Sonntag, 29. November 2015

[Kurzgeschichten-Rezension] Jennifer Estep - Mythos Academy 0,5 - Frist Frost


Inhalt
Sie sind die Nachkommen sagenhafter Kämpfer wie Spartaner, Amazonen oder Walküren und verfügen über magische Kräfte. Auf der Mythos Academy lernen sie, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sie richtig einzusetzen – auch die 17-jährige Gwen Frost, die gegen einen übermächtigen Feind bestehen muss … Wie es nach »Erster Frost« weitergeht, erfährst du im Roman »Frostkuss«, erschienen bei ivi. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Infos zum Buch
Seitenzahl:  38 Seiten

Verlag: Piper Verlag
Preis: 0,00€ (Ebook)

Erster Satz des Buches
">Kann ich mir Deine Haarbürste leihen?<"

Fazit
"First Frost" ist die Vorgeschichte zu "Frostkuss", dem ersten Band der Mythos Academy von Jennifer Estep. Vermutlich dient diese Kurzgeschichte, die kostenlos in allen gängigen Ebooks-Shops zu beziehen ist, dazu, einem die Geschichte um Gwen Frost und die Mythos Academy schmackhaft zu machen - was vermutlich ganz gut funktioniert.

Ich habe die Geschichte erst entdeckt, als ich Band 1 bereits gelesen hatte, dennoch war ich neugierig, denn ganz klar spielt dieser Band zeitlich vor Gwens Eintritt in die Mythos Academy. Wer "Frostkuss" bereits gelesen hat, der weiß, dass sich Gwens Leben auf einen Schlag massiv veränderte. Gwen ist eine Gypsy, ein Mädchen mit magischen Fähigkeiten - nimmt sie Gegenstände in die Hand oder berührt die Haut eines Menschen, fühlt bzw. sieht sie die Geschichte dessen. Dies passierte auch bei der Haarbürste einer Klassenkameradin und damit war der Grundstein für ein neues Leben gelegt...

Gwen erscheint uns auch hier schon als eigenständige Persönlichkeit, die einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen muss, der zusätzlich zum Schulwechsel einiges dazu beiträgt, dass sich ihr Leben von Grund auf verändert. Dennoch wirkt sie sympathisch und neugierig und man möchte sie näher kennenlernen, was die ideale Voraussetzung ist, um sich dem nachfolgenden Roman "Frostkuss" zu widmen. 

"First Frost" ist interessant und macht Lust auf mehr, wenn man möchte nicht nur mehr über Gwen und ihre Gabe erfahren, sondern auch mehr über die geheimnisvolle Academy, der Gwen mit der Professorin Metis einen Besuch abstattet, bevor sie im Herbst dort eingeschult werden soll. Aber es bietet nicht nur einen Einblick in die Geschichte, sondern auch in den Schreibstil der Autorin, der mich, dank seiner bildhaften Art, sofort in den Bann ziehen konnte. 

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Samstag, 28. November 2015

[Rezension] Amanda Frost - Tod - Reihe 03 - Vom Tod begehrt

Inhalt
Was, wenn dem Herrscher der Hölle plötzlich langweilig wird und er sich in den Kopf setzt, die Menschheit ein wenig aufzumischen? Dumm nur, dass der Ring, der ihm auf der Erde Gestalt verleihen soll, eine massive Fehlfunktion hat. So landet Luzifer statt auf den Partymeilen der internationalen Metropolen in einem 500-Seelen-Nest in Südengland und sitzt dort fest. Und ausgerechnet die bodenständige Ärztin Delilah, der reinste Engel, rettet ihn aus einer prekären Situation. Was für eine Ironie des Schicksals. Wo er doch einfach nur seinen Spaß haben wollte! Doch die junge Frau scheint ganz andere Pläne mit ihm zu haben. Darf sich Gut und Böse verlieben? Packende Fantasy, prickelnde Erotik und eine Liebe, die es niemals geben dürfte! (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Infos zum Buch
Seitenzahl: 334
Verlag: Self Publishing (Amanda Frost)
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 3,99€ (Ebook)
Reihe: Tod-Reihe 01 - Vom Tod geküsst
          Tod-Reihe 02 - Vom Tod geliebt
          Tod-Reihe 03 - Vom Tod begehrt

Erster Satz des Buches 
"Was hatte Gott sich nur dabei gedacht, eine Frau zu erschaffen?"

Fazit
"Vom Tod begehrt" ist der dritte und letzte Band der Tod-Reihe von Amanda Frost. Da ich die Bücher von Amanda Frost liebe und regelrecht verschlinge (nicht nur die Tod-Reihe, auch die Siria-Reihe), musste ich natürlich auch den letzten Band verschlingen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.  

Um den dritten Band zu verstehen sollte man, idealerweise, auch die beiden Vorgängerromane "Vom Tod geküsst" und "Vom Tod geliebt" gelesen haben, da einem sonst wesentliche Informationen fehlen.

