Montag, 25. September 2017

[Interview] mit Marc Kemper, dem Autor von "Schmerzflimmern"

Heute kann ich euch endlich das Interview mit Marc Kemper präsentieren, dem Autor von "Schmerzflimmern". 

Doch vorher möchte ich euch nochmal kurz sagen, um was es in dem Buch eigentlich geht:

"Wir rennen unserem unvermeidbaren Ende entgegen.
Manche schneller als andere, viele sogar mit offenen Armen. Doch wie würden wir uns wohl verhalten, wenn wir exakt voraussehen könnten, wann, wo und wie jeder einmal stirbt? Gregor, ein junger Rettungssanitäter, muss mit genau diesem Wissen leben. Allgegenwärtige Visionen skurrilster Todesszenarien lassen ihn zynisch und teilnahmslos durch das Leben gehen, ehe eine verblüffende Begegnung nicht nur seine Perspektive, sondern auch den Verlauf seines eigenen Lebens verändert ...
"Schmerzflimmern" ist eine lebensverneinende Mystery-Komödie, der es definitiv nicht an Sarkasmus und Wortwitz mangelt. Der Tod, als ultimative Unannehmlichkeit im sonst so tristen Tagesablauf, tritt dabei in all seinen Facetten auf - er amüsiert, erschreckt, verstört und animiert zum Blick in das eigene Innere." 



Und nun, exklusiv für euch: 

Hallo Marc,
schön Dich heute auf meinem Blog begrüßen zu dürfen!

Was hat Dich zu Deinem Erstlingswerk „Schmerzflimmern“ inspiriert?   Haben Dich reale Personen zu Deinen Figuren inspiriert? Und wem könnte „Schmerzflimmern“ gefallen?

Schmerzflimmern ist definitiv ein kleiner Liebesbrief an die Nerds und Gegen-den-Strom-Schwimmer. Vorbild waren viele Genre-Reißer aus vergangenen Jahrzehnten. Die Filme von David Cronenberg, John Carpenter, David Lynch – dieser abgedrehte Mystery-Kram, der auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt, aber trotzdem zum darüber nachdenken anregt. Stephen King hat zu seinen besten Zeiten auch ein paar Geschichten in dieser Sparte beigesteuert (da bin ich allerdings vom Schreibstil komplett anders). Ebenfalls eine große Inspiration war der Film »Donnie Darko«. Einige Leser fühlten sich auch an die Final Destination und Butterfly Effect Filme inspiriert. Aus der Literatur habe ich vor allem die Bücher von Chuck Palahniuk als Inspiration herangezogen. Seine unverblümte, vom Ego befreite Art die skurrilsten Szenarien zu inszenieren, hat mir immer imponiert. Da würde ich mich irgendwann gern mal einreihen.


Deine Figur „Gregor“ im Roman ist ein sehr zynischer Mensch mit einer Menge schwarzem Humor. Wie viel von Dir steckt in Gregor?

Nunja, sagen wir es mal so: Der Ehemann meiner Schwester will mir nicht mehr die Hand schütteln. Haha.


Trotz des vielen schwarzen Humors hat „Schmerzflimmern“ einen ernsten Hintergrund, denn der Tod ist in all seinen Facetten allgegenwärtig. Haben die skurrilen Tode aus Deinem Roman auch nur annähernd etwas mit Deinem (Berufs?)Alltag zu tun, oder entspringen diese einfach nur Deiner Fantasie?

In die Handlung von Schmerzflimmern habe ich tatsächlich einige Situationen verbaut, die ich direkt aus meinem eigenen Leben gezogen habe. Der Zoo, das Speed-Dating ... Die besten Beobachtungen macht man in der realen Welt. Neben dem Studium habe ich tatsächlich auch ein paar Erfahrungen mit Krankenwagen gemacht. Da bekommt man echt vieles mit, was die Phantasie beflügelt.
  

Du schreibst auf Deinem Blog, dass Du als Geschichtenerzähler auf die Welt gekommen bist. Werden wir Deine ganz frühen Werke irgendwann zu Gesicht bekommen?

