Freitag, 30. Oktober 2015

[Rezension] Anika Oeschger - E.J. und das Drachenmal

Inhalt
Als Emilia Jane, kurz E.J., wie so oft, unerlaubt im Büro ihres Vaters herumschnüffelt, schneidet sie sich an einem unbekannten Fossil. 
schneidet sich an einem unbekannten Fossil, als sie mal wieder im Büro ihres Vaters herumstöbert. Kurze Zeit darauf beginnt sich nicht nur ihr Finger seltsam blau zu verfärben und schmerzhaft zu pochen auch andere seltsame Ereignisse beschatten E.J. ruhiges Dasein. Da ist dieses blaue Zeug, dass sie ins Schulwaschbecken erbricht, die Hitzewallungen, die zu Brandflecken auf dem Bettlaken führen und das Schweben, welches in einer Ohnmacht und einem Quarantäne-Aufenthalt im Krankenhaus endet, wo sie ein blaues Mal auf ihrem Arm entdeckt... ein Drachenmal. Recht bald wird klar: E.J. ist eine Gezeichnete, mit ganz besonderen Fähigkeiten, die sie nun zu beherrschen lernen muss...

Infos

Seitenzahl: 304 Seiten

Verlag: Riverfield Verlag
Preis:  19,90 € (gebunden) / 15,99 € (Ebook) 

Erster Satz des Buches

"Grelles Licht lässt meine Augen förmlich explodieren, die Kopfschmerzen sind unerträglich."
Fazit

"E.J. und das Drachenmal" ist der Debüt-Roman der Autorin Anika Oeschger. Als mich der Verleger des Riverfield Verlages Alfonso Pecorelli persönlich anschrieb und seinen Verlag vorstellte, wurde ich sofort neugierig und fragte ein Rezensionsexemplar von "E.J. und das Drachenmal" an, da mir die Geschichte inhaltlich spontan zusagte. 

Wenn man den Klappentext so liest, dann lacht das Fantasyherz, denn eine spannende Geschichte, mit fantastischen Elementen, einem jungen Mädchen, das neue Fähigkeiten entwickelt und den typischen Teenagerproblemen - das ist doch genau das, was die Leser wollen - oder? 

Im Falle von "E.J. und das Drachenmal" muss ich sagen, dass ich einen recht leichten Start hatte, denn zu Beginn fand ich ihren Schreibstil recht locker und leicht zu lesen. Setzt man seine Reise durch das Buch jedoch fort, merkt man im Lesefluss schnell, dass die Autorin hiermit ihr Debüt gibt, denn einige Sätze klingen etwas unrund und zusammengesetzt. Nichtsdestotrotz fand ich den Sprachstil nicht nur angenehm jugendlich, sondern einfach passend, denn wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, akzeptiert man diesen Stil als "den der Autorin" und lässt sich durch die ein oder andere Ungereimtheit nicht mehr stören. 

Was die Geschichte an sich angeht, so muss ich die tollen Ideen der Autorin wirklich loben. Sie orientiert sich nicht an "schon da gewesenem", sondern erfindet etwas völlig neues, was sie dann auch zu etwas potenziell sehr großen zusammenwürfelt. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nach den ersten 100-120 Seiten ein wenig frustriert war, weil einfach "nichts" mehr wirklich passierte, nichts mehr voranging und die Liebesgeschichte viel zu sehr im Vordergrund stand, so muss ich doch sagen, dass ich, als ich diesen Punkt einmal überwunden hatte, doch recht schnell durch das Buch flog. Die Ereignisse überschlagen sich stellenweise und als Leser will man dann eigentlich nur noch wissen, wie es weitergeht. Das Ende lässt Raum für neue Möglichkeiten und ein wenig durchblicken, dass sich da möglicherweise noch ein - oder auch mehrere - Bände daraus entwickelt könnten... wir dürfen auf alle Fälle gespannt sein!

Was die Charaktere angeht, so fand ich E.J sehr sympathisch, denn sie ist authentisch und genauso jugendlich, wie man es von einem Mädchen in ihrem Alter erwarten würde. Vielleicht darf man der Autorin aus diesem Grund auch die sehr präsente Liebesgeschichte nicht unbedingt vorwerfen...Die anderen Charaktere, beispielsweise Marc, Emma oder E.J.'s Großmutter, waren mir äußerst sympathisch, denn auch sie waren nicht rundum perfekt, wie es in manchen Romanen der Fall ist, sondern erlauben sich auch einmal kleine Schwächen. 

Besonders hervorheben muss ich übrigens auch die Art und Weise der Autorin, Dinge zu beschreiben und die kleinen "magischen" Einfälle, die immer wieder eingestreut werden. Wenn ich sowas lese, dann lacht mein fantastisches Herz, denn wenn ich mir ein Buch nicht vorstellen kann, dann macht es mir auch keinen Spaß, es zu lesen. Bei diesem war dies jedoch absolut der Fall und auch wenn das Buch an sich ein paar kleinere "Mängel" aufwies (inhaltlich, wie sprachlich), würde ich mich doch freuen, in Zukunft etwas mehr von Anika Oeschger zu lesen.

Wertung: 4 von 5 Sterne!

