Donnerstag, 30. März 2017

[Rezension] Renée Ahdieh - 1001 Nacht (1) - Zorn und Morgenröte

Inhalt
"Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...(Quelle: Amazon)
  
Infos zum Buch
Seitenzahl:  400 Seiten
Verlag:  Bastei Lübbe Verlag
ISBN: 
978-3846600207

Preis:  16,99€ (gebundene Ausgabe) /  12,99€ (E-Book)

Infos zur Autorin

"Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin leidenschaftliche Salsa-Tänzerin, sie kann sich außerdem für Currys, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Zorn und Morgenröte ist ihr erster Roman, die Autorin schreibt bereits an der Fortsetzung." (Quelle: Amazon)

Erster Satz des Buches

"Niemand sehnte den Sonnenaufgang herbei."

Fazit

Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Nachdem ich von der Vorgeschichte (Honig und Gift), sowie der Leseprobe so begeistert war, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, weswegen ich mich schleunigst diesem Buch widmete. 

Cover: Das Cover mit den verschiedenen Blautönen und den goldenen/bronzenen Applikationen wirkt total verzaubernd und das scheinbare Fenster, aus dem ein Mädchen (Shahrzad?) herausschaut ist der Blickfang schlechthin.


Story: Lange Zeit war ich mir unsicher, ob mir ein Buch aus 1001 Nacht gefallen könnte, denn ich tue mir häufig ein wenig schwer, wenn es um Charaktere und Orte geht, von denen ich mir die Namen nicht merken kann, die eher schwierig oder lang sind (deswegen vermeide ich meist auch schwedische Romane). Bei "Zorn und Morgenröte" muss ich jedoch sagen, dass mir das gar nicht so schwer gefallen ist, wie anfangs gedacht. Auch wenn die Nachnamen häufig ein wenig komplizierter sind, kann man mit den Vornamen schon recht viel anfangen und auch was die Gewänder etc. angeht, blickt man schneller durch, als man denkt. 


Die Story an sich konnte mich recht schnell überzeugen, leider jedoch nicht ganz so schnell fesseln. Etwa 200 Seiten lang lesen wir von Shahrzads innerem Kampf: um ihre beste Freundin Shiva zu rächen will sie den Kalifen ermorden, doch es fällt ihr schwerer als gedacht - zum einen, weil morden sicherlich nie einfach ist und zum anderen, weil sie erkennen muss, dass der Kalif doch nicht das Monster ist, für den sie ihn gehalten hat. Ihn umgibt ein Geheimnis und Shazi brennt darauf, dieses zu enthüllen. Auch wenn ich den Zwiespalt der Protagonistin gut nachvollziehen kann, fiel es mir doch etwas schwer, bei der Stange zu bleiben, denn bis nach 200 Seiten endlich etwas Schwung in die ganze Sache kommt, vergeht einiges an Zeit. Dann geht es allerdings schnell rund und die letzten etwa 200 Seiten flogen nur so dahin. Hier kommt dann auch die Spannung nicht zu kurz und schneller, als wir uns versehen, haben wir auch schon das Ende des Buches erreicht - und wollen sofort wissen, wie es weitergeht! 


Wer die Märchen aus 1001 Nacht (Aladin, Ali Baba und die 40 Räuber, etc.) schon als Kind mochte, der wird auch hier nicht enttäuscht werden, denn Renée Ahdieh schafft es, orientalisches Feeling heraufzubeschwören - da ist auch die "Länge" am Anfang zu verschmerzen. 


Schreibstil: Der Schreibstil ist unglaublich angenehm und es macht Spaß, sich in den Worten der Autorin zu verlieren. Die Kapitel sind alle in einer angenehmen Länge und alle aus der Sicht eines Erzählers geschrieben.


Charaktere: Die Charaktere sind faszinierend und besonders der Kalif Chalid begeisterte mich, besonders weil er doch so gar nicht das Monster zu sein scheint, für den ihn alle halten. Seine Art fand ich erfrischend, wenn auch stellenweise etwas sehr hart... dennoch wird sein innerer Kampf sehr deutlich und je mehr wir lesen, umso besser können wir Chalid verstehen. Auch Shazi fand ich toll, denn sie ist ein unglaublich starker und kämpferischer Charakter und würde alles tun, um ihre Freundin Shiva zu rächen. Auch die Nebencharaktere fand ich sehr interessant und auch, wenn Despina, Shazis Magd, oft sehr ruppig mit ihr umgegangen ist, hatte das ganze seinen Charme. 


