war eigentlich ganz interessant, im Grunde genommen aber eigentlich nicht über die Maßen spannend. Wirklich berühren konnte mich weder Sophies Trauer, noch der vermeintliche Verlust ihres Gemäldes, was ich persönlich eigentlich ziemlich schade fand, denn was ist schon ein Buch, dass keinerlei Emotionen im Leser weckt? 

Was die beiden Geschichten und deren Verknüpfung angeht, so war ich doch positiv überrascht, denn auch wenn ich von der zweiten Geschichte absolut nicht  begeistert war, so konnte die Verknüpfung dessen dann doch etwas punkten. Die Idee, ein Gemälde zwei Ehepaare über ein Jahrhundert zu verbinden gefiel mir ausnehmend gut, besonders, weil ich so etwas bisher noch nicht gelesen hatte und dies über viele alte Dokumente zu vollziehen fand ich zwar nicht sonderlich originell, aber effektiv. Auch wenn man sich vielleicht fragt, wie es klappt, dass diese Dokumente über Jahrzehnte hinweg überdauern und zwei Weltkriege überlebt haben, mag zwar etwas utoptisch sein - aber das spielt eigentlich keine Rolle. 

Insgesamt konnte mich dieses Buch also nur mittelmäßig überzeugen, weswegen ich (im Gegensatz zu den anderen Romanen) recht lange brauchte, um mich hier durchzukämpfen. Schade, eigentlich.

Wertung: 3 von 5 Sterne!

Sonntag, 12. Juli 2015

[Ebook-Rezension] Christiane Bößel - Liz und Vincent 01 - Liebessprung

Inhalt
Elisabeth, genannt "Liz", ist Krankenschwester auf der urologischen Station eines Krankenhauses. Sie lebt für ihren Beruf und wünscht sich nebenbei eigentlich nichts weiter, als ein normales Leben und einen liebenden Mann. Am liebsten wäre ihr dabei Kollege Helmut - der sie zwar mit Vorliebe in sein Bett lässt, sein Herz jedoch verschließt. Eines schönen Tages trifft Liz die Liebe dann aber mit voller Wucht und Helmut ist fast vergessen - denn der schöne und komatöse Patient, der Liz so fasziniert scheint so anders zu sein, als Helmut... obwohl er ganz genauso aussieht! Als er nach einiger Zeit aus dem Koma erwacht, behauptet er, dass er aus einer anderen Dimension stammt und Liz hält ihn zuerst für verrückt... doch tief in ihrem innersten glaubt sie ihm. Doch eine Zukunft für die beiden scheint ungewiss, als der schöne Koma-Patient (Vincent) plötzlich spurlos verschwindet...

Erster Satz des Buches

"Ich hatte die Schnauze voll von Penissen."


Zitate
"Ich hatte die Schnauze voll von Penissen. Nicht im wörtlichen Sinn. Natürlich nicht. Ich war keine Prostituiert oder sexsüchtig oder sowas in der Art. Ich war lediglich Krankenschwester auf einer urologischen Station im Margarethen, einem kleinen, katholischen Krankenhaus in der Münchner Innenstadt. Und ich wollte einfach keine Penisse mehr sehen. Ich weiß, es ist nicht besonders nett, Personen auf ihre Geschlechtsteile zu reduzieren, schließlich beschweren wir Frauen uns ständig darüber, dass Männer genau das bei uns machen. Aber ich konnte nicht anders."

Fazit
"Liebessprung" ist der erste Teil einer Trilogie von Christiane Bößel. Als sie mich fragte, ob ich ihr Buch gerne rezensieren möchte, sagte ich erfreut zu und kurze Zeit darauf hatte ich den Roman auch schon gelesen. 