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

[Buch-Vorstellung] Chriz Wagner - Die Ewigen 1-3

Einen wunderschönen guten Abend, euch allen :)

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches es aktuell (bis einschließlich Samstag, 31.10.2015) KOSTENLOS bei Amazon zum downloaden gibt! Es geht um 
  

„Mein Name ist Simon. Ich lebe ewig. Solange ich zurückdenken kann, bin ich auf der Erde. Ich habe außergewöhnliche Dinge gelernt, auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Ich kann nicht sterben. Ich kann nicht lieben. Ich bin Simon.“ 

DIE EWIGEN ist eine E-Serie mit Geschichten über Mystery, Horror und einen Hauch Liebe vor den Kulissen der Weltgeschichte. Simon erzählt von mysteriösen Ereignissen aus seinem ewigen Leben. 
(Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Hier handelt es sich um einen Sammelband, mit allen 3 Einzelbänden. Um euch den Inhalt jedoch noch etwas näher zu bringen, hier die Inhaltsangaben der einzelnen Bände :)

4000 v. Chr.: Simon verlebt seine Jugend in Dilmun, dem heutigen Bahrain im Persischen Golf.

Simon fühlt sich beim Volk des Schlangenträgers Carr, seinem besten Freund Jogo und seiner geliebten Thyri zuhause.
Doch als Jogo einen mysteriösen Himmelsapfel in die Hände bekommt, verändert sich plötzlich dessen Charakter: Er will mit aller Gewalt die Macht an sich reißen, Thyri zur Frau nehmen und Simons Leben zerstören. Als Simon die Gelegenheit bekommt Jogo im Kampf zu töten, steht er vor der Wahl – entscheidet er sich für das Gute oder wählt er das Böse? Auf schmerzhafte Art und Weise muss Simon lernen, welche Konsequenzen seine Entscheidungen haben.
Ist es zu spät, um den Lauf der Dinge zu ändern? Und was wird aus Thyri? (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


11 n. Chr.: Simon arbeitet im alten Rom als Gärtner und hofft, nun endlich einen Ort gefunden zu haben, an dem er glücklich sein kann.

Bis der talentierte Gärtner Magnus in die Stadt kommt und einen Senator nach dem anderen durch seine schnelle und herausragende Arbeit verblüfft. 
 Simon ist sich sicher, dass er den Eindringling und seine stinkende Hyäne schon einmal irgendwo gesehen hat, scheint jedoch der einzige zu sein, der ihm mit Misstrauen begegnet. Als Simons Brotgeberin nach und nach die Aufträge ausbleiben, entlässt sie schließlich ihn und seine schöne Kollegin Albina. Simon fasst einen Entschluss: Er wird Magnus das Handwerk legen und ihn als Schwindler enttarnen. Wird es Simon gelingen, seine geliebte Gärtnerei zu retten? Was haben die blauen Rosen mit Magnus‘ Erfolg zu tun und warum sind Kinder in den Parks nicht mehr erlaubt?
(Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


1891 n. Chr.: Simons Telefon klingelt.

Ein anonymer Anrufer stellt eine Forderung. Wenn Simon die wahre Geschichte der Gebrüder Renz erfahren möchte, soll er schon einmal seine Schusswaffe laden. So seltsam diese Forderung zunächst erscheint, kann Simon ihr dennoch nicht widerstehen; denn der jüngste Bruder, Richard Renz, war einst ein guter Freund von ihm. Der Anrufer erzählt die Geschichte der vier Brüder Otto, Albert, Heinrich und Richard – von einer Wette um Leben und Tod, die sie als Kinder abschlossen, über den unglaublichen Aufstieg aller vier Brüder bis hin zu einem entsetzlichen Geständnis. Als das Gespräch zu Ende ist, klopft es an Simons Tür. 
Ist das der Anrufer? Hat sich eine dunkle Macht vor langer Zeit seiner Seele bemächtigt? Und wie wird Simon reagieren, wenn er ihm nach dieser grausigen Beichte gegenübersteht? (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Zum Autor
“Im Leben dreht sich alles darum Spuren zu hinterlassen;
sei es durch wundervolle Kinder,
durch gute Arbeit,
vielleicht auch durch schöne Erinnerungen
oder aber durch eine interessante Geschichte.”

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Mystery ist sein Genre. Er liebt unfassbare Geschichten mit einem Hauch Unerklärlichem.
Zur Zeit arbeitet er an der großen E-Serie DIE EWIGEN mit Geschichten über Mystery, Horror und einem Funken Liebe vor den Kulissen der Weltgeschichte.
Sein bisher wichtigstes Werk ist der Mysterythriller SOCIAL NETWORK – DIE BIBLIOTHEK DES SCHICKSALS: „Sie behaupten also, Sie wissen, welchen Schmetterling Sie gegen die Wand klatschen müssen, damit im Karibischen Meer kein Hurrikan entsteht?“ Wer sich traut, kommt beim Lesen des Romans seinem Schicksal einen gehörigen Schritt näher.
Was er besonders gerne mag: Robert Asprin, Terry Pratchett, Michael Ende, Stephen King, die Beatles, Spirou und Fantasio, Maniac Manison und Monkey Island (Hinter Dir…. ein dreiköpfiger Affe!), das Meer, Corralejo, Schnitzel mit Pommes, butterweiche Bleistifte und seine verstaubte Westerngitarre.
Er lebt mit seinen vier bezaubernden Mädchen – Frau, Tochter, Tochter, Hund – in der Nähe von München.
Schreiben ist lügen mit Erlaubnis. Wie Chriz zum Schreiben kam ist ein Mysterium. Aber eins ist sicher: Während Du diese Zeilen liest, ist die nächste Lüge schon in Arbeit … (Kopiert von seiner Homepage: Chrizwagner.de)


Ich persönlich habe die Bücher, bzw. den Gesamtband "Die Ewigen" bisher noch nicht gelesen, werde dies jedoch - sobald es mein SuB zulässt - baldigst nachholen und freue mich schon auf die Lektüre :) Habe ich euer Interesse geweckt? Dann sichert euch bis Samstag gratis den Sammelband (hier) bei Amazon und besucht Chriz doch am besten Mal auf seiner Homepage: www.chrizwagner.de :)