Gesamt: Insgesamt war ich von "Zorn und Morgenröte" begeistert, auch wenn es ziemlich lange gedauert hat, bis ich mit dem Ganzen warm wurde - nicht zuletzt wegen den ersten 200 Seiten, die sich doch ziemlich gezogen haben. Die Charaktere sind fantastisch, der Schreibstil angenehm... ich freue mich auf Band 2!


Wertung: 4 von 5 Sterne!

Dienstag, 28. März 2017

[Kurzgeschichten-Rezension] Renée Ahdieh - 1001 Nacht (0,5) - Honig und Gift

Inhalt
"Als Chalid, der Kalif von Chorasan, in die Augen seiner neuen Frau Shahrzad blickt, erkennt er darin nichts als blanken Hass. Ein Hass, der ihn fasziniert. Er beginnt zu ahnen, dass dieses Mädchen anders ist, als die vielen, die bereits durch seine Hand gestorben sind.


Dieses eBook enthält die erste Begegnung von Chalid und Shahrzad und eine Leseprobe des Romans "Zorn und Morgenröte", in dem die Geschichte ihrer Liebe erzählt wird.(Quelle: Amazon)
  
Infos zum Buch
Seitenzahl:  31 Seiten
Verlag:  Bastei Entertainment Verlag

Preis:  0,00 € (E-Book)
Reihe:  Honig und Gift 0,5
           Zorn und Morgenröte 01
           Fluch und Flammen (Kurzgeschichte) 1,5
           Rache und Rosenblüte 02
         Motte und Licht (Kurzgeschichte, Spin-Off)

Infos zur Autorin

"Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin leidenschaftliche Salsa-Tänzerin, sie kann sich außerdem für Currys, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Zorn und Morgenröte ist ihr erster Roman, die Autorin schreibt bereits an der Fortsetzung." (Quelle: Amazon)

Fazit
Honig und Gift ist eine Kurzgeschichte, zugehörig zu den Romanen "Zorn und Morgenröte", sowie "Rache und Rosenblüte". 

Bisher habe ich noch keinen der beiden Romane gelesen, bin aber sehr neugierig darauf, weswegen ich erst einmal zur Kurzgeschichte griff. Da ich normalerweise niemand bin, der sich für 1001 Nacht Romane begeistern kann, war ich sehr kritisch, ob mir das Ganze zusagen würde, muss nach der Lektüre der Kurzgeschichte jedoch sagen, dass ich nicht abgeneigt bin. Ganz im Gegenteil: die Kurzgeschichte, mit der angeschlossenen Leseprobe faszinierte mich und ich gehe fest davon aus, dass ich mich dem ersten Buch "Zorn und Morgenröte" bald widmen werde - denn nur, weil ich bisher noch nichts aus dieser Sparte gelesen habe, heißt das ja nicht, dass ich es nicht noch tun werde! 

Die Kurzgeschichte an sich beschreibt das erste Aufeinandertreffen von Chalid und Shahrzad, dem Kalifen, der seine Bräute am Morgen nach der Hochzeit ermordet - und die zukünftige Braut, die sich freiwillig gemeldet hat. Wir erfahren natürlich auch wieso und auch Chalid merkt beim ersten Treffen, dass sie anderes ist, als seine bisherigen Bräute... 

Vom Schreibstil her fand ich diese Kurzgeschichte sehr angenehm und sie macht definitiv Lust auf mehr... auch wenn sie eher kurz und oberflächlich gehalten wurde. 


Wertung: 5 von 5 Sterne!

Sonntag, 26. März 2017

[Rezension] Sebastian Fitzek - Das Paket

Inhalt
"Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.

Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...(Quelle: Amazon)
  
Infos zum Buch
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: Droemer Knaur Verlag
ISBN: 
978-3426199206

Preis: 19,99€ (Gebundene Ausgabe) / 14,99€ (E-Book)

Infos zur Autorin

"Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.." (Quelle: Amazon)

Erster Satz des Buches

"Als Emma die Tür zum Schlafzimmer ihrer Eltern öffnete, ahnte sie nicht, dass sie dies zum letzten Mal tun würde."