In diesem Roman widmet sich Amanda Frost nicht etwa einem von Thanatos Schergen, sondern dem Herrscher der Hölle höchstpersönlich, ein Grund, weswegen ich mich auf diesen dritten Band wahnsinnig freute. Wie zu erwarten ist Luzifer ein regelrechter Drecksack, ein egoistischer, scheinbar gefühlloser, unsterblicher Kerl, der Frauen lediglich zu seinem Vergnügen benutzt und sonst nicht viel mit ihnen anzufangen weiß. Über die Jahrtausende konnte er seine Bettqualitäten natürlich perfektionieren und so wurde er nicht nur zu einem höllisch guten Liebhaber, sondern auch zu einem regelrechten Charmebolzen, dem man wohl nur schwer widerstehen kann. Doch selbst, wenn man widerstehen könnte, wäre es Luzifer wohl auch recht egal, denn er nimmt sich, was immer er möchte, in aller Regel ohne Rücksicht auf Verluste. Durch einen dummen Zufall fährt ihn dann aber ausgerechnet die Ärztin Delilah Stevens an, als er wieder einmal mit einem der Ringe die Erde unsicher zu machen versucht, den ihm seine Magier eigens angefertigt haben. Leider Gottes (ups - den sollte ich hier besser nicht erwähnen..) entpuppen sich die Ringe der Magier nicht unbedingt als so zuverlässig, weswegen Luzifer die ein oder andere Unannehmlichkeit über sich ergehen lassen muss, als er diese nutzt, um auf der Erde sichtbar zu sein - unter anderem, dass er verletzt werden kann. Delilah nimmt den angefahrenen Luzifer also mit in ihr Haus neben der Praxis und verarztet dort notdürftig seine Wunden. Delilah fasziniert Luzifer von Anfang an und ein Frauenheld, wie er nun mal ist, versucht er, die clevere Ärztin so schnell wie möglich in sein Bett zu kriegen - doch mit ihrem Widerstand hätte er nicht gerechnet.

Delilah Stevens ist eine intelligente und tatkräftige junge Frau, die ihre Arbeit liebt und ihre Patienten umso mehr. Im den kleinen Dorf in England, in dem sie zurzeit wohnt und arbeitet, kennt sie jeden und ist überall beliebt - nicht zuletzt, weil sie alles tut, um zu helfen. Als sie Luzifer unter dem Namen "Lou" kennenlernt, ist sie zuerst ein wenig Zwiegestalten, denn der Herrscher der Hölle ist nicht nur anmaßend, sondern auch sehr geheimniskrämerisch. Trotzdem lässt sie sich von ihm um den Finger wickeln und auch, wenn sie krampfhaft versucht, ihn weder in ihr Leben, noch in ihr Bett zu lassen, kämpft sich dieser seltsame Mann doch in Delilahs Leben - wenn auch eher gezwungenermaßen, denn Gott verdonnert Luzifer als Strafe zu 3 Monaten "guten Taten" in Delilahs Praxis.

Besonders gut gefielen mir die Debatten zwischen "Lou" und Delilah, denn der Herrscher der Unterwelt muss schnell begreifen, dass er nicht über jede Frau bestimmen kann, ganz wie er möchte! Delilah ist eine starke Persönlichkeit, setzt sich zur Wehr wo sie kann und lässt sich auch von einem aufmüpfigen, geheimnisvollen Kerl wahrlich nicht sagen wo es lang geht - und dafür muss man sie sehr wohl bewundern. Auch Lou hat einige Seiten, die man dem Teufel höchstpersönlich so ganz und gar nicht andichten würde und somit überrascht er einen manchmal mehr, als man es zu Anfang erwarten würde. Andere Seiten wiederum dichtet man ihm nicht zu unrecht an, denn mit manchen Verhaltensweisen macht der Teufel seinem Namen doch alle Ehre. 

Wie auch in den Vorgängerromanen spielen die Zwischenwelt und auch die Hölle eine große Rolle, dieses Mal jedoch wird der Fokus mehr auf die Unterwelt gelegt, was ich extrem spannend fand. Die Vorstellung, dass die Hölle so, oder so ähnlich, tatsächlich existiert und dort in der Tat nur Menschen ankommen, die es wirklich verdient haben (und alles andere nur kurz verweilt, oder in die Zwischenwelt geschickt wird), könnte durchaus realistisch sein und mit diesem Wissen könnte man ein wenig anders durchs Leben gehen, als man es momentan vielleicht tut. Die Story ist wie immer packend, faszinierend und erotisch gehalten, wobei letzteres wie immer stilvoll, aber deutlich zum Ausdruck gebracht wird. Da Luzifer nichts anbrennen lässt, kommt man in diesem Roman deutlich öfter mit erotischen Szenen in Kontakt, was ich für meinen Teil jedoch nicht weiter schlimm fand. Insgesamt fand ich diesen abschließenden Roman richtig toll und kann ihn uneingeschränkt empfehlen!