Montag, 26. Oktober 2015

[Rezension] Amy Reed - Abschied für immer und nie

Inhalt
Evie ist 17 Jahre alt, blond und eigentlich Cheerleaderin, alles könnte ganz wunderbar sein. Doch das ist es nicht, denn Evie hat Krebs. Sie liegt auf der Krebsstation des Krankenhauses und muss erfahren, dass ihre Chance zu überleben, trotz Chemotherapie, bei etwa 4-7 Prozent liegen. Also beschließt Evie, dass nun Schluss ist, mit all der Medizin, all den Qualen und all den Bestrahlungen - wenn sie sterben soll... na und? Dann stirbt sie halt. Doch meistens kommt man anders als man denkt und Evie fühlt sich verpflichtet, das Motto ihrer Freundin Stella auszuleben: "Lebe wagemutig". Und genau das tut Evie...

Infos zum Buch
Seitenzahl: 320 Seiten

Verlag: HarperCollins
Preis:  16,90 € (gebunden) / 14,99 € (Ebook) 

Erster Satz des Buches
">Kommt, wir gehen in die Cafeteria<, sagt Stella."

Zitate
"Ich habe keine Ahnung, was mit mir geschieht, wenn ich tot bin. Ich weiß nicht mal, wie ich anfangen soll, es mir vorzustellen. Die Leute sagen mir immerzu, dass es ruhig und friedlich sein wird, dass ich an einen Ort komme, an dem ich für immer glücklich bin. Aber ich glaube ihnen nicht. Das Einzige, was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass es ein Ort ohne Will sein wird. Wo ich auch hingehe, ich muss ihn zurücklassen. Und wie sollte das das Paradies sein? Was nützt der Himmel, wenn der Mensch, den man am meisten auf der Welt liebt, nicht da ist?"

Fazit 
"Abschied für immer und nie" ist ein Roman der Autorin Amy Reed. Ich bekam die Chance, ein Vorableseexemplar dazu zu bekommen, und ergriff diese Gelegenheit natürlich gleich beim Schopf. Nun sitze ich da und versuche, eine Rezension zu diesen Buch zu schreiben, doch dieses Mal ist das gar nicht so einfach.

Viele von euch kennen mit Sicherheit mehr als ein "Krebs-Buch", besonders "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" sollte zumindest vielen ein Begriff sein. Nachdem ich letzteres gelesen hatte, war ich davon überzeugt, dass diese Art Buch wohl "ganz gut" sei, aber es nicht schafft, mich tatsächlich zu rühren, zu treffen oder an emotionale Abgründe heranzuführen. Ein wenig zweifelte ich auch an meiner Emotionalität, obwohl ich eigentlich nicht von mir sagen kann, dass ich nur schwer Emotionen zeigen kann - eher im Gegenteil. Bei "Abschied für immer und nie" war es ganz anders, als bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" oder anderen Büchern, die dieselbe Thematik behandeln.

Dieses Buch beschönigt nichts, es beschreibt die tatsächliche Wahrheit über den Krebs. Es zeigt uns, an welche Abgründe der Seele es uns Menschen bringt, wenn wir Tag für Tag dagegen ankämpfen müssen, von einer Krankheit zerfressen zu werden und wie viel es kostet, das nicht zuzulassen. Als wir Evie kennenlernen, ist sie schon ziemlich am Ende ihrer Kräfte, denn die Ärzte halten ihr überleben für mehr als unwahrscheinlich, trotz Chemotherapie und Bestrahlungen und so beschließt sie, nicht mehr zu kämpfen. Ein mutiger Schritt für ein Mädchen in ihrem Alter und dennoch konnte ich ihn sehr gut nachempfinden.. wieso kämpfen, wenn man am Ende doch als Verlierer dasteht? 
Recht schnell muss Evie erkennen, dass man als krebskranker Mensch zwar nicht alleine gelassen wird, aber dass die Verwandten und Freunde im Grunde nicht mehr viel mit einem anzufangen wissen. Sie besuchen sie, sind aber froh, wenn sie ihre Pflicht erfüllt haben und nach Hause gehen dürfen, sie sprechen mit ihr, haben im Grunde nichts zu sagen. Im Krankenhaus findet Evie gleichgesinnte und fühlt sich wesentlich besser verstanden, als von Menschen, mit denen sie ihr Leben bisher verbracht hat. Sie weiß, dass sie nicht erwarten kann, von jemandem verstanden zu werden, der nicht dasselbe durchgemacht hat und doch macht sie es besonders ihrer besten Freundin Kasey zum Vorwurf. 

Eine lange Zeit begleiten wir Evie bei ihrem Leben im Krankenhaus, durchleben alle Höhen und Tiefen mit ihr und werden mit all dem Konfrontiert, wovor ein jeder versucht, die Augen zu schließen: Tod. Hoffnungslosigkeit. Angst. 

Als Evie aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie nichts mit ihrem Leben anzufangen, denn alles, was ihr bisher Freude gemacht hat, erscheint ihr als sinnlos und viel zu banal. Sie flüchtet sich in die Welt der Schmerzmittelabhängigkeit und versucht so, ihren inneren Schmerz zu bekämpfen. Den Schmerz, den sie spürt, wenn sie an ihre Freunde aus dem Krankenhaus denkt, der Schmerz, der jedes Mal neuen Zunder bekommt, wenn Evie merkt, dass die Leute nicht mit dem Mädchen umgehen können, das den Krebs überlebte. 

