Montag, 25. Januar 2016

[Rezension] Andy Jones - Zwei für immer

Inhalt
Als er Ivy begegnet, ist Fisher wie vom Blitz getroffen, und bald ist er sich sicher, dass aus der Sache etwas werden könnte. Noch weiß keiner der beiden, dass die Entscheidung über ihre Zukunft längst gefallen ist: Ivy ist schwanger. Doch während das neue Leben in Ivy heranwächst, muss sich Fisher um seinen schwer erkrankten Freund El kümmern. Und Ivy und Fisher sind immer noch damit beschäftigt, sich kennenzulernen. Denn es ist eine Sache, sich zu verlieben – miteinander zu leben ist eine ganz andere Geschichte … (Kurzbeschreibung von www.aufbau-verlag.de)

Infos zum Buch

Seitenzahl: 432 Seiten

Verlag: Rütten & Loening
Preis:  14,99€ (Gebunden) / 7,99€ (Ebook) 

Erster Satz des Buches

"Die Leute fragten: Wie lange seid ihr schon zusammen? Und wie habt ihr euch kennengelernt?"

Fazit 

"Zwei für immer" ist ein Roman des Autors Andy Jones. Dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, war mehr oder weniger Zufall, aber die Inhaltsangabe sagte mir sofort zu und ich freute mich schon darauf, es zu lesen. 

Wie man bei solchen Romanen meist erwartet, handelt es sich hierbei dieses Mal NICHT um die Liebesgeschichte zweier Teenager, ganz im Gegenteil: Die Hauptprotagonistin (William) Fisher und Ivy sind 42 und 31 Jahre alt. Auch wenn ich anfangs etwas perplex war, vielleicht weil ich davon ausging, dass man in dem Alter nicht mehr ausversehen schwanger wird, so gewöhnte ich mich doch recht schnell an das Alter der Hauptfiguren und fand es recht schnell mal ganz schön, etwas von Erwachsenen zu lesen. 


Die Story an sich ist schnell erzählt: man lernt sich kennen, hat Sex und ehe man es sich versieht, ist der weibliche Part schwanger - kein Wunder, denn wirklich verhütet wurde nicht und hinterher großartig kommentiert schon gar nicht. Die Tatsache, dass Ivy beim ersten Verkehr zum Thema Verhütung nur ein "Es ist okay" übrig hatte, stößt Fisher im Laufe des Romanes noch so einige Male bitter auf, was man ziemlich gut nachvollziehen kann. Warum, das erfährt man erst gegen Ende des Buches, meiner Meinung nach ist die Entschuldigung jedoch eher schlecht und wiegt keinesfalls die vielen Gedanken von Fisher auf. Dass das Leben nicht leichter wird, wenn man sich kaum kennt und die neue Freundin plötzlich schwanger ist, das muss Fisher recht schnell lernen, doch meiner Meinung nach schlägt er sich recht wacker und erträgt jeden noch so nervigen Charakterzug seiner Angebeteten.


Vielleicht mag es der aufmerksame Leser schon zwischen den Zeilen gelesen haben: ich mag Ivy nicht besonders. Dies liegt nicht nur an der Tatsache, dass es mir nicht in den Kopf will, wie man sich in ihrem Alter so unvernünftig verhalten kann, sondern auch an der Tatsache, dass sie viel zu Gefühlskalt ist, einige nervige Angewohnheiten hat und gar nicht zu schätzen weiß, was sich Fisher für Mühe gibt. Anstatt zu würdigen, was er tut, blockt sie ihn häufig ab und lebt in ihrer eigenen Welt, in die sie ihn nicht hineinlässt. Auch hierfür gibt es am Ende des Buches eine Erklärung, in meinem Fall führte diese - mehr schlechte als rechte Rechtfertigung - jedoch nur dazu, dass sich die leichte Sympathie, die nach etwa 300 Seiten dann doch aufgekeimt war, gleich wieder verflüchtigte. Ivy ist mir mit ihrer Art regelrecht zuwider und so manches Mal hoffte ich, dass Fisher eine Affäre anfängt - ob schwangere Freundin oder nicht. Normalerweise bin ich selbst bei Romanfiguren der reinste Moralapostel aber hier hätte es die überaus nervige Ivy absolut verdient - zudem sie ja eine ganz große Mitschuld trägt, dass sie so unverhofft schwanger geworden ist und ein "aber man muss doch an das Baby denken" hier absolut nicht zieht. 


Fisher hingegen mochte ich von Anfang an, denn seine Art wirkt direkt sympathisch und liebenswert. Dass er Ivy mit Haut und Haaren liebt, wird recht schnell deutlich und auch wenn sie phasenweise mehr als nur ein wenig abwesend ist, gibt er nicht auf und versucht mit allen Mitteln, ihre Zuneigung zurückzugewinnen. Auch seinem besten Freund El, der schwer krank ist und immer weiter abbaut (Chorea Huntington), ist er stets treu, besucht ihn und ist immer für ihn da. Das Verhältnis zwischen Fisher, El und dessen Freund Phil ist herzzerreißend und ich muss gestehen, so nervig ich Ivy und ihre Art fand, umso mehr liebte ich El und Phil. Die beiden sind so unglaublich wundervoll, dass man sie am liebsten knuddeln möchte und um ehrlich zu sein, würde ich Ivy sofort eintauschen - gegen mehr von El und Phil.


So haben wir also zwei Handlungsstränge - einmal die Beziehung zwischen Ivy und Fisher und zum anderen die Beziehung zwischen El und Phil, bzw. Fisher, El und Phil. Dennoch muss man diese Handlungsstränge doch als ein ganzes sehen, denn beides überschneidet sich häufig und lässt eine komplette Geschichte mit einem tollen Familiären Umfeld entstehen (denn wir lernen auch Ivys, sowie Fishers Familie kennen).


Auch wenn man denken mag, dass an dieser Geschichte nichts neues, nichts bewegendes, nichts außergewöhnliches dran ist, so sollte man sich doch heranwagen und dieser Geschichte eine Chance geben, denn sie ist alles andere als gewöhnlich. Sie ist wundervoll, berührend, mitreißend und lässt uns teilhaben am Leben von außergewöhnlichen Menschen, deren Entscheidungen, der Komplexität der Liebe, des Sterbens und des loslassens. 


Wertung: 5 von 5 Sterne


Ein herzliches Dankeschön für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!


Ps. Ich würde sogar fast soweit gehen und das Buch vorsichtig als eines der Highlights 2016 bezeichnen. 


ACHTUNG:
Zur Veröffentlichung dieses wundervollen Buches gibt es einige Aktionen des Aufbau-Verlages:

  • Hier könnt ihr ganz tolle E-Cards versenden
  • Hier gibts eine ganz tolle Aktion zum Thema Herzenstage! Schaut doch mal rein :)
  • Und in den sozialen Netzwerken gibt es allerlei zu finden unter #Herzentage

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