Wertung 5 von 5 Sterne!

Freitag, 27. November 2015

[Rezension] Jennifer Estep - Mythos Academy 01 - Frostkuss

Inhalt
Sie sind die Nachkommen sagenhafter Kämpfer wie Spartaner, Amazonen oder Walküren und verfügen über magische Kräfte. Auf der Mythos Academy lernen sie, ihre Fähigkeiten richtig einzusetzen. Gwen Frost besitzt ein einzigartiges Talent: die »Gypsy-Gabe«. Eine einzige Berührung reicht aus, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber die mythische Welt steht vor einer tödlichen Bedrohung, und Gwen befindet sich plötzlich im Zentrum eines großen Krieges. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Infos zum Buch

Seitenzahl:  400 Seiten

Verlag: Piper Verlag
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 9,99€ (Ebook)

Erster Satz des Buches

">Ich kenne Dein Geheimnis.<"

Fazit

"Frostkuss" ist der erste Band der Reihe "Mythos Academy" von Jennifer Estep. Schon lange schlich ich um diese Reihe herum und nachdem ich mit Begeisterung den ersten Roman der "Black Blade" Reihe von derselben Autorin gelesen hatte, musste ich mich einfach mal an "Frostkuss" heranwagen. 

Direkt auf der ersten Seite lernen wir Gwen kennen, die gerade dabei ist, einer Mitschülerin auf den Zahn zu fühlen. Auf dieser und auf den nächsten Seiten des Romanes wird schnell klar: Gwen ist ein eher unscheinbares aber taffes Mädchen, welches war eher als Einzelgänger durch die Mythos Academy (einer Academy für Spartaner, Amazonen, Walküren und allerlei magischer Leute) wandelt - damit aber recht zufrieden zu sein scheint. Ganz im Gegensatz zu den anderen Jugendlichen, die dieses Internat besuchen, ist sie jedoch ganz und gar kein Krieger. Sie ist eine Gypsy, etwas, was man aus dem Stegreif heraus wohl gar nicht so einfach erklären kann. Jede Gypsy hat andere Gaben und wenn man den Erläuterungen von Gwens Oma so lauscht, kommt einem doch ein wenig der Verdacht, dass eine Gypsy nichts anderes ist, als ein Zigeunermädchen (ohne das abwertend zu meinen) mit magischen Fähigkeiten. In Gwens Fall heißt das, dass sie Gegenstände oder die Haut eines Menschen nur Anfassen muss, um die tiefsten Gefühle und ein Teil der Vergangenheit zu erfahren. Gwen fühlt sich als nichts besonderes und kann demnach auch nicht wirklich nachvollziehen, weshalb sie unbedingt die Mythos Academy besuchen muss, anstatt weiterhin auf ihre alte Schule gehen zu können. Gwen verdient sich häufig ein wenig Taschengeld, indem sie ihre Gabe einsetzt, um verlorene Gegenstände zu finden. Natürlich kann sie die verlorenen Gegenstände nicht berühren und deren Geschichte bis hin zum Verlust finden, aber sie kann die Person berühren, die den Gegenstand sucht oder andere Gegenstände an denen sich das gesuchte einst aufgehalten hat. So lernt sie auch Daphne und Carson besser kennen und nach und nach entwickelt sich zwischen Daphne und ihr eine eher ungewöhnliche Freundschaft, zu der auch Carson irgendwann hinzukommt. 


Die Geschichte, die sich in diesem Buch abspielt handelt vor allen Dingen von einem Mädchen, dass während Gwens Dienst in der Bibliothek (in der sie arbeitet, um sich ein Taschengeld zu verdienen) ermordet wird und Gwen es sich zur Aufgabe macht, herauszufinden, wieso dieses Mädchen sterben muss. Schnell entwickelt sich eine spannende Geschichte, die jedoch ein paar Ungereimtheiten enthüllt und man fragt sich stetig, was eigentlich genau passiert ist. Der Schluss war, zumindest für mich, wenig vorhersehbar aber unglaublich genial aufgebaut, die Spannung übermannte mich phasenweise und ich wollte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere sind klasse und das ganze Buch erinnert mich an eine faszinierende Mischung aus Harry Potter, Vampire Academy (Richelle Mead) und den House of Night Romanen, was ich durchaus positiv meine! Die Geschichte riss mich mal wieder so richtig mit und ich musste mir einfach den nächsten Band bestellen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. 


Das Einflechten von Mythen, Gottheiten und Kriegern wie Nike, der Siegesgöttin oder Loki, einem nordischen Gott, Walküren, Amazonen, Spartanern... das empfand ich mal als etwas neues und interessantes, wie ich es bisher nur selten gelesen hatte. Besonders gut gefällt mir daran, dass sich die Autorin nicht auf eine Sorte Götter (griechisch, nordisch, etc) beschränkt, sondern einfach alles wild durchmixt - das erhöht einfach den Spannungsfaktor! Auch die verschiedenen magischen Gaben und die verschiedenen Persönlichkeiten gefallen mir unwahrscheinlich gut, denn die Autorin zeigt uns damit, dass magische Fähigkeiten nicht immer gleich sein müssen, sondern so variieren können, wie der Charakter eines Menschen. 