Schon die ersten paar Zeilen bringen einen zum Schmunzeln und ich hatte mich schon darauf gefreut, einen humorvollen Roman zu lesen, der mich neben enttäuschten Liebschaften und romantischen Gefühlen gut unterhalten würde. Leider war der Roman im weiteren Verlauf nicht mehr ganz so erheiternd, aber dennoch sehr lesenswert. Zugegeben, das Leben unserer Protagonistin ist nicht besonders witzig, denn sie führt kein einfaches Leben. "Neben ihrer Arbeit" gibt es eigentlich gar nicht, denn Liz ist quasi mit ihrem Beruf als Krankenschwester verheiratet. Auch wenn sie voll darin aufgeht, fragt sie sich häufig, wie lange sie eigentlich noch mit "alten Penissen" konfrontiert werden soll und denkt über einen Stellenwechsel nach. Bislang fehlte ihr der Elan, doch als sich Kollege Helmut, den Liz nicht nur stumm anhimmelt, als totales Charakterschwein entpuppt, der nicht davor zurückschreckt, sie als eines seiner Betthäschen zu benutzen, kommt unsere gepeinigte Krankenschwester endlich in die Puschen und sucht sich einen neuen Job. 

Auf der Intensivstation des neuen Krankenhauses fühlt sie sich zuerst etwas überfordert, doch die neuen Kollegen nehmen sie schnell unter ihre Fittiche und unterstützen, wo sie nur können. So macht Liz schließlich Bekanntschaft, mit einem verletzten Unbekannten, der eines Tages auf die Intensivstation eingeliefert wird - versunken im tiefsten Koma. Trotzdem ist Liz wie vom Donner gerührt, denn der schöne Unbekannte scheint kein anderer zu sein, als der Ex-Kollege Helmut! Nach eingehender körperlicher Inspektion wird jedoch klar, dass es sich nicht um Helmut handeln kann und Liz beginnt nachzuforschen... Je mehr sie sich mit dem Unbekannten beschäftigt, desto interessanter findet sie ihn und bald entwickelt sie intensive Gefühle, für den komatösen Patienten. Als er aufwacht, lernen sich die beiden schnell näher kennen und Vincent erzählt ihr wundersame Geschichten über sein Leben und seine Herkunft...

Liz ist schon zu beginn eine sympathische Persönlichkeit, der man ihre Liebe und Abneigung für ihren Beruf deutlich anmerkt. Leider ist es, wie so oft: Man opfert sich auf und das wird ausgenutzt. Dies muss auch Liz erfahren, denn ihre Arbeitskollegen wissen sehr wohl, wie sehr Liz in ihrem Beruf aufgeht. Bezüglich der Männerwelt scheint unsere liebe Hauptprotagonistin jedoch etwas naiv zu sein, denn trotz der Offensichtlichkeit scheint ihr verborgen geblieben zu sein, was für ein Charakterschwein ihr Angebeteter Helmut ist. Für den neutralen Betrachter recht deutlich, scheint er für Liz jedoch der Traummann schlechthin zu sein und so lässt sie sich schnell um den Finger wickeln. Als ihr der begangene Fehler bewusst wird, fällt sie nicht nur in ein tiefes Loch, sondern denkt in einem kurzen Moment der schwäche tatsächlich noch darüber nach, ihm zu verzeihen. Glücklicherweise greift hier Liz beste Freundin ein und schickt den Macho schneller in die Wüste, als er gucken kann. Trotzdem hat man das Gefühl, dass Liz ihre Gefühle in aller Regel recht schlecht im Griff hat: sie ist sehr sprunghaft und fühlt dann gleich recht intensiv. 

Vincent umgibt zu Beginn eine geheimnisvolle Aura, denn keiner weiß so genau, wo er herkommt und wer er ist. Sobald er aus dem Koma erwacht, zeigt er uns bzw. Liz gegenüber eine recht gebieterische Seite, was Liz jedoch nicht zu stören scheint - ich für meinen Teil hätte ihn wohl recht schnell in seine Schranken gewiesen. 