"Abschied für immer und nie" ist ein Buch, das wirklich zum nachdenken bringt. Nicht nur die Episoden im Krankenhaus sind emotional aufgewühlt und manchmal schwierig zu bewältigen, auch die Zeit danach berührt. Man sollte meinen, dass ein Mensch, der den Krebs, trotz äußerst schlechter Prognose, überstanden hat, wäre fröhlich und würde vor Energie geradezu strotzen. Doch hier sehen wir, dass das überleben nicht immer einfach ist und man manchmal das Gefühl hat, dass es den anderen lieber gewesen wäre, wenn man es nicht geschafft hätte. Evie hat Menschen um sich herum und fühlt sich trotzdem einsam, nirgends dazugehörig und hilfloser, als es zu Krebs-Zeiten der Fall gewesen wäre. Sie flüchtet in ihre Medikamentensucht und fängt an zu kiffen, weil sie hofft, ihren inneren Schmerz zu betäuben und ihrer "geheimen besten Freundin", wie sie Stella stets nennt, wieder ein Stückchen näher zu sein. Auch wenn sie versucht nach Stellas Motto "Lebe wagemutig" zu leben, so hat man das Gefühl, dass sie nicht wagemutig, sondern vielmehr leichtsinnig handelt und ihre neu gewonnene Gesundheit, ihr neues Leben, wegwirft, weil sie nicht weiß, wie sie mit diesem Geschenk umgehen soll. 

Stellas Familie, insbesondere ihre Schwester Jenica empfand ich als ganz besondere Persönlichkeiten dieses Romans. Ganz besonders furchtbare. Was ihre Eltern angeht, so kann man deren Gefühle und versuche, Evie ins Leben zurückzuführen absolut nachempfinden, doch ihre Schwester wirkt stets egoistisch und herzlos. Während Evie mit dem Tod kämpft, hat Jenica nichts besseres zu tun, als sich zu fragen, wieso ihr keiner Beachtung schenkt und ihr Verhalten führte mehr als einmal dazu, dass ich ihr gerne einmal meine Faust näher gezeigt hätte - wie kann man nur so egoistisch sein? 

Insgesamt muss ich sagen, dass ich dieses Buch nicht nur gut fand - sondern großartig. "Abschied für immer und nie" zeigt, dass das Leben nicht immer so einfach ist, wie es uns manche Bücher weiß machen wollen... dass es grausam, gemein und hinterhältig ist und man nicht immer die Erwartungen der Menschen erfüllen kann (und will), die um uns herum sind. Manchmal muss man anfangen, sein eigenes Leben zu leben und sich selbst am Allerwertesten packen, um aus dem tiefen Loch herauszukommen, in das uns das Leben höchstselbst hineinkatapultiert hat. Prädikat: äußerst lesenswert!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Sonntag, 25. Oktober 2015

[SuB-Nachschub] Ein bisschen was für meinen SuB

In den letzten Tagen kamen einige neue Bücher bei mir an. Bei dreien davon handelt es sich um Rezensionsexemplare, eines war eine eingetauschte Prämie bei "WasliestDu.de". 

A. Jean Ayres - Bausteine der kindlichen Entwicklung: Sensorische Integration verstehen und anwenden
Dr. Jean Ayres’ Theorie der Sensorischen Integration hat in den letzten 30 Jahren die Welt erobert und unser Verständnis der kindlichen Entwicklung entscheidend verändert. Jean Ayres ist es gelungen, die Erkenntnisse ihrer langjährigen wissenschaftlichen Arbeit für alle, die mit Kindern zu tun haben, verständlich darzustellen:
- Wie die Verarbeitung von Sinnesinformationen die kindliche Entwicklung grundlegend beeinflusst und
- Wie sich Störungen dieses Prozesses auf das Lernen, die Gefühlswelt, das Verhalten und die sozialen Beziehungen auswirken. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Amy Reed - Abschied für immer und nie
Ein Leben außer Kontrolle. „Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?“ Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern … Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht … (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Daniel Glattauer  - Theo: Antworten aus dem Kinderzimmer
Theo ist der Neffe von Bestseller-Autor Daniel Glattauer. Bei seiner Geburt fasste sein Onkel den Entschluss, das Kind beim Älterwerden zu beobachten und zu beschreiben, wie es die Welt der Erwachsenen für sich erobert. Einmal jährlich erschienen Porträts des Ein-, Zwei- und Dreijährigen. Mit drei gab Theo sein erstes Exklusivinterview. Danach war bald klar, dass sein Mitteilungsbedürfnis noch lange nicht gestillt sein würde. Nach Theos vierzehntem Geburtstag wurden die Rollen getauscht und das gemeinsame Projekt würdig abgeschlossen: Theo führte ein Revanche-Interview mit Onkel Daniel. Eines der witzigsten, herzerwärmendsten Bücher, das je über Kinder geschrieben wurde. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)


Jeffrey Archer - Die Clifton - Saga 02 - Das Vermächtnis des Vaters
 Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt ... (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Mittwoch, 21. Oktober 2015

[Rezension] Ally Taylor - Make it count 01 - Gefühlsgewitter

Inhalt
Nachdem Katies Vater bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, muss sie zu ihrer Mutter nach Oceanside ziehen und dort weiter die Highschool besuchen. Dort trifft sie auf Dillen, einem Bad-Boy wie er im Buche steht - zumindest auf den ersten Blick. Auch wenn Dillen anfangs eher kühl und abweisend reagiert, kann er seine Zuneigung zu ihr nicht verstecken und so verlieren sich die beiden in einem Strudel aus heftigster Leidenschaft - bis sie von der grausamen Realität eingeholt werden.... 