Insgesamt empfinde ich diesen Reihenauftakt als einen der besten, den ich in der letzten Zeit gelesen habe und bin wirklich gespannt, was sich die Autorin sonst noch alles hat einfallen lassen. Wer die Mythos Academy noch nicht kennt, sollte sie sich unbedingt mal zu Gemüte führen, denn wer sie nicht kennt, hat definitiv was verpasst! 


Wertung: 5 von 5 Sterne!

Donnerstag, 26. November 2015

[Fachbuch-Rezension] A. Jean Ayres - Bausteine der kindlichen Entwicklung: Sensorische Integration verstehen und anwenden

Inhalt
Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsstörungen werden seit Jahrzehnten mit Jean Ayres' Therapiekonzept erfolgreich behandelt. In dem Buch hat die US-Entwicklungspsychologin ihren Ansatz schlüssig und verständlich dargestellt. Die 5. Auflage wurde komplett aktualisiert und durch Fallgeschichten, Beispiele und Fotos noch anschaulicher gestaltet. Der Band richtet sich an Angehörige aller Berufsgruppen, die gesunde und lernbehinderte, verhaltensgestörte oder hirngeschädigte Kinder betreuen, eignet sich aber auch für Eltern und Familienangehörige. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)

Infos zum Buch
Seitenzahl:  306 Seiten

Verlag: Springer Verlag
Preis: 29,99 € (Taschenbuch) / 22,99€ (Ebook)

Fazit

"Bausteine der kindlichen Entwicklung - Sensorische Integration verstehen und anwenden" ist ein Fachbuch von A. Jean Ayres. Da ich nächsten Monat eine neue Stelle als Physiotherapeutin in einem Kinderzentrum antrete, suchte ich nach Fachliteratur in ebendiesem Bereich und wurde im Springer Verlag fündig. Freundlicherweise bekam ich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und möchte euch nun meine Erfahrungen damit berichten. 

=> Gliederung

Das Fachbuch ist in 3 große Kategorien eingeteilt, die sich dann noch in weitere Unterkategorien gliedern. Die 3 großen Kategorien gliedern sich wie folgt:

I.   Sensorische Integration und das Gehirn

II.  Störungen der Sensorischen Integration
III. Was getan werden kann

Ich für meinen Teil finde diese grobe Gliederung sehr gut, denn sie gibt erst einmal einen Überblick über die behandelten Themen. Sucht man etwas bestimmtes, so kann man sich an diesen 3 Gruppen orientieren und dann weiter in die Tiefe gehen. 


=> Fazit zu I. Sensorische Integration und das Gehirn

"Kapitel 1" gliedert sich noch einmal grob in 3 große Untergruppen, die dann wiederum in viele kleine Kategorien eingeteilt werden, auf die ich jedoch gar nicht näher eingehen möchte. Kapitel 1 enthält also folgende 3 große Untergruppen:

1. Was ist sensorische Integration?

Auf etwa 16 Seiten erklärt uns die Autorin, was sensorische Integration eigentlich ist welche, Frühsymptome auftreten können und was genau passiert, wenn die sensorische Integration "schlecht" ist. Außerdem bekommen wir recht eindrucksvoll geschildert, welche Schwierigkeiten ein Kind mit sensorischen Integrationsschwierigkeiten in der Schule haben kann und weswegen dies dazu führen kann, dass es sich selbst dumm oder schlecht in allerlei Dingen fühlt. Ich für meinen Teil fand dieses, eher einführende, Kapitel sehr gut, um sich überhaupt mal mit der Thematik anzufreunden und einen Einblick zu erhalten, um was es eigentlich im großen und ganzen geht. Besonders gut gefiel mir die  Einführung zu Beginn des Kapitels, welche uns eine kurze Erläuterung darüber gibt, wie die verschiedenen Begriffe, die immer wieder verwendet werden, überhaupt gemeint sind. Daraufhin folgen kurze Erläuterungen zum Nervensystem, dem Gehirn, neuronalen Prozessen und Sinnesempfindungen im Allgemeinen. 

2.Die Entwicklung der sensorischen Integration

In diesem Unterpunkt erhalten wir einen Einblick in die "normale" Entwicklung eines Kindes in den ersten 7 Lebensjahren. Dabei machen wir Schritte vom 1. Lebensmonat an, betrachten gemeinsam mit der Autorin die verschiedenen "Sinne" (Gleichgewichtssinn, Kraft- und Stellungssinn, Geruchs- und Geschmackssinn) und erfahren, wie sich die motorischen Eigenschaften (Greifen, Aufrichtung, Arme, Hände, etc.) innerhalb der ersten 7. Lebensjahre verändern. Dabei durchschreiten wir das 1. Lebensjahr komplett und schauen uns die einzelnen Monate ganz genau an - noch nie schien das lernen eines Säuglings im ersten Lebensjahr so enorm! Für uns Erwachsene sind viele Dinge alltäglich und in aller Regel ist uns nicht bewusst, das ein Säugling alles erst erlernen muss, was für uns schon "normal" ist. Bei den verschiedenen Erläuterungen werden wir durch blaue Infotexte auf verschiedene Dinge aufmerksam gemacht, beispielsweise darauf, was auf diese Entwicklungsstufen später aufbaut, oder was passiert, wenn diese nicht so erfahren werden, wie sie sollten (siehe Bild). 