Den Roman zu beurteilen, ist nicht so einfach, wie man denken mag, denn es gab sowohl positive, als auch negative Aspekte, die ich nun näher ausführen möchte. Zwar ist der Roman recht humorvoll und entlockt uns so manches Mal ein Lächeln, jedoch würde man bei diesem ersten, extrem witzigen Kapitel erwarten, dass der Roman weiterhin so bleibt - ich persönlich war ein wenig enttäuscht, dass dieser Roman nicht anhaltend so lustig war, wie erwartet. Zudem ist er ab dem Zeitpunkt, ab dem Vincent uns von seinem Paralleluniversum berichtet, sehr eigenwillig und driftete zeitweise etwas ins skurrile ab. Nach und nach entwickelte sich dieses Paralluniversum und Vincents Erzählungen dessen dann aber zu einer festen Konstante, die ich nicht nur nebensächlich akzeptieren musste (und eben so hinnahm), sondern immer mehr Begeisterung dafür aufbringen konnte und am spannendsten/interessantesten Punkt der Geschichte endet dann schließlich der Roman. Sehr schade! Dennoch bin ich nun, trotz des guten Starts, des holprigen Zwischenstückes und des tollen Ende's angefixt und kann es kaum erwarten, bis die Fortsetzung von Liz und Vincent erscheint!

Wertung: 4 von 5 Sterne!

Dienstag, 7. Juli 2015

[Rezension] Jojo Moyes - Die Tage in Paris

Inhalt
Flitterwochen in Paris... Wer hat noch nicht davon geträumt? Sophie und Edouard leben diesen Traum im Jahre 1912. Und auch Liv und David reisen im Jahre 1998 nach Paris. Zwei Paare, zwischen denen ein ganzes Jahrhundert liegt und die unterschiedlicher nicht sein könnten - und sich doch auf gewisse Weise ähneln. Bei beiden Paaren laufen die Flitterwochen nicht ganz so ab, wie sie es sich erhofft hätten: erst ein Bild bringt die Paare einander wieder näher. Ein Bild, das Edouard gemalt hat...und das Liv beim Besuch eines Museums entdeckt. 

Infos

Seitenzahl: 112 Seiten
Verlag: rororo Verlag
Preis: 8,00 € (Gebundene Ausgabe) / 5,99€ (Ebook)
Wissenswert: Vorgeschichte von "Ein Bild von Dir"

Erster Satz des Buches

"Liv Halston klammert sich an das Geländer auf dem Eiffelturm, blickt durch die Rauten des Sicherheitsgitters auf Paris hinunter und fragt sich, ob schon jemals zuvor irgendwer so katastrophale Flitterwochen erlebt hat."

Fazit

"Die Tage in Paris" ist eine Geschichte der Autorin Jojo Moyes und die Vorgeschichte des Romanes "Ein Bild von Dir". Da ich begeisterte Anhängerin der Romane von Jojo Moyes bin, kam ich natürlich nicht umhin, dieses Büchlein, zusätzlich zum normalen Roman zu erwerben und zu lesen. So ließ ich mich also entführen, in ein Paris in den Jahren 1912 und 1998...

In dieser Geschichte bekommen wir parallel zwei Handlungsstränge erzählt: Einmal befinden wir uns in Paris, 1912, als die junge Verkäuferin Sophie gerade den Maler Edouard Levefre geheiratet hat und sich in den Flitterwochen befindet. Edouard ist ein begnadeter Künstler, kennt alle Welt und muss mit jedem sein junges Glück teilen. Sophie hingegen ist eine ehemalige Verkäuferin, die ihr Glück bisher kaum fassen kann, einen so wundervollen Mann geheiratet zu haben. Doch schnell ist das Glück getrübt und Edouard fertigt nach einem Streit ein Bild an, auf dem seine Gatten sehr verstimmt porträtiert wird. 


1998 wird Liv, die sich gerade mit ihrem frisch angetrauten Ehemann David in den Flitterwochen befindet, auf dieses Gemälde aufmerksam, denn es entspricht exakt ihrer aktuellen Gemütslage. Ihr Ehemann nutzt die Zeit in Paris nämlich lieber, um seinen geschäftlichen Dingen nachzugehen, statt die Zeit mit ihr zu verbringen.  