Infos
Seitenzahl: 272 Seiten

Verlag: Knaur TB
Preis:  8,99 € (Taschenbuch) / 8,99 € (Ebook) 
Reihe: Make it Count 01

Erster Satz des Buches
"Passiert ist es vor knapp 3 Wochen."

Fazit
"Gefühlsgewitter" ist ein Roman der Autorin Ally Taylor, einem Pseudonym von Anne Freytag und ist der Auftakt der "Make it count" Reihe von Ally Taylor und Carrie Price (alias Adriana Popescu). Über den Verlags-Newsletter bin ich auf diese Reihe aufmerksam geworden und war sofort Feuer und Flamme.

Wenn man diesen Roman in ein Genre einordnen müsste, so würde man ihn vermutlich in die Kategorie "New Adult" einordnen. Wenn man sich dazu entscheidet, ein Buch zu lesen, so hat man in aller Regel Erwartungen, die man an diesen oder jenen Roman stellt und so frage ich euch: was würdet ihr von einem Roman erwarten, der den Titel "Gefühlsgewitter" trägt? Ganz genau: Man erwartet ein heftiges, explosives Gewitter voller Emotionen, voller Leidenschaft, ein Buch, dass uns mitreißt, fesselt und alle Höhen und Tiefen miterleben lässt. Manchmal werden Erwartungen an Romane erfüllt, manchmal nicht. Im Falle von "Gefühlsgewitter" muss ich zugeben, dass meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern tatsächlich übertroffen wurden.

In meinem Leben habe ich schon einige Bücher gelesen, die in diesem Genre ansiedeln (immerhin war ich schon vor Erstellen dieses Blogs etwa 17 Jahre lang des Lesens mächtig - da kommt einiges zusammen :D ) und habe viele gute und schlechte Exemplare in den Händen gehabt. Ich habe schon oft bei Büchern gelacht und geweint, habe sie ins Herz geschlossen und mir gewünscht, ich könnte sie erneut ein erstes Mal lesen. Genauso habe ich Bücher als mittelmäßig, langweilig oder abgrundtief schlecht bewertet. Im Falle von "Gefühlsgewitter" muss ich jedoch sagen, dass keine dieser Beschreibungen wirklich dazu passt und genau DAS macht es zu einem ganz besonderen Werk. Die Geschichte an sich ist eigentlich nicht besonders spektakulär, trauriges Mädchen trifft Bad Boy, der plötzlich keiner mehr ist und es mit ihr ernst meint, im Gegensatz zu den vielen anderen Affären, die er vorher hatte. Das spektakuläre an diese Buch ist eher die Art und Weise, wie Ally Taylor es schafft, Emotionen zu beschreiben: Das Knistern der ersten Liebe, die unwahrscheinliche Anziehungskraft zwischen zwei Körpern, das unaufhörliche Denken an den Angebeteten, die Verherrlichung einer Person, die alles andere als perfekt scheint. All das verpackt sie in die Geschichte, lässt es uns spüren, vorstellen, miterleben, wie ich es selten in einem New Adult Roman gelesen habe. 

Die Charaktere, die sie beschreibt werden voller Leben beschrieben, voller Persönlichkeit und kleiner Macken, die sie auf liebevolle Art authentisch und realistisch wirken lassen. 

Manch einer mag die häufigen, erotischen Szenen kritisieren, die häufiger in Katies Kopf passieren, als in der Realität, doch gerade dies empfand ich als ebenso realistisch, wie sympathisch. Endlich mal ein Teenager, der nicht nur an das große, wundervolle Happy End glaubt, am besten mit dem Prinzen auf dem weißen Pferd, endlich mal eine junge "Roman"-Frau, die auch eine Sexualität hat, die nicht überzogen wirkt. 

Auch wenn die Story recht schnell voranschreitet, so verliert sie doch niemals den Blick fürs Wesentliche und zeigt auch ernstere Themen auf, ohne dabei den moralischen Finger zu heben. Ich für meinen Teil war begeistert von diesem Buch und auch wenn ich es nun trotzdem nicht zu einem meiner Lieblingsbücher küren würde, ist es dennoch eines der bisher besten aus diesem Genre. 

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Dienstag, 20. Oktober 2015

[Ebook-Rezension] Birgit Kluger - Liebe, Magie und Desaster 01 - Liebeszauber und andere Katastrophen

Inhalt
Laras Liebesleben läuft ganz und gar nicht so, wie es soll - um nicht zu sagen, es läuft überhaupt nicht. Da sie ohnehin etwas esoterisch angehaucht ist, beschließt sie kurzerhand, dass ein Liebeszauber nicht das schlechteste wäre. Und plötzlich hat sie statt eines Traummannes gleich zwei Männer, die offensichtlich an ihr interessiert sind...


Infos
Seitenzahl: 113 Seiten

Verlag: Amazon Selfpublishing
Preis:  0,99 € (Ebook) 
Reihe: Liebe, Magie und Desaster 01

Erster Satz
"Geräuschlos spuckte der Drucker eine Seite aus."

Fazit
"Liebe und andere Katastrophen" ist ein Kurzroman der Autorin Birgit Kluger. Nachdem ich schon zwei Romane der Autorin gelesen hatte (Küss niemals Deinen Ex und Lügner küssen besser), wollte ich natürlich auch diesen Roman lesen. In der Flut der Neuzugänge vergaß ich ihn allerdings und so fand ich ihn gestern Abend wieder - als mein Freund schon selig schlummerte und ich auf Grund meines Hustenreizes kein Auge zutun konnte. So vergrub ich mich also in der Geschichte und ehe ich mich's versah, hatte ich sie auch schon in mich "aufgesaugt".