3. Das Nervensystem von innen

Hier bekommen wir einiges über das Nervensystem, sowie dessen Funktionsweise verraten, ebenso die Bedeutung von Sinnenreizen und wie das Gehirn lernt, Sinnesinformationen zu integrieren. Ich für meinen Teil fand dieses Kapitel zwar sehr interessant, da es auch mir als "neurologisch eher versiertem" Zeitgenossen stellenweise ein paar neue Informationen bot, jedoch habe ich ein wenig Zweifel, dass ein neugieriger Laie sich hier hindurchbeißen mag. Die Information ist zwar in einer gut verständlichen Sprache verfasst und auch die Fachbegriffe werden sehr gut erklärt, aber im großen und ganzen ist es eben sehr allgemein gehalten - was möglicherweise zum Überspringen einlädt. Trotzdem empfinde ich dieses Kapitel als sinnvoll, da einige grundlegende Informationen durchaus sehr wichtig für das Verständnis der Vorgänge im Gehirn sein können, die bei Sensorischen Integrationsstörungen stattfinden. 


=> Fazit zu II. Störungen der sensorischen Integration

"Kapitel" 2 gliedert sich in deutlich mehr Unterpunkte, als das erste, nämlich in 6 Stück. Auf Grund des Umfangs, den die Rezension sonst erreichen würde, möchte ich auf die jeweiligen Unterpunkte dieses Mal nur ganz knapp eingehen.

1. Was sind sensorische Integrationsstörungen?
Ja, was sind denn eigentlich sensorische Integrationsstörungen? Ayres erklärt uns in diesem Kapitel nicht nur, was man darunter denn eigentlich versteht - und zwar mit jeder Menge Beispielen und ohne Verwendung schwieriger Fachbegriffe, sondern ebenso, welche Symptome auftreten können, was die Ursachen davon sind und auf welchen Ebenen sie sich bemerkbar machen. Spannend fand ich hier vor allem, wie sie beschreibt, dass das Gehirn bei einer sensorischen Integrationsstörung keineswegs geschädigt ist, vielmehr vergleicht sie es mit einer Magenverstimmung, denn auch da können Organe etwas nicht richtig verarbeiten, ebenso, wie es sich bei einer sensorischen Integrationsstörung verhält. Die verschiedenen Stadien der Integration (1-4) erläutern plausibel, dass die sensorische Integration ein Prozess ist, der aus Stadien aufgebaut ist und jede auf die vorhergehende  aufbaut bzw. mit den anderen verknüpft ist. Nur wenn ein Stadium ausreichend abgeschlossen ist, kann das nächste "erfolgreich" angegangen werden". 

2. Störungen des Gleichgewichtszystems
Dieser Unterpunkt macht deutlich, dass das Gleichgewichtssystem eine viel größere Aufgabe übernimmt, als uns eigentlich bewusst ist, was daran liegt,  dass das Gleichgewichtssystem Verbindungen zu fast allen Teilen des Gehirns hat. Wir bekommen vereinfacht, aber gut verständlich erklärt, was es mit dem Gleichgewichtssinn überhaupt auf sich hat, wie er funktioniert, welchen Einfluss er beispielsweise auf Augen- und Nackenmuskulatur haben kann, oder auch auf die Muskulatur im Allgemeinen und den Körper. Ebenso erfahren wir etwas über Halte- und Gleichgewichtsreaktion und auch die Zusammenarbeit des Gleichgewichtssystem (=vestibuläres System) mit einem bestimmten Netzwerk im Hirnstamm wird genau erklärt und viele weitere Punkte, die uns die Rolle des Gleichgewichtssystems in unserem Leben sehr viel mehr verdeutlichen - sehr spannend! 