Beide Paare profitieren von diesem Bild und kommen einander nun wieder näher...

(c) by Book-addicted
Die Geschichte um Sophie und Edouard wird aus der Sicht von Sophie in der Ich-Form und in der Vergangenheit erzählt, womit ich mich eigentlich ganz gut identifizieren konnte. Weniger zurecht kam ich mit der Sicht des "Erzählers" und der Gegenwartsform von Liv's Geschichte. Dennoch fand ich die Unterscheidung der Zeit und der Sichtweise recht gut, denn so konnte immer zwischen der "gegenwärtigen" Situation und der Vergangenheit unterschieden werden. Dies erleichterte auch das "auseinanderhalten" der beiden Paare, auch wenn man eigentlich selten in die Verlegenheit kommen sollte, die Geschehnisse innerhalb der Beziehungen miteinander zu verwechseln. Die Tatsache, dass die beiden Erzählstränge parallel nebeneinander erzählt werden, gefiel mir ausnehmend gut, denn es peppt nicht nur die Geschichte auf, sondern vergleicht auch zwei Frauen mit ähnlichen Problemen, zu einer völlig unterschiedlichen Zeit. 

Die Gefühlswelt der einzelnen Protagonisten ist sehr gut nachvollziehbar und wie in den bisherigen Jojo Moyes Romanen wird man auch hier regelrecht in die Geschichte gerissen - und will nicht mehr aufhören zu lesen.

(c) by Book-addicted
Besonders gut gefielen mir auch die Illustrationen, die in diesem Büchlein vorzufinden waren. Auch wenn der ein oder andere vielleicht behaupten mag, dass sie das Leseerlebnis schmälern, weil Platz wegnehmen, so kann ich hier absolut nicht zustimmen. Ich empfand diese Bilder als wundervolle Ergänzung zu einem wundervollen Roman!

In einigen anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass sich vielfach darüber beschwert wurde, dass der Aufenthaltsort des Bildes in der Kurzgeschichte eine andere sei, als im eigentlichen Buch. Ich persönlich empfand das jetzt nicht unbedingt als störend, für mich stellt diese Kurz- bzw. Vorgeschichte vielmehr eine eigene, eigenständige Geschichte dar, die nur bedingt mit "Ein Bild von Dir" in Verbindung steht. 

Insgesamt war ich von "Die Tage in Paris" begeistert, denn für eine Vorgeschichte zu einem eigentlichen Roman war mir der Inhalt nicht nur ausreichend, sondern vom Umfang her durchaus im Rahmen. Ich kann euch dieses Büchlein also vorbehaltlos empfehlen!

Wertung: 5 von 5 Sterne

Samstag, 4. Juli 2015

[Rezension] A.L. Kahnau - Blut wie die Liebe

Inhalt
Die 15-jährige Luisa und ihre Mutter ziehen ständig um - und das schon seit Luisa ein kleines Mädchen ist. Nirgends ist sie wirklich zuhause und nirgends hat sie Freunde. Als sie nun mit ihrer Mutter gemeinsam nach Kreuztal zieht weiß sie schon genau, dass sie auch hier nicht besonders lange bleiben wird. Trotzdem freundet sie sich schnell mit Yasin an und fühlt sich bei seiner Familie das erste Mal etwas "Zuhause". Alles könnte so einfach sein, wenn da nicht auch noch Justus wäre, der Luisa völlig den Kopf verdreht. Und dann gibt es da auch noch ein Geheimnis, das alles verändert...

Infos zum Buch

Seitenzahl: 208 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Plattform
Preis: 8,95 € (Taschenbuch) / 0,99€ (Ebook)

Erster Satz des Buches
"Meine Stirn ruht an der kühlen Fensterscheibe unseres alten Polos und ich spüre das Vibrieren der Räder auf dem Asphalt, während wir unserem neuen Zuhause immer näher kommen."