Die Hauptprotagonistin Lara ist eine sympathische junge Frau, die in ihrem Berufsleben stets auf "Business-Frau" eingestellt ist - hauptsächlich deswegen, weil sie mit Lockenmähne und Lieblingskleidung nicht ernstgenommen und sogar gefragt wird, ob sie denn schon alt genug für diesen Beruf sei. Privat nimmt sich Lara nicht ganz so ernst und findet Erfüllung in der Ausübung der Esoterik. Auch wenn sie damit nicht ganz so gut zurechtzukommen scheint und ihr der ein oder andere Fehler unterläuft, ist sie ein eiserner Verfechter esoterischer Rituale und Zauber. Auch wenn ich selbst nicht unbedingt an Esoterik glaube (aber dennoch einen Stapel Tarotkarten im Schrank liegen habe), finde ich Laras Glauben dennoch absolut in Ordnung und bewundere die Art und Weise, etwas so fragwürdiges so obsessiv zu betreiben. Im Gegensatz dazu, wie man esoterisch angehauchte Frauen oft vor seinem geistigen Auge sieht, scheint Lara jedoch eine ganz normale Frau zu sein, ohne seltsame Röcke, Kettchen oder ständige mystische Andeutungen. Ab und an geht sie zwar gerne mal in einen esoterisch angehauchten Buchladen, mit angeschlossenem, veganem Café, aber auch daran kann ich nichts seltsames finden. Lara ist ein netter Mensch, dem das wohl anderer sehr am Herzen liegt, die viel auf Freundschaften gibt und verzweifelt versucht, ihren Traummann zu finden. 

Die Protagonisten, denen wir im Laufe des Buches begegnen, waren ausnahmslos sympathisch, manchmal etwas verrückt, aber durchweg interessant. Das Verhältnis, dass Lara zu jedem einzelnen hegt, wird schnell klar und auch bei neuen Bekanntschaften kann man sich recht schnell denken, wohin diese Bekanntschaft führen wird. Dies erachte ich jedoch keinesfalls als Nachteil, vielmehr war es schön, sich nicht geirrt und richtig getippt zu haben.

"Liebeszauber und andere Katastrophen" ist ein typischer Frauenroman, der rasch begeistert, eine Zeit lang in eine Welt außerhalb der eigenen entführt und einen zum schmunzeln bringt - manchmal aber auch zu leichtem Kopfschütteln, wenn man sieht, mit wie viel Glauben Lara an die Esoterik herangeht. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, sich etwas in die Welt des übernatürlichen Einführen zu lassen und zu sehen, was manchen Menschen Freundschaft bedeutet. Am Ende des Buches findet man sogar eine Anleitung dessen, wie Lara ihren Liebeszauber ausgeführt hat - für diejenigen unter uns, die ihren Traummann noch nicht gefunden haben. Ich für meinen Teil kann nur sagen: viel Spaß, beim lesen, zaubern und...Traummann finden :-) 

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Montag, 19. Oktober 2015

[Rezension] Holly Black/Cassandra Clare - Magisterium 02 - Der kupferne Handschuh

Inhalt
Nachdem Callum am Ende des ersten Schuljahres die erste magische Pforte durchschritten hat, kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Nun steht das zweite Schuljahr an und wieder gibt es für Callum und seine Freunde großes zu erleben, denn sie versuchen herauszufinden, ob Calls Vater, Alastair Hunt, etwas mit dem verschwinden des Alkahest, einem wertvollen, kupfernen Handschuh, zu tun hat. Bei ihrer Suche begeben sie sich auf eine gefährliche Reise außerhalb des Ministeriums und geraten schnell in Lebensgefahr... wem können sie vertrauen?

Infos
Seitenzahl: 304 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe
Preis:  16,99 € (gebunden) / 12,99 € (Ebook) 
Reihe: Band 2 der "Magisterium" Reihe

Erster Satz des Buches
"Call pickte ein kleines Stück öliger Peperoni von seinem Pizzastück und steckte die Hand unter den Tisch."

Fazit
"Der kupferne Handschuh" ist der zweite Teil der "Magisterium"-Reihe von Holly Black/Cassandra Clare. Wie ihr euch vielleicht erinnert, habe ich Band 1 der Reihe vor gut einem Jahr gelesen und hochgelobt (Rezi findet ihr hier) und vor kurzem überraschend festgestellt, dass Band 2 schon bald erscheint! Den konnte ich mir nun nicht entgehen lassen und direkt am Erscheinungstag konnte ich das Buch in den Händen halten...

Wer Band 1 "Der Weg ins Labyrinth" nicht kennt, sollte Abstand davon nehmen, mit "Der kupferne Handschuh" zu beginnen, da sich in Band 2 sehr vieles um die Begebenheiten aus dem ersten Roman dreht und die Verständlichkeit sehr darunter leidet, wenn man diesen nicht gelesen hat. 

Hatte ich in der Rezension zu Band 1 noch geschrieben, dass die Parallelen zu einem anderen, weltberühmten, Zauberlehrling irgendwann im Sand verlaufen, so muss ich nun zugeben, dass Band 2 wieder sehr viel mehr an ihn erinnert. Callum fühlt sich (aus bestimmten Gründen) zuhause nicht mehr wohl und flieht. Schließlich landet er bei seiner besten Freundin Tamara, die -welch ein Wunder- auch schon Call's anderen besten Freund Aaron beherbergt. Als die Schule wieder losgeht, reisen die 3 zum Magisterium und nach einiger Zeit will Call auch dort fliehen, um etwas schlimmes zu verhindern. Doch Calls Freunde wollen den törichten Helden nicht alleine gehen lassen und schleichen mit ihm aus der Schule. Hmmm. Das haben wir doch iiiirgendwo schonmal gelesen, oder nicht? Nun gut, Parallelen hin oder her, im Grunde entwickelt sich die Geschichte früher oder später zu etwas eigenständigem und auch dieses Mal schwinden die Gemeinsamkeiten irgendwann - zu meiner Erleichterung. 