3. Entwicklungsdyspraxie
Dieser Punkt verdeutlicht nicht nur, wie Kinder neue motorische Fähigkeiten erlernen können und weswegen manche Kinder Schwierigkeiten damit haben, sondern auch, welche Aspekte der Bewegung kombiniert werden müssen, damit eine Bewegung überhaupt reibungslos stattfinden kann. Anhand des Beispiels von "Todd" erhalten wir einen guten Einblick darin, was es heißt, an einer Entwicklungsdyspraxie "zu leiden" und können uns so viel besser vorstellen, wie sich dies für die Kinder äußert. Zusätzlich erhalten wir viele Informationen über die Koordination, die über das zentrale Nervensystem "programmiert" wird und so dafür sorgt, dass beispielsweise Spinnen mit ihren 8 Beinen eine koordinierte Bewegung (laufen/krabbeln) ausführen können. Außerdem beinhaltet dieser Punkt einen tollen "Textkasten", der verschiedene Tests zeigt, die man einfach mal ausprobieren kann - um nachvollziehen zu können, wie es Kindern mit sensorischen Integrationsstörungen ergeht - eine tolle Idee (ein Teil davon siehe unten)! Was ist eigentlich eine Entwicklungsdyspraxie? Nun, darunter versteht man eine Funktionsstörung des Gehirns, die die Verarbeitung verschiedener Sinnesinformationen behindert und so die Fähigkeit zur Bewegungsplanung nicht ganz so gut funktioniert, wie es eigentlich der Fall sein sollte. Umgesetzt heißt das, dass Kinder eine Bewegung nicht "automatisieren" und sie daher immer wieder "planen" müssen, bevor sie sie ausführen können, ähnlich, wie wenn unsereins gerade neue Tanzschritte oder ähnliches erlernt. Trotzdem darf dies nicht mit einem Motorikproblem verwechselt werden! Ayres erklärt uns außerdem einige Kennzeichen für eine Entwicklungsdyspraxie sehr anschaulich und klärt uns über die Auswirkungen auf die Schulische Leistung auf. Besonders wertvoll empfand ich eine Tabelle, die ganz genau auflistet, welche Tätigkeiten ein Kind in einem gewissen Alter beherrschen sollte, die eine gewisse Bewegungsplanung erfordern. Auch wenn man sie nur als ungefähre Richtlinie nutzen kann, weil die Entwicklung eines jeden Kindes individuell stattfindet, ist sie zumindest ein Anhaltspunkt daran, ob die Entwicklung des Kindes einigermaßen normal verläuft.
Ein kleiner Einblick... 

4. Taktile Abwehr 

"Taktile Abwehr... was ist denn das schon wieder?" Taktile Abwehr ist, wenn ein Mensch auf Berührungsreize negativ und emotional reagiert und wenig "Hemmung" besitzt. Stellt euch vor, ihr spürt jede Minute des Tages die Kleidung die ihr tragt, weil sich euer Körper nicht daran gewöhnt und keine "Hemmschwelle" aufgebaut werden kann. "Nickys" Geschichte, die wir im Beispiel lesen dürfen, zeigt recht deutlich auf, das es bedeutet, ein Kind mit Taktiler Abwehr zu haben... genau deswegen mag ich diese Beispiele so gerne, weil sie einen guten Einblick in den Alltag der Menschen geben, die unter bestimmten Dingen leiden. Dadurch versteht man viele Dinge deutlich besser, was besonders für Eltern und Interessierte in diesem Fall sehr von Vorteil ist. Auch hier gibt es wieder den oben erwähnten Textkasten "Sensorische Integration verstehen", der es auch hier anhand von Beispielen erheblich erleichtert, sich in die Lage eines Kindes mit Taktiler Abwehr hineinzuversetzen - eine große Hilfe! Spannend finde ich auch den Absatz, in dem genau erklärt wird, was im Nervensystem vor sich geht und welche beiden Arten von Reaktionen auf taktile Reize es gibt, denn so erfahren wir nicht nur, wie sich jemand fühlt, sondern auch, was der Grund dafür ist! Ich als Therapeutin fand auch den Absatz über "Therapie" sehr sinnvoll, besonders da diese so auch von Eltern angewendet werden können. Die Therapie beinhaltet in diesem Falle nichts, was man nicht ohnehin zuhause hat, oder in irgendeiner Form basteln kann - top! Wie in anderen Kapiteln findet sich auch hier zu Ende eine "Checkliste", die es Eltern ermöglicht zu vergleichen, welche "Symptome" oder Verhaltensweisen auf ihr Kind zutrifft, was ich sehr hilfreich finde. Natürlich hat man als Elternteil in aller Regel schon eine Diagnose erhalten (auch wenn das bei Sensorischen Integrationsstörungen eher schwierig ist), oder zumindest ein Gespräch mit Fachpersonal hinter sich und eine grobe Ahnung, unter was das eigene Kind leidet. Dennoch finde ich es sehr spannend, solche Checklisten zu nutzen. Auch Anregungen für die Eltern sind in diesem Kapitel zu finden, die den Umgang mit einem Kind mit Taktiler Abwehr deutlich erleichtern sollten. 