Fazit 
"Blut wie die Liebe" ist der Debüt-Roman der Autorin Anna-Lena Kahnau. Vor einiger Zeit fragte mich die Autorin selbst, ob ich denn gerne ihren Roman lesen und rezensieren würde. Da mich der Inhalt sofort neugierig machte, sagte ich zu und so durfte ich eintauchen, in dieses tolle Erstlingswerk...

Luisa ist ein 15-jähriges Mädel, das uns eigentlich nur Leid tun kann. Statt irgendwo ein "richtiges" zuhause zu haben, mit Freunden, einer Familie und einem Ort, an dem sie sich wohlfühlen kann, muss sie ständig umziehen. Ihr Mutter, die mit 14 schon schwanger wurde, ist somit recht jung und man merkt ihr die Probleme, sich erwachsen zu verhalten, sehr deutlich an. Luisas Mutter sind die ständig wechselnden Beziehungen und ihr eigenes flatterhaftes Leben scheinbar wichtiger, als ihrer Tochter ein dauerhaftes, stressfreieres Leben an einem Ort bieten zu können. Kein Wunder also, dass sich Luisa nicht nur nirgendwo zuhause fühlt, sondern auch nicht wirklich Freunde hat. Als sie an ihrem neuesten Wohnort schließlich Yasin kennenlernt, freunden sich die beiden recht schnell an und zum ersten Mal fühlt sich Luisa an einem Ort wohl. Auch Yasins Familie empfängt sie mit offenen Armen und Luisa weiß gar nicht recht, wie ihr geschieht - zum ersten Mal erfährt sie, was wahre Freundschaft bedeutet. Alles könnte so einfach sein, doch dann verliebt sich Luisa ausgerechnet in Justus.. und setzt damit nicht nur ihre frisch aufgekeimte Freundschaft zu Yasin aufs Spiel, sondern muss auch noch erfahren, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint...


Luisas Geschichte beschreibt das Leben eines Teenagers, der sich nie irgendwo zuhause fühlt. Möglicherweise kennt der ein oder andere von euch genau diese Situation, ich für meinen Teil kann zum Glück behaupten, dass es mir nie so erging. Trotzdem konnte ich Luisas Lebenswandel und die damit verbundenen Gefühle sehr gut nachempfinden. Es ist sicherlich nicht einfach, ständig umzuziehen, keine Freunde und keine Familie zu haben und sich zusätzlich noch nicht auf die eigene Mutter verlassen zu können. Trotz ihrer Jugend scheint Luisa sehr selbstständig zu sein, denn im Grunde sieht sie von ihrer eigenen Mutter nicht viel und muss sich den Großteil der Zeit selbst um alles kümmern. Trotzdem ist Luisa äußerst sympathisch, hilfsbereit und durchaus in der Lage, eine gute Freundin zu sein - auch, wenn sie in Kreuztal das erste Mal in ihrem Leben die Chance bekommt, das tatsächlich zu beweisen. Doch wie es so oft kommt, ist auch hier nicht alles so rosig, wie es auf den ersten Blick scheint. Als sich Luisa mit Sophie anfreundet, muss sie feststellen, dass es auch hinterlistige und gemeine Menschen gibt, die einem nicht nur eine Freundschaft missgönnen, sondern auch noch alles dafür tun, diese zu zerstören. 


Insgesamt konnte ich mich mit "Blut wie die Liebe" absolut identifizieren, denn, im Gegensatz zu vielen anderen Jugendromanen, bietet dieser nur das absolut normale Leben eines Teenagers, wie es genau SO auch im Haus nebenan stattfinden könnte. Keinerlei schnickschnack, keinerlei Unwahrscheinlichkeiten, keinerlei Fantasie oder an den Haaren herbeigezogenes Zeug. Hier bekommt ihr einfach nur die Geschichte eines Mädchens, dass nicht nur die erste Liebe erlebt, sondern genau wie Du und ich durch einige Wirren des Lebens gehen muss, bevor es weiß, womit und wie es am glücklichsten sein kann. Zumindest für diesen Augenblick. 

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!