Auch wenn ich mit Band 2 nicht unglücklich war und er mir einige schöne Momente in Callums Welt schenken konnte, so komme ich dennoch nicht umhin zu sagen, dass mir Band 1 deutlich besser gefallen hat. Dies lag nicht nur daran, dass die netten Parallelen zu Harry Potter irgendwann verschwanden, sondern ich die Ideen der Autorinnen auch richtig toll fand - innovativ und einfallsreich. Callum entwickelte sich zu etwas eigenständigen, einer eigenen Figur, die mit ihrer unperfekten Art begeistern konnte und wegen seines ramponierten Beines keineswegs nur auf Mitleid aus war. In "Der kupferne Handschuh" dauerte es lange, bis der Schwung und die Spannung aufgenommen werden konnten und auch dann verpuffte sich die Spannung relativ schnell in etwas kleines, weniger spektakuläres. Auch wenn es einen roten Faden gibt, scheint die Geschichte manchmal ein wenig "herumzudümpeln" und nicht richtig in Fahrt zu kommen, was ich stellenweise doch ein wenig enttäuschend fand. Trotzdem fachte die Geschichte immer wieder mein Interesse an und ich kam nicht drumherum, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen und zu rätseln, wie es weitergeht. Auch wenn die Spannung an manchen Stellen deutlich fehlte, kann ich nicht behaupten, dass dieses Buch langweilig ist, ich hoffe aber trotzdem, dass Band 3 wieder etwas mehr Schwung aufweisen wird!

Sehr interessant fand ich die Rolle, die Callums Vater Alastair in diesem Band spielt... aber das werdet ihr erfahren, wenn ihr das Buch lest! 

Was Callum angeht, so fechtet dieser in diesem Band einen ziemlich heftigen, inneren Kampf aus, denn das, was er am Ende von "Der Weg ins Labyrinth" erfahren hat, nagt schon ziemlich an ihm - verständlicherweise. Niemand weiß, wie sich Call letztendlich verändern wird und genau das ist das spannende, an seiner Persönlichkeit. Ich persönlich mag Callums Figur sehr sehr gerne und freue mich schon darauf, zu erfahren, wie es in den nächsten Bänden weitergehen wird - besonders, was Aaron, Callum, Tamara, ihre Freundschaft und die kommenden Entwicklungen angeht, denn Potenzial hat diese Geschichte allemal. Möglicherweise könnte sie sogar ein würdiger Konkurrent für einen anderen, sehr bekannten Zauberlehrling geben, dessen Geschichte bereits erzählt wurde...


Wertung: 4 von 5 Sterne!

Dienstag, 13. Oktober 2015

[Rezension] Jojo Moyes - Ein ganz neues Leben

Inhalt
Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Infos
Seitenzahl: 528 Seiten

Verlag: Wunderlich

Preis:  19,95 € (gebunden) / 16,99 € (Ebook) 
Fortsetzung zu: "Ein ganzes halbes Jahr"

Erster Satz des Buches
"Der dicke Mann am Ende des Tresens schwitzt."

Zitat
“Das ist das Leben. Wir wissen nicht, was passieren wird. Und deswegen müssen wir unser Chancen wahrnehmen, solange wir es können.”

Fazit
"Ein ganz neues Leben" ist der Folgeband zu "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Wer mich gut kennt, der weiß, dass der erste Band dieser Geschichte ein Buch ist, welches sich tief in meine Seele eingebrannt hat und dessen tiefe Gefühle ich bis heute in mir herumtrage (Die Rezension dazu findet ihr hier). Selten hat mich ein Buch so sehr berührt und gefesselt, wie es die Geschichte um Will und Louisa geschafft hat - und nun sollte es also eine Fortsetzung geben. Ohne Will. Selten war ich so euphorisch, und gleichzeitig so kritisch, wie zu dem Zeitpunkt, als ich hörte, dass "Ein ganz neues Leben" erscheinen sollte.

Wenn man ein Buch liebt, dann wünscht man sich nichts sehnlicher, als dass es nie endet...doch "Ein ganzes halbes Jahr" ist genau deswegen so ein Goldstück - weil es endet, wie es endet und weil es, wenn man sich einmal damit abgefunden hat, gut ist. In Ordnung ist. Traurig, tragisch, herzzerreißend, aber in Ordnung. 

Als der Postbote dann endlich das sehnlich erwartete Päckchen mit dem Buch brachte, öffnete ich es, lies es aber tagelang liegen...vielleicht, weil ich vom letzten Moyes Roman nicht ganz überzeugt war, vielleicht, weil ich Angst hatte, dass dieser Roman (wie oft zweite Filme) ganz und gar nicht an Band 1 heranreicht und vielleicht...weil ich gar nicht so genau wissen wollte, was mit Lou, nach Wills Tod passiert ist. 

Schon nach den ersten Seiten merkt man, dass sich nicht nur der "Ton" des Buches geändert hat, sondern Lou's ganze Lebenseinstellung. Auch 1,5 Jahre nach Wills Erlösung lebt Louisa kein "normales" oder gar "glückliches" Leben, vielmehr wohnt sie in einer Wohnung, in der sie nicht glücklich ist, arbeitet in einer Bar am Flughafen, die sie hasst und versinkt fast in ihrer Trauer. Aus der lebenslustigen, sympathischen jungen Frau ist eine Person geworden, die sich von ihrer Trauer nicht nur auffressen lässt, sondern auch jeglichen Lebensmut und jede Lebenslust verloren hat. Doch wie so oft passiert auch hier etwas unvorhergesehenes und plötzlich schöpft Louisa neuen Mut... 