Haha. Da muss ich die Welt leider enttäuschen. Erst, wenn die Macher von Star Wars den Markt für Luke Skywalker Fan-Fiction von elfjährigen Jungs erschließen will, buddele ich die alten Schulhefte wieder aus. Vorher muss man wohl oder übel mit meinen neuen Veröffentlichungen vorlieb nehmen. ;)


Da „Schmerzflimmern“ ja ursprünglich als Drehbuch gedacht war, hast Du Dir ja sicherlich auch Gedanken darüber gemacht, welche Schauspieler man dafür einsetzen könnte. Wer könnte Gregor, Elise oder Thomas verkörpern?

Das ist eine ziemlich interessante Frage, über die ich mir tatsächlich schon verdammt oft Gedanken gemacht habe. Für Gregor hätte ich gern den leider kürzlich tragisch verstorbenen Anton Yelchin vorgeschlagen. In »Odd Thomas« und vor allem im Meisterwerk »Green Room« hat er sogar schon den perfekten Look gehabt. Andernfalls würde Jamie Bell in meine engere Auswahl fallen. Der ist vielleicht schon etwas zu »hollywoodschön«, kann aber auch ziemlich toll spielen. Da empfehle ich den Film »Snowpiercer«. Thomas ist da schon ein bisschen leichter. Den hab ich mir in Gedanken stets wie Miles Teller aus »The Spectacular Now« vorgestellt. Sehr groß mit einer gewissen Mischung aus Charme und Dummheit im Gesicht. Elise ist da schon schwerer. Die ist zwar ebenfalls ein Amalgam aus mehreren real existierenden Personen, zum Casting hätte ich aber vor allem ein paar Damen eingeladen, die eine bestimmte Unbeschwertheit ausstrahlen. Olivia Thirlby hätte toll gepasst. Oder Mary Elizabeth Winstead. Das ist wirklich eine phantastische Schauspielerin.


Im November erscheint der zweite Teil von „Schmerzflimmern“. Kannst Du den neugierigen (und sehnsüchtig auf die Fortsetzung wartenden) Lesern unter uns schon ein bisschen verraten, was Gregor in diesem Band so erlebt?

Die Fortsetzung war tatsächlich nie so richtig »geplant«. Ich habe zwar in den ersten Band einige Brotkrumen ausgelegt, die man hätte weiterverfolgen können, dachte jedoch lange Zeit nicht darüber nach, mehrere Geschichten in dieser Welt zu schreiben. Eines Abends küsste mich dann aber doch noch die Muse, wodurch sich die Story fast wie von selbst weiterspinnen ließ. Die Handlung spielt einige Monate nach den Ereignissen des ersten Teils und beginnt für Gregor mit einer schockierenden Erkenntnis über seine Eltern. Was folgt ist ein Road Trip der ihn und seine Freunde gefährlich nah an den Ursprung seiner Zeitreise-Fähigkeiten bringt.


Hast Du derzeit noch weitere Romane in Planung oder Ideen für etwas neues?

Ideen habe ich tatsächlich einige! In mir schlummert noch ein Coming-Of-Age-Drama, ein Kinderbuch und auch eine Science-Fiction-Saga, die ich in unregelmäßigen Abständen weiterentwickle. Möglicherweise wird aus Schmerzflimmern auch eine Trilogie, obwohl ich zunächst abwarten möchte, ob den Lesern von Vol. 2 die Richtung gefällt, in die sich die Handlung entwickelt.


Was tust Du, wenn Du nicht gerade schreibst?

Wie du vorhin schon sehr gut erkannt hast, ist meine größte Leidenschaft neben dem Schreiben tatsächlich die Welt des Films. Ich liebe Kinos schaue mir mit Freunden fast jede Woche etwas an. Dabei suche ich auch eigentlich ständig nach neuen Fundstücken und Tipps. Was das angeht, bin ich tatsächlich ein ziemlicher Nerd.


Gibt es noch etwas, was Du uns sagen möchtest?

Na klar! Ich möchte mich herzlich bei dir dafür bedanken, mich und meinen Roman hier vorstellen zu dürfen. Gerade für junge, unbekannte Autoren ist es heutzutage äußerst schwierig, gefunden zu werden. Daher freue ich mich auch über jede Rezension, jedes Feedback und jede noch so kleine Nachricht, die mich erreicht.


Vielen Dank für das Interview!


(c) by MarcKemper



-> Euch interessiert das Buch oder der Autor? Schaut doch mal hier rein:
  
Web: marc-kemper.blogspot.de
Facebook: facebook.com/MarcKemper23
Twitter: twitter.com/MarcMcFly23


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