5. Störungen der visuellen und auditiven Wahrnehmung

In diesem Unterpunkt wird, direkt auf der ersten Seite sehr gut erläutert, weswegen es schädlich für die Entwicklung des Kindes sein kann, wenn es zu früh lesen lernen "muss" und um welche Erfahrungen es deshalb gebracht wird. Ich für meinen Teil finde, dass diese Erkenntnis viel öfter vorgebracht werden sollte, da gerade in der heutigen Zeit viele Eltern einen regelrechten Wettbewerb daraus machen, dass ihre Kinder zuerst laufen, lesen, rechnen o.ä. können. Sehr schade! Umso besser, dass in diesem Buch erneut darauf hingewiesen wird - top! Außerdem erfahren wir einiges über willkürliche Bewegungen und welche Arten der visuellen Wahrnehmung es gibt und was entscheidend dafür ist, dass die visuelle Wahrnehmung ideal funktioniert. Dafür ist nämlich die Zusammenarbeit zwischen Hirnstamm und Großhirnhälften Voraussetzung und genau diese bekommen wir sehr anschaulich und verständlich erklärt. Auch hier gibt es wieder einen Schaukasten, der Eltern Anregungen bietet, wie die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder verbessert werden kann, was ich wirklich toll finde. Außerdem erfahren wir, was es mit den Ebenen der Hörverarbeitung auf sich hat und am Ende des Kapitels findet man erneut den Kasten "Sensorische Integration verstehen", der es uns "gesunden" Erwachsenen ermöglichen soll, sich besser in Menschen mit sensorischen Integrationsstörungen hineinzuversetzen. 

6. Kinder mit Autismus 

Was haben autistische Kinder mit Kindern zu tun, die unter einer sensorischen Integrationsstörung leiden? Das werden sich vermutlich viele Eltern und Leser fragen, doch genau diesen Punkt erklärt uns die Autorin in diesem Kapitel nicht nur sehr verständlich, sondern bringt auch noch das Beispiel der kleinen Marianne ein, was uns das ganze noch einmal verdeutlicht. Ebenso geht es um das Registrieren, Modulieren und Integrieren von Sinnesinformationen, was bei autistischen Menschen ein großes Problem darstellt. Wie in den Kapiteln zuvor bekommen wir hier auch kleine Therapieansätze, die das Arbeiten mit diesen Kindern erleichtern sollten - für Therapeuten, sowie auch die Eltern ein guter Ansatz, der zumindest die Startschwierigkeiten ein wenig hemmen sollte. 

=> Fazit zu III. Was getan werden kann

"Was getan werden kann" bildet den Abschluss des Buches (mit Ausnahme der Anhänge) und gliedert sich in lediglich zwei Unterpunkte: 

1. Befundung und Behandlung

Dieses letzte Kapitel war für mich als Physiotherapeutin natürlich besonders interessant und speziell der Satz "Therapie nach den Prinzipien der sensorischen Integration ist ein natürlicher Prozess" (Seite 190) gefiel mir ziemlich gut. Besonders deswegen, weil wir mit unserer Therapie nicht versuchen Wunder zu wirken, sondern den "normalen" Prozess in Gang zu bringen und durch "natürliche" Methoden auf den "Normalzustand" zurückzubringen. Spannend fand ich an diesem Artikel besonders die Tatsache, dass bis zum 2. Weltkrieg noch niemand auf die Idee gekommen ist, dass die Umwelt tatsächlich die Entwicklung des Kindes, sowie seine Lernfähigkeit bestimmt, sondern vielmehr angenommen wurde, dass niemand letzteres steigern könne und dies von Geburt an vorgegeben sei. Erschreckend, wenn man sich das heute mal so vor Augen führt! Jean Piaget, ein Schweizer Psychologe war dann allerdings einer der ersten, der erkannte, dass dies ganz und gar nicht der Fall ist - zum Glück, muss man wirklich sagen. Schön ist auch die Überlegung, ob ein Kind überhaupt zur Therapie gehen muss, denn wenn sich "das ganze" durch Bewegung reguliert, sei das doch überhaupt nicht nötig? Sehr schön erklärt Ayres im Punkt "10.2 Therapie nach dem sensorisch-integrativen Ansatz", wieso eine Therapie dennoch sinnvoll sein kann und beantwortet damit eine Frage, die sich sicherlich schon so manche Eltern mit voranschreiten in dieser Literatur gestellt haben. 

Auch die weiteren Unterpunkte wie "Die Befunderhebung", "Therapeutische Atmosphäre", "Therapeutische Aktivitäten", und die Beantwortung der Frage "Warum hilft die Sensorische Integrationstherapie" etc. empfand ich als sehr inspirierend und aufschlussreich, nicht nur für Therapeuten, sondern auch für Eltern. 


"Felix Therapiestunde" sowie auch "Roberts Therapiestunde", zwei sehr schön beschriebene Beispiele, empfand ich als sehr wertvoll, da es zusätzlich zum Fachtext Beispiele aufzeigt, wie sie direkt aus der Therapie stammen könnten und so Eltern schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt, was sie erwarten könnte. Dies gibt ein wenig mehr Sicherheit, zumindest würde es mir als Elternteil so gehen.


2. Was Eltern tun können

Wie erkennt man als Elternteil das Problem des eigenen Kindes? Wie hilft man seinem Kind, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen, wie reagiert man bei emotionalen Krisen und - hat Bestrafung einen Sinn? All diese Fragen und noch viele weiteren werden auf etwa 17 Seiten ausführlich behandelt und den Eltern mit so manchem wertvollen Tipp ausgeholfen. Auch bei der Frage danach, welches Fachpersonal man am besten kontaktiert oder anspricht, wenn man die Vermutung hat, dass das eigene Kind unter einer sensorischen Integrationsstörung leidet, sind gegeben und auch einige Tipps gegeben, wie man die richtige Therapeutin findet. Speziell dieses letzte Kapitel empfinde ich als das wichtigste und am informativsten für interessierte Eltern. Auch wenn die spezifischen Informationen zum Thema auch interessant und lehrreich sein können, will wohl jedes Elternteil noch viel eher wissen, wie es dem eigenen Kind am besten helfen kann - verständlicherweise. 

=> Fazit zu den Anhängen A,B,C, D

Die Anhänge A, B und C halten noch einiges an Informationen für uns bereit:

A: Kommentare zu den Kapitel 
Was ich persönlich als weniger interessant empfand und auch nicht wirklich gelesen habe.

B: Literaturübersichten 

C: Therapeutische Ausstattung 
Diesen Punkt empfand ich - vor dem lesen - als den spannendsten, von den Anhängen her, denn hier werden Anregungen und Ideen geboten, um die sensorische Integrationstherapie umsetzen zu können. Dabei werden die Utensilien nicht nur benannt, sondern auch genau erklärt wie sie funktionieren, und welchen gewünschten Effekt die Nutzung ausübt (wobei es sich hierbei häufig um frühkindliche Bewegungsmuster handelt, die angesprochen werden sollen). Etwas enttäuschend fand ich hierbei die Tatsache, dass gerade Mal 2 Therapiegeräte genannt werden - eigentlich hätte ich etwas mehr erwartet.

D: Fragen von Eltern - und die Antworten
Dieser letzte Anhang gibt uns noch einmal kurz Info über die wichtigsten Punkte der sensorischen Integration und gibt Antworten auf Fragen über bestimmte Verhaltensweisen von Kindern. Der Anhang ist wirklich toll gestaltet - kurz gefragt, kurz beantwortet. 
Nach der letzten Antwort finden wir hier noch ein kleines Glossar mit Begriffserklärungen.

Am Ende gibt es noch ein Stichwortverzeichnis. 


Komplettfazit
Nach dem durcharbeiten dieses Buches muss ich sagen, dass mir sehr oft aufgefallen ist, dass hier nur die Ergotherapeuten angesprochen werden, von Physiotherapeuten, die ebenfalls in diesem Gebiet arbeiten jedoch nur selten die Rede ist. Dies empfand ich zwar als ein wenig schade, kann aber gut und gerne damit leben. Ich für meinen Teil kann dieses Fachbuch nur aus Physiotherapeutischer Sicht beurteilen, da ich keine eigenen Kinder habe und somit auch nicht beurteilen kann, ob sich ein Elternteil ausreichend informiert fühlt. Dafür, dass es sich hier vorrangig um ein Fachbuch handelt, finde ich die Art und Weise der Autorin, verschiedene Dinge zu beschreiben, sehr schön, denn sie versucht alles mit Beispielen zu verdeutlichen und zu untermalen, sodass man die Sensorische Integration wirklich verstehen kann und so auch ein wenig mehr nachvollziehen kann, wieso das Leben damit phasenweise nicht ganz so einfach ist. Sie bemüht sich sehr, alle Unklarheiten aus dem Weg zu schaffen und den Eltern die Hilfe anzubieten, die sie brauchen um ein klein wenig mehr Verständnis für ihre Kinder zu haben, außerdem, gibt sie hilfreiche Tipps für dem Umgang und das Lernen mit den Kindern. Die Schaukästen und Elterninformationen sind sehr hilfreich und die vielen Bilder untermalen den Text passend. Für Eltern, die die Thematik interessiert mag dies möglicherweise dennoch ein wenig schwere Kost sein, besonders wenn man keinerlei Erfahrung mit solch einer Thematik hat - unabhängig davon bin ich aber der Meinung, dass man sich sehr gut in dieses Buch hineinarbeiten kann - auch wenn es ein Weilchen dauert. Ich für meinen Teil fand dieses Buch aus therapeutischer Sicht außerordentlich spannend und auch informativ. Da ich schon früher in einem therapeutischen Kinderzentrum gearbeitet habe, empfand ich diese zusätzliche Information durch das Buch als sehr hilfreich für zukünftige Fälle und ich bin sicher, dass ich es noch so das ein oder andere Mal als Gedankenstütze aus dem Regal holen werde. Insgesamt kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, sowohl für Physiotherapeuten, die mit Kindern arbeiten, wie auch für Eltern. 


Wertung: 5 von 5 Sterne


Ein herzliches Dankeschön an den Springer-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!