"Ein ganz neues Leben" ist ein Buch, an das ein jeder Leser und Liebhaber von "Ein ganzes halbes Jahr" wohl hohe Erwartungen stellt. Eigentlich sollte man mit keiner so hohen Erwartungshaltung an etwas herangehen, was eigentlich gar nicht so gut sein KANN, wie sein Vorgänger - einfach aus der Tatsache heraus, dass eine der wichtigsten Protagonisten nicht mehr dabei ist, einer der Personen, die uns Band 1 zu solch einem Vergnügen gemacht hat. Sollte man meinen. Doch auch in Band 2 ist Will irgendwie immer ein bisschen präsent, ein klein wenig vertreten, sodass man ihn, seine Launen und seinen Charakter nie vergisst. Fast möchte man ihm ein wenig böse sein, wenn man sieht, was aus Louisa geworden ist und ihn dafür verurteilen, dass er die Welt und Louisa nicht genug geliebt hat, um beidem weiterhin erhalten zu bleiben. Doch wenn wir uns zurückerinnern, müssen wir (mit einem tiefen Stich im Herzen) fairerweise zugeben, dass wir ihn ein wenig verstehen können. Und nicht nur das: beobachtet man die Entwicklung, die Louisa in diesem zweiten Band durchmacht, die tiefgreifende Lebenserfahrung, die sie letztendlich aus dem kurzen Zusammensein mit Will schöpfen konnte, so weiß man, dass ihr Will mit seinem Tod doch mehr gegeben hat, als wir jemals ahnen konnten. 

Ich gebe zu, dass ich auf den ersten Seiten des Buches schon fast ein wenig enttäuscht war, weil mir einfach alles gefehlt hat, was ich an "Ein ganzes halbes Jahr" so geliebt habe: Die Tragik des ganzen, die Komik, Lou's Art, etwas anders zu sein, die Erfahrungen, die die beiden miteinander machen... der verzweifelte Versuch, jemandem zu zeigen, wie Lebenswert das Leben manchmal sein kann. Doch wie schon erwähnt, kann man so etwas nicht erwarten, von einem Buch, dass eigentlich dasselbe und doch etwas ganz anderes ist. Die Gefühle in "Ein ganz neues Leben" sind keineswegs weniger vorhanden, als im Vorgängerroman, sie sind nur einfach viel subtiler, viel komplexer, als alles, was uns "Ein ganzes halbes Jahr" geben konnte. Wir lernen neue Personen kennen, schließen den ein oder anderen davon auch ein klein wenig - oder sehr viel - ins Herz und müssen unsere Erwartungshaltung loswerden, damit wir "Ein ganz neues Leben" genießen können. Dann, und nur dann, erschließt sich uns, was für ein wundervolles Buch diese Fortsetzung doch ist, die uns gegen Ende hin dann doch ein wenig die Tränen in die Augen treibt - aber aus anderen Gründen, als das letzte Mal. 


Wertung: 5 von 5 Sterne

Sonntag, 11. Oktober 2015

[SuB-Nachschub] 3 tolle Rezi-Exemplare für meinen SuB!

In den letzten Tagen erreichten mich gleich 3 Rezensionsexemplare, welche ich euch in den nächsten Tagen und Wochen alle in einer Rezension vorstellen möchte (sofern das mit dem lesen zeitlich so klappt, wie ich mir das vorstelle :D ). Hier möchte ich sie euch aber dennoch kurz präsentieren:

Ramona Mädel/Axel Saalbach - Svea und der Junge aus dem Wald
In einer fernen und trostlosen Zeit:

Die sechzehnjährige Sveta lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem ihr boshafter Vater bei seinen Dienstherren in Ungnade fällt, wird er zum Vorsteher eines kleinen Örtchens in der abgelegenen Provinz degradiert und muss die Stadt verlassen. Noch am gleichen Abend kommt es zum Zerwürfnis zwischen Svetas Eltern, woraufhin ihr Vater sofort aufbricht und Sveta gegen ihren Willen mitnimmt. Ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird, bleibt die Mutter zurück. In ihrer neuen Heimat »Dunkeltann« wird Svetas Leben von Tag zu Tag trister, bis es eines Morgens zu einer Begegnung kommt, die ihr Leben verändern wird ... (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Holly Black/Cassandra Clare - Magisterium 02 - Der kupferne Handschuh
Callum hat am Ende des ersten Schuljahrs die erste Pforte durchschritten: Nun kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Das zweite Schuljahr steht an, doch schon wieder liegt das größte Abenteuer für Call außerhalb des Magisteriums. Er muss herausfinden, welche Rolle sein Vater Alastair bei all dem gespielt hat, was kurz nach Calls Geburt beim Eismassaker passiert ist. Kann es sein, dass Alastair ein Verbündeter des Feindes ist? Was bedeutet das für Callum? Und wem kann er jetzt überhaupt noch vertrauen? (Kurzbeschreibung von www.amazon.de) 


Ally Taylor - Make it count - Gefühlsgewitter
Als Katies Vater unerwartet stirbt, zieht sie widerwillig zu ihrer Mutter in die Kleinstadt Oceanside. An ihrem ersten Tag in der Highschool verfällt sie Dillen Walker mit Haut und Haaren: seiner mysteriösen Aura und diesem undurchdringlichen Blick. Dillen ist zunächst abweisend und unnahbar. Trotzdem verliert sich Katie in einem Strudel aus Anziehung und leidenschaftlichen Träumereien. Bis die Realität sie schlagartig einholt. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)