Fazit

Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Seit ich zum ersten Mal "Die Therapie" gelesen habe, bin ich großer Fitzek - Sympathisant, was sich mit jedem Buch steigerte... so durfte also auch nicht "Das Paket" in meinem Bücherregal fehlen. 

Cover: Das Cover, bzw. die zusätzliche Verpackung des Buches finde ich absolut klasse, denn diese ist ganz genau so gehalten, wie ein echtes Paket. Das ist nicht nur im Regal ein echter Blickfang, sondern passt auch noch super zum Inhalt des Romanes.  


Story: Die Geschichte beginnt mit Emmas Kindheit, die offensichtlich alles andere als harmonisch abgelaufen ist. Ihr Vater ist ein echter Choleriker, kann seine Tochter nicht trösten, wenn sie traurig ist und scheint immer nur zu schimpfen. Und dann ist da auch noch Arthur, der Mann aus dem Schrank, der sich ihrer annimmt, weil sie niemanden hat... bald springen wir dann in die Gegenwart, in der wir erfahren, dass Emma inzwischen Psychiaterin ist und Opfer des "Friseurs", der nicht nur seine Opfer skalpiert, sondern sie auch ermordet. Emma jedoch hat überlebt, verlässt aber das Haus nicht mehr, viel zu groß ist ihre Angst, dem Friseur erneut über den Weg zu laufen... eines Tages klingelt dann der Postbote an ihrer Tür und bittet sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen, dessen Name sie noch nie gehört hat... 


Auch wenn ich dieses Buch so oder so gelesen hätte, habe ich mir vorab die Rezensionen auf Amazon angeschaut und musste feststellen, dass es hier ist, wie mit so vielem: die Meinungen gehen stark auseinander und eine wirklich einheitliche Meinung gab es nicht. Also musste ich mir selbst ein Bild machen und kann nur sagen: Die vielen negativen Rezensionen kann ich absolut nicht verstehen, denn mit "Das Paket" halten wir auch dieses Mal wieder einen Fitzek in der Hand, der Spaß macht, Spannung heraufbeschwört und den Lesefluss heraufbeschwört. Auch wenn man so manches Mal an der Zurechnungsfähigkeit der Hauptprotagonistin zweifelt und lange nicht so ganz klar ist, was der Realität entspricht und was der Fantasie, so zieht sich doch ein roter Faden durch die Geschichte und Fitzek schafft es, wie immer, einen in den Bann zu ziehen. Auch wenn gerade dieser Punkt in einigen Rezensionen häufig bemängelt wird, so konnte ich den Täter bis zum Schluss nicht identifizieren, dafür baute der Autor seine Geschichte einfach zu clever drumherum - und stiftete einiges an Verwirrung. Das hohe Tempo des Romanes lässt einen kaum Luft holen und so begleitet wir Emma rasant durch ihr chaotisches Leben.


Schreibstil: Geschrieben wurde die Geschichte aus der Sicht eines Erzählers, der Schreibstil ist angenehm und die Kapitel enden meist mit einem Cliffhanger, was es fast unmöglich macht, das Buch beiseite zu legen. Innerhalb des Buches machen wir 

Charaktere: Emma ist eine Protagonistin, die man nur schwer beschreiben kann. Durch ihre schwere Kindheit und die erst kürzlich zurückliegende "Begegnung" mit dem Friseur bleibt viel von ihrem "wahren" Wesen verborgen, denn die Angst sitzt ihr tief im Nacken und bestimmt ihr ganzes Leben. Es schränkt sie ein, was durchaus verständlich ist, und so spielt der Großteil der Handlung in ihren eigenen vier Wänden. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt ist wirr und undurchsichtig, was das es jedoch umso spannender macht. 
Die anderen Charaktere, wie etwa Emmas Mann und dessen Kollege Jorgo sind zwar greifbar, rutschen einem aber gefühlt immer wieder durch die Finger, sodass wir nicht wirklich in sie eintauchen können. 


Gesamt: Insgesamt war ich von "Das Paket" ziemlich begeistert und freue mich schon wahnsinnig auf das nächste Fitzek Buch - entweder die Neuerscheinung "Acht Nacht", oder eben eines der älteren Exemplare, welches ich noch nicht gelesen habe. Jedem, der einen guten Psychothriller zu schätzen weiß, kann ich "Das Paket" nur ans Herz legen, denn es fasziniert, fesselt und überrascht. 


Wertung: 5 von 5 